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Enslaved - Jenseits aller Vernunft in Musik verliebt

Enslaved haben seit 'Below The Lights' einen Lauf und veröffentlichen dieser Tage mit 'Axioma Ethica Odini' ihr fünftes Meisterwerk in Folge, das sicher wieder auf vielen End-Jahres-Bestenlisten einen Platz finden wird. Medialer Lobhudelei sollte man vorsichtig begegnen, aber Enslaved haben die Lorbeeren verdient. Denn nur wenigen Bands gelang es in den letzten Jahren so gut wie den Bergenern, sich eine eigene stilistische Nische zu schaffen, die gleichermaßen eigenwillig und schräg, wie emotional mitreißend ausgefüllt wird. Wir sprachen mit Bandgründer und Gitarrist Ivar Bjørnson über die musikalischen Einflüsse der Band von Darkthrone über Sonic Youth bis Rush, das Grundthema des neuen Albums, und warfen einen Blick zurück auf die schwierige Übergangsphase vom Viking/Black Metal früherer Tage hin zu dem Sound, der die Band aus der Genre-Nische in die große weite Welt führte...

Wenn die vier Alben, die man in den letzten sieben Jahren veröffentlichte, allesamt von Fans und Kritikern hochgelobt worden sind, kann man sich vorstellen, dass sich Druck aufbaut. Denn mittlerweile ist die Erwartunghaltung enorm groß, wenn ein neues Enslaved-Album das Licht der Welt erblickt. 'Wir können das gut ausblocken', meint Ivar, während es wir uns in der Bar eines Berliner Hotels bei Kaffee und Cola gemütlich machen. 'Das passiert nicht automatisch, es ist Arbeit. Manchmal hat man diese Stimmen im Kopf, während man an einem neuen Album arbeitet, die dich fragen, ob die Leute das neue Album genauso schätzen werden wie das davor. Oder man denkt an die Meinung einer Person, deren Urteil man vertraut und die dir gesagt hat, was ihr am letzten Album gefiel - und nun machst Du aber etwas ganz anderes mit dem neuen Album. Was uns ausmacht ist, dass wir diese Gedanken anerkennen - und dann zur Seite legen. Das wichtigste ist es, Musik für uns zu machen. Musik, die ich zuhause auf meiner Anlage hören möchte.'

Jede auch noch so kreative Band hat musikalische Vorbilder. Auch bei Enslaved hört man als Musikliebhaber natürlich viele Elemente aus verschiedenen Epochen und Genres heraus. Von Black und Doom Metal bis hin zu Krautrock und Psychedelia. Doch anders als beispielsweise Mikael Åkerfeldt von Opeth, der schon mal einen eigenen Song live als Camel-Rip-Off ankündigt, kennt man auch als Fan die genauen musikalischen Hintergründe der Bandmitglieder nicht so genau. 'Mikael ist sehr offen, was seine Einflüsse aus dem Prog Rock und Psychedelia angeht, sowohl musikalisch wie auch in Interviews', gibt Ivar seine Einschätzung. 'Bei uns ist das eher wie ein Puzzle. Nimm zum Beispiel Grutle und mich, die Gründungsväter von Enslaved, die sicherlich den Sound am meisten geprägt haben: Grutle scherzt manchmal, dass alles, was nach 1974 kam, ihn nicht interessiere.' Witzig nur, dass Grutle, der parallel in der Hotellobby mit einem anderen Kollegen spricht, ein Rush-T-Shirt mit dem '2112'-Artwork trägt. Dieses Album erschien 1976... Ivar schmunzelt: 'Ja klar, Grutle ist da manchmal nicht so exakt, aber es ist ja auch wirklich nur ein Scherz, wenn er das sagt. Er betont damit seine Vorliebe für die Musik dieser Zeit. Auch mein Musikgeschmack hat viel mit den 70ern zu tun. Aber ich bin da etwas gespaltener. Ich mag auch zeitgenössischen Black Metal, Death Metal von Immolation oder Suffocation, und Noise. Wir alle hören experimentelle Musik. Und dann hast Du bei Enslaved Leute wie unseren Drummer Cato, der total auf die Phase des klassischen Heavy Metal fixiert ist, Ozzy Osbourne und so. Herbrand und Ice Dale mögen sogar aktuelle Popmusik und Sachen wie Grunge. Es ist schon sehr chaotisch.'

Wie sich diese ganzen Einflüsse dann zu dem eigenständigen Enslaved-Sound verbinden, kann Ivar auch nur eher andeuten als erklären. 'Einige dieser Elemente wiegen natürlich schwerer als andere, vor allem klassischer norwegischer Black Metal und 70er-Jahre-Rock. Doch dann kommen noch all diese anderen kleinen Sphären hinzu mit ihren Gravitationsfeldern, die unseren Sound in verschiedene Richtungen ziehen. Wenn Du dann einen Enslaved-Song nachträglich analysierst, wirst Du vielleich Einflüsse von Sonic Youth, den Smashing Pumpkins, Darkthrone und Rush hören. Diese sind aber so grundsätzlich verschieden, dass man sie in der Musik gar nicht mehr hören kann. Am Ende sind Enslaved aber vor allem das Ergebnis von fünf Leuten, die jenseits aller Vernunft in Musik verliebt sind.'

