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Denn in einem unterscheidet sich 'White Crosses' von all seinen Vorgängern nicht: 'Jedes Album, jede Veröffentlichung der Band - schon bevor ich dazustieß, was zur Zeit von 'The Disco Before The Breakdown' (2002) war - war immer anders als die vorherige. Das ist fantastisch. Ich finde, das sollte jede Band so machen. Ich mag keine Bands, die immer wieder das gleiche Album aufnimmt, denn das ist total langweilig.'
Ausgiebig Zeit haben sich Against Me! für 'White Crosses' genommen, waren zwei Jahre lang nicht auf Tour, dafür aber wochenlang mit Butch Vig im Studio. Allein das finale Abmischen hat zwei Monate gedauert, weil man beim Label einen zweiten Durchgang anregte. Derart gewachsen und umhegt, ist es kein wunder, dass Serward höchst zufrieden ist mit der Platte: 'Sie ist viel mehr in sich geschlossen, als die anderen davor, aber auch abstrakter. Die Songs sind alle sehr unterschiedlich, es gibt sogar einen super langsamen. Abstrakt also, obwohl das ein schreckliches Wort ist.'
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Für die Richtung, in die sich die Band musikalisch entwickelt, mag Vieles verantwortlich sein, ein Faktor ist es jedoch nicht: 'Niemals gibt uns die Plattenfirma vor, was wir tun sollen! Wir hatten immer die völlige kreative Kontrolle, das steht außer Frage', sagt Seward mit Nachdruck und erklärt die Motivation hinter 'White Crosses', hinter Against Me! an sich: 'Wir wollen immer bessere, geschlossenere Alben machen, einfach immer bessere Musiker werden und bessere Harmonien fabrizieren. Wir haben keine Angst vor Melodie. Meine Stimme ist mies, aber die der Anderen sind super - ich kann nur brüllen und sie singen wie Engel. (lacht) Man will doch nie das Gleiche zweimal machen. Das ist zwar egoistisch, aber auf eine gute Art. Um mit dem Allen glücklich zu sein, müssen wir es für uns frisch halten.'
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Und letztlich wird man ja auch älter und wächst aus den Schwarzweißmustern der Jugend heraus: 'Es ist mehr ein natürlicher Prozess, man erlebt einfach viel. Jetzt hat Tom ein Kind, ich werde demnächst Vater... Nichts setzt die Dinge so in eine neue Perspektive wie die Verantwortung für einen anderen Menschen.' Was laut Seward nicht unbedingt heißen muss, dass mit dem Punkrock automatisch Schluss ist - auch wenn so mancher softe Tune auf 'White Crosses das vermuten lassen könnte: 'Ich glaube immer noch, dass wir eine Punkrock-Band sind. Die un-punkigsten Bands sind doch die, die immer nur den gleichen Scheiß machen. Das könnten wir auch, aber das ist verdammt langweilig. Punkrock ist weiterhin in meiner Seele, weil es bedeutet, einfach zu tun, was man will.'
Das tun Against Me! ohne Frage, und eine stetig wachsende Zahl an Leuten verehrt die Band gerade wegen dieser Konsequenz und der Offenheit, mit der sie damit umgeht. Denn schließlich verarbeitet Tom Gabel die Weiterentwicklung seiner Gedanken und Überzeugungen direkt in seinen Texten - mehr oder weniger nachvollziehbar für die Fans. 'I Was A Teenage Anarchist', die erste Single aus dem neuen Album, kann als direkter Widerruf des frühen 'Baby, I'm An Anarchist' verstanden werden. Muss es aber nicht, sagt Seward: ''Baby, I'm An Anarchist' war zwar keine Satire, aber da ging es eher um das Wort Anarchie, das für manche so ein Mythos ist. Der Song ist so alt, da war ich noch nicht mal in der Band, und Tom hat das mit zwei Leuten geschrieben, die nicht mal zu Against Me! gehörten. 'I Was A Teenage Anarchist' soll kein Kapitel im Leben abschließen. Da geht es um autoritäre Typen, die dir predigen, was du zu tun hast. Dogma.'
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