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Ob es am gleichzeitig stattfindenden Stadtfest oder der Hitze liegt, ist Spekulationssache; fest steht aber, dass Ash für ihren trotz Festival-Strapazen energiestrotzenden Auftritt im Berliner Magnet viel zu wenig abgefeiert werden. Zwar vermögen die großen Hits wie 'Burn, Baby, Burn', 'Girl From Mars' oder 'Walking Barefoot' zumindest die ersten Reihen in amtliche Bewegung zu versetzen, insgesamt aber sehen sich Ash mit einem arg statischen Publikum konfrontiert, das aber immerhin artig applaudiert. Den nordirischen Routiniers schlägt das zum Glück gar nicht aufs Gemüt.
Man sieht es den Musikern zu jeder Sekunde an, wie gut ihnen die Entscheidung getan hat, sich von der Plattenfirma und vom starren Albumkonzept gleichermaßen zu trennen. Genau diese gelöste Stimmung hört man auch den neuen Songs an, die erneut die Vielseitigkeit dieser Band unter Beweis stellen und auch allerorts auf positive Kritiken gestoßen sind. Nichtsdestotrotz merken einige an, das 'A-Z Projekt' sei nicht vielmehr als ein geschickter Marketing-Trick und letztlich seien die beiden auf CD veröffentlichten Compilations auch nur ganz normale Alben. Tim Wheeler nimmts gelassen, macht aber auch deutlich was er von dieser Meinung hält: 'Fuck them!', lacht er. 'Warum muss man so zynisch darauf reagieren, wenn eine Band versucht, etwas Neues auf die Beine zu stellen? Wenn es sich für diese Leute so anhört, ist das natürlich in Ordnung, aber für uns war das ein ganz anderes, kreatives Gefühl. Die Songs sind auf ganz andere Art und Weise entstanden als sonst und von daher sollte man die beiden CDs als das sehen, was sie sind: Singles-Compilations!'
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Zu guter Letzt bleibt noch die Frage, ob das Konzept des Albums wirklich so tot und unzeitgemäß ist, wie man glauben mag. 'Man muss einfach sagen, dass viele Menschen sich heute im Internet einzelne Songs zusammenstellen, die ihnen gefallen, anstatt ganze Alben zu kaufen. Ich will nicht sagen, dass das Album an sich für immer am Ende ist, aber zumindest im Moment bekommen viele Platten nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Das kann sich aber auch schnell wieder ändern...' Hamilton ergänzt: 'Letztlich sind die Plattenfirmen an dieser Misere schuld. Die meinen eben, wenn zwei gute Songs auf einer CD sind, reicht das schon für den Erfolg. Leider hat ihnen das Internet da einen Strich durch die Rechnung gemacht, die Leute machen da nicht mehr mit!' Was aber bedeuten diese Überlegungen für die Zukunft von Ash? Flattern wirklich auch die nächsten Jahre noch einzelne Singles der Band in Briefkästen auf der ganzen Welt? 'Sagen wir es so: Im Moment sind wir sehr zufrieden mit unserem Konzept. Wir bekommen viel positives Feedback von den Fans und die Zugriffe auf unsere Internetseite haben sich vervielfacht. Warum sollten wir etwas ändern?', grinst Wheeler. Der Tanz auf dem Grab des Albums geht also weiter, hoffentlich so frisch, bunt und vielfältig wie bisher.
Fotos von Mattes Teschabai-Oglu
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