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Party.San OA 2003 - Hell is in Thürigen

"Hell is Here!" Mit diesem vielversprechenden Claim lockte das Party.San Festival auch 2003 wieder zahlreiche Metaller aus der ganzen Nation ins verschlafene Bad Berka. Das müsste aber inzwischen daran gewohnt sein, fanden sich doch zum 9. Mal Death und Black Metal- Bands zusammen, um drei Tage lang den gepflegten Krach zu zelebrieren. Angenehm übersichtlich wartet das kleine aber feine Festival mit einer Reihe von Acts auf, die der großen Konkurrenz in nichts nachstehen – ganz im Gegenteil... Ein Wochenende, das sich gelohnt hat und hoffentlich noch oft lohnen wird!

Am Donnerstag fand das Auftaktkonzert im Festzelt statt, bei ca. 70°C quetschten sich laut Veranstalter immerhin 800 Leute hinein. Entsprechend groß war die Reaktion auf die Opener der ganzen Herrlichkeit: Fragments of Unbecoming aus dem Odenwald. Mit melodiösem Death Metal, der schwedischer daherkommt, als manche Kompositionen anwesender nordischer Kollegen, bestachen die Jungs durch eine schnörkellose Show und musikalische Qualität. Der todeslastige Thrash von Buried God hatte es nicht einfach, dort anzuknüpfen und die Schweden von Tenebre drehten den Spieß gar um: die aufwendige Show brachte dem Publikum ihren Gothic Rock nur mäßig näher, Lackklamotten und eine Keyboarderin, die sich, wenn sie nicht gerade klimperte, hinter den Boxen versteckte, wirkten deplatziert, aber immerhin amüsant. Postmortem beendeten den ersten Abend und ihr Thrashgemisch ergab zusammen mit dem inzwischen beachtlichen Alkoholpegel der Massen eine Riesenparty.

Da weiterzumachen, war am nächsten Tag die Aufgabe von Fall of Serenity, die um eine für Festivalverhälnisse recht humane Uhrzeit die Bühne enterten. "Hell is Here", das allgegenwärtige Motto, sollte sich im Laufe des Tages bestätigen, nicht nur aufgrund der infernalischen Temepraturen.
"Ihr seid geschlachtet in Scheiße!" hieß die Parole, mit der Resurrected ihren abwechslungsreichen Brutal Death verkündeten, ganz zur Begeisterung der Anwesenden. Mucupurulent, das Brachialtrio aus Walheim, erschien druckvoll, aber leider etwas eintönig, Helheim dagegen brachten Abwechslung ins Spiel: Kettenhemden bei 40°C, das kann nur norwegischen Schwarzmetallern einfallen. Disbelief schließlich läuteten das Highlight des Tages ein, Stimmung und Besucherzahl stiegen. Die hauptberuflichen Sozialkritiker God Dethroned hatten ein entsprechend leichtes Spiel. Die vorwiegend neuen Songs der aktuellen Scheibe "Into The Lungs Of Hell", sowie die eingespielte Show täuschten gekonnt über einen Gitarristen mit bestimmt 3 Promille hinweg.

 


"Wäidor! Wäidor!", Sprechchöre in typischer Mundart kündigten es an: Vader waren am Zug. Geboten wurde hauptsächliches neues Material und eins der größten Slayer Cover ever, "Raining Blood" auf polnische Art. Die Headliner des Abends, Malevolent Creation mussten ihren Flieger kriegen und wurden vorverlegt, was auf breite Zustimmung im geschlauchten aber gutgelaunten Publikum stieß. Der Will to Kill ergoss sich fast sichtbar von der Bühne, Pyroshow und Alkohol taten ihr übriges, den Mob zum Ausrasten zu bringen. Naglfar schließlich boten einen eindrucksvollen Querschnitt durch ihr Schaffen, und trotz leichten Schwindens im Publikum erreichte die komplexe Mischung aus Death und Black Metal viele enthusiastische Ohren. Sänger Jens war zwar recht bald heiser, die Schweden boten dennoch einen würdigen Abschluss für einen gelungenen Festivaltag.

Party.San OA 2003 - Hell is in Thürigen Seiten 1 2

 

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