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Nach dem opulenten, sehr bombastischen Werk '20 Years Of Electronic Avantgarde' hätte man meinen können, dass Ernst Horn und Alexander Veljanov einen bestimmten Weg wählen wollen - noch mehr, noch größer, oder eher extrem einfach. 'Der minimalistische Gegenpol waren unsere Konzerte nach der großen Orchestertour. Dort sind wir nur zu zweit aufgetreten, Gesang und Klavier. Aber die Leute erwarten nicht irgendetwas bestimmtes, auch nicht nach einer riesigen Tour mit Orchester. Und wir können sogar 5 Jahre mit einem neuen Album warten, und die Fans sind trotzdem da. Wir haben eine über die Jahre treue, uns begleitende Gemeinschaft und keine Leute, die von aktuellen Strömungen mitgerissen werden.' 'Indicator' ist ein sehr persönliches Album, sehr klar und sehr direkt. 'Wir haben minimalistische 80er Jahre-Samples, wir haben opulente Streicher-Arrangements. Ich habe noch nie auf einem Album so laut und so leise gesungen wie diesmal.Dieses Album ist ein Indikator für unsere Bandgeschichte.'
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Deine Lakaien hatten mal einen Song, der 'Wasted Years' hieß und von einem Mann handelt, der verbittert auf sein verschwendetes Leben zurückblickt. Nach 23 Jahren kann man sicherlich mal einen Vergleich zur Band ziehen. 'Wir haben neun Studioalben, wir haben grandiose Touren gespielt, wir haben eine Aufnahme mit Orchester, wir haben akustische Stücke. Wir haben eine Million Tonträger verkauft. Damit hätte ich am Anfang meiner Karriere niemals gerechnet.' Ohne dass er es sagt, merkt man, dass Alexander Veljanov zufrieden ist.
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Das Unerwartete sezt sich aber auch auf dem neuen Album fort, denn hier ist auch sovieles anders, dass es das wohl spannendste Album bisher überhaupt ist. 'Es gibt Lieder auf diesem Album, mit denen keiner von uns gerechnet hat. Songs wie 'Immigrant', 'Europe', 'Six o'clock' oder 'The Old Man is Dead' sind Stücke, von denen ich niemals gedacht hätte, dass sie so jemals auf einem Deine Lakaien-Album erscheinen würden.' 'Immigrant' und 'Europe' sind sehr interessante Aufhänger, denn beide beschäftigen sich mit demselben, im Augenblick hochaktuellen Thema. Ohnehin sind Deine Lakaien auf dem neuen Album so politisch wie noch nie. 'Interessanterweise stammt 'Immigrant' von Ernst, und 'Europe' von mir. Unbhängig voneinander haben wir uns offensichtlich mit denselben Themen beschäftigt. Ich bewundere Ernst dafür, dass er es schafft, einen Text wie den von 'Immigrant' au der Ich-Perspektive zu erzählen. Die Geschichte des afrikanischen Immigranten, der nach Europa kommt, um seinen Clan zuhause zu ernähren, dann aber nur auf Ablehnung trifft als Ich-Erzähler umzusetzen - bewundernswert. Bei meiner Sicht auf 'Europe' ist die Frage, die das Stück stellt eher allgemeiner Natur.' Gerade im Moment ist die Debatte um Migranten ja sehr hochgepusht worden.
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