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Omnia - Nachts allein im Wald... mit Omnia

Welche Geschichte dem armen whiskey-soda.de-Mitarbeiter widerfahren ist, als er auf der Suche nach der Wolfshütte war, soll nicht das Thema sein. Dennoch, in dieser Reihenfolge gab es folgende Zutaten: ein verpasster Abzweig, extrem sandige Waldwege, versteckte Baumwurzeln, ein eingehängtes Hinterrad, vollkommen Funknetzlosigkeit und ein am Tag des deutschen WM-Spiels höchst gefrusteter KFZ-Techniker. Heraus kam eine schicksalhaft anmutende Story zum Erzählen am Lagerfeuer - aber auch das Verpassen der Listening Session der Holländer von Omnia....

Deswegen möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Doro Peters von absolut promotion sowie bei Katja Angenent von miroque bedanken. Katja hat uns freundlicherweise einen Bericht von der Listening Session in der Wolfshütte zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichsten Dank!

Es ist der 23.6., irgendwo hinter Berlin, mitten im Wald: rund 15 ahnungslose Journalisten haben sich auf das Abenteuer eingelassen, das neue Werk der Pagan Folker von Omnia als erstes anzuhören. Dafür sind sie nach Berlin gereist, von wo es weiter mit dem Shuttlebus ging, zur Wolfshütte in Luckau, einer geradezu magischen Location. Die von Förstern selbstgebaute Holzhütte und das Grün des umgebenden Waldes passen perfekt zu der Philosophie der beiden Musiker von Omnia, die nach alter heidnischer Tradition die Umwelt als beseelt betrachten. Sich das Album 'Wolflove' in der wunderschön dekorierten Wolfshütte mitten im Wald anzuhören, in dem regelmäßig auch Wölfe gesichtet werden – das ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Für alle, die bisher nicht mit der Musik von Omnia in Berührung gekommen sind, sei erklärt, dass sich diese niederländische Formation dem Pagan Folk verschrieben hat. Das ist der momentan wohl am stärksten wachsende Teil dessen, was allgemein 'Mittelaltermusik' genannt wird. Omnia nutzen zahlreiche handgemachte, historische Instrumente, um ihre nachdenklichen, verspielten und fröhlich-folkigen Klänge zu produzieren. Das neue Album soll dieses Spektrum erweitern, Grenzen sprengen. Die Journalisten sind gespannt.

Die beiden kreativen Köpfe von Omnia, Steve Sic und Jenny van der Harten, begrüßen uns herzlich, als wir aus dem Bus klettern. Wir sind tatsächlich mitten im Wald. Das Wetter ist schön, und vor der urigen Blockhütte warten bereits kleine Erfrischungen. Jenny und Steve tragen schwarz-braune Lederkleidung und Federn und Knochen im rastabezopften Haar. Die Hälse schmücken Ketten aus Naturmaterialien. Ihre keltischen Tatoos werden nur stellenweise von der Kleidung verdeckt. Das Pärchen fühlt sich sichtlich wohl, ist entspannt und gut gelaunt. Die beiden haben auch allen Grund dazu: Viele Monate Arbeit liegen hinter Ihnen. Doch nun ist das neue Album größtenteils fertig gestellt und wird vermutlich ab dem 10. September erhältlich sein. Die Arbeit an 'Wolflove' war zugleich Therapie für die beiden, wie Steve Sic erklärt: 'Wir hatten eine bescheuerte Zeit, in der uns viele Leute auf die Nerven gingen und uns sagen wollten, was wir tun und lassen sollten. Jetzt, nachdem wir uns von diesen Leuten getrennt haben, möchten wir genau das tun, was wir damals nicht durften – alle Grenzen sprengen.'

Wir begeben uns also in die Wolfshütte, und nehmen Platz - mit Blick auf das Grün des Waldes, zwischen Kamin, Hirschgeweih und Fellen, um uns selber ein Bild vom neuesten Streich zu machen. Steve und Jenny führen entspannt durch die einzelnen Songs. Sie sind sichtlich stolz auf ihr Werk.

'Wolflove' thematisiert die Bestie im Menschen genauso wie die wenig beachtete sanfte Seite des Raubtieres. Das Album handelt von Ängsten, aber auch von Freude und Lust – und es sprengt, das wird ganz schnell deutlich, alle musikalischen Grenzen.

 

Der Opener klingt wie ein morgendlicher Weckruf: 'Wake Up' ist ein geschicktes Intro, das sich leicht zu dem Rest des Albums in Beziehung setzen lässt. Doch bereits der erste Song 'Dance Until We Die' macht klar, wie ernst dieser sanfte Weckruf gemeint ist: Zu lieblichen Harfenklägen gesellen sich harte Beats und markanter Rapgesang. Nein, Omnia sind nicht unter die Hip-Hopper gegangen, auch wenn der Song überrascht. Steve Sic: 'Es tat so gut, nach dieser ganzen beschissenen Zeit im Studio in ein Mikro zu schreien und im professionellen Rahmen immer wieder 'fuck' zu sagen. Das hat befreit.' Und es funktioniert: Die Köpfe einiger Anwesenden bewegen sich im Takt, die Musik passt. Mit 'Jabberwocky' folgt die atmosphärische Vertonung eines Gedichts von Lewis Carroll, das langsam tiefer in den Kaninchenbau führt. 'Saltatio Vita', ein schnelles Akustikstück, wird diejenigen versöhnen, die bis dahin den typischen Omnia-Sound vermisst haben. Flöten und Trommeln laden zum Tanzen ein. Krasser Gegensatz dazu ist das folgende 'Teachers', ein melancholisches Cover des Songs von Leonard Cohen, das unwillkürlich unter die Haut geht. So düster können Omnia sein.

Wie um diese beklemmende Stimmung dann bewusst wieder aufzubrechen, folgt 'Love In The Forest', das wohl poppigste Stück des Albums. Es hat nicht nur eine fröhliche Melodiestruktur, sondern führt sein Thema auch sehr bildlich vor Augen. Die anwesenden Journalisten können sich den einen oder anderen Lacher nicht verkneifen. 'Love In The Forest' beschert einfach gute Laune. Weiter geht die Achterbahnfahrt mit 'Toys In The Attic', ein Lied über Wahnsinn. Es ist merkwürdig und ein wenig beängstigend.

Omnia - Nachts allein im Wald... mit Omnia Seiten 1 2

 

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