Aber auch diese Liebe hat Grenzen, wie Ivar ergänzt. 'Das einzige, was wir uns nicht anhören, ist moderne elektronische Musik wie Trance und dergleichen. Wenn du dann aber wieder auf die 70er schaust, hast du Künstler wie Klaus Schulze und Tangerine Dream, die Synthesizer auf sehr organische Art und Weise verwenden.'

 

Interessant ist aber insbesondere Ivars Interesse an aktuellen Black-Metal-Veröffentlichungen. Denn viele der Urväter des Genres machen zwar weiterhin diese Art von Musik, zeigen aber mitunter großes Desinteresse an dem, was da so Neues kommt. 'Manchmal schauen mich die Leute komisch an wenn ich sage, dass ich zeitgenössischen Black Metal höre', weiß Ivar zu berichten. 'Ich bleibe aber gern auf dem Laufenden. Noch dazu arbeite ich auf der Produktionsseite für das Hole In The Sky Festival in Bergen. Da ist es auch wichtig für mich zu wissen, was der Booker so macht, der die Szene mit neuen Bands am Leben erhalten will.' Ivar wird dann auch konkreter mit den Dingen, die ihn zurzeit aus dem Black-Metal-Untergrund begeistern. 'In Frankreich passiert so einiges mit Bands wie Alcest oder Deathspell Omega, die so extrem und dabei fast schon jazzig sind. Ich finde diese Bands sehr interessant. Auch in Schweden geht so einiges mit dem Erfolg von Watain. Dann gibt es noch The Devil's Blood - das klingt zwar ganz anders, aber mehr Black Metal geht kaum, denn etwas satanischeres wirst Du kaum finden. In Norwegen gibt es Bands wie Obliteration oder Urfaust. Als Enslaved begannen, haben wir schnell Aufmerksamkeit bekommen, weil Bands wie Darkthrone, Mayhem und Immortal nette Dinge über uns in Interviews erzählt haben. Es ist also wirklich gut für die Szene, die Augen nach neuen Dingen offen zu halten.'

Enslaved haben seit diesen Anfangstagen zu Beginn der 90er einen weiten musikalischen Weg zurückgelegt. 'Hordanes Land' (EP von 1993) bis 'Blodhemn' (1998) könnte man als die erste, Viking/Black-Metal-lastige Phase beschreiben, die Alben 'Mardraum' (2000) und 'Monumension' (2001) als Übergangsphase deklarieren und die Arbeiten seit 'Below The Lights' (2003) als die 'neuen', die 'progressiven' Enslaved bezeichen. 'Das ist genau die Art und Weise, wie ich unsere Arbeiten auch einteile', bestätigt Ivar meine Analyse. Mich interessiert, wie Ivar die seinerzeit sehr umstrittenen Alben der Übergangsphase heute einschätzt. ''Mardraum' und 'Monumension' könnte man als 'gutes Album - schlechtes Album' einordnen, aber beide sind gleichermaßen wichtig. 'Mardraum' hat uns gezeigt wo wir hingehen können und 'Monumension' zeigte uns wo wir nicht hingehen sollten. 'Monumension' ist vielleicht das Enslaved-Album, das ich am wenigstens schätze', findet Ivar offene und selbstkritische Worte. 'Wenn mich jedoch jemand fragen würde, ob ich wünschte, das Album nie gemacht zu haben, würde ich erwidern: 'Nein, wir mussten das Album aufnehmen!' Es ist vielleicht eines der wichtigsten Alben im Enslaved-Katalog, denn wir trieben es mit dem Experimentieren sehr weit und das Album sagte uns 'don't go there'. Ich glaube 50 Prozent des Albums lohnen das Anhören, aber die anderen 50 Prozent gehen für mich persönlich einfach zu weit.'

Wie viel Reflektion vergangener Taten gab es denn vor den Aufnahmen zu 'Axioma Ethica Odini'? Analysieren Enslaved vor einem neuen Album was beim Vorgänger gut und vielleicht weniger gut lief? 'Eigentlich nicht. Wenn du das Album zum reinen Vergnügen mit ein paar Bier hörst, wirst Du einige Parts hören, die nach 'Frost' klingen, und andere, die dich an 'Below The Lights' erinnern. Aber für uns ist es wichtig, nicht zu viel zu analysieren. Es ist eher wie Fahrrad fahren; es funktioniert und so machen wir einfach weiter.'

Enslaved - Jenseits aller Vernunft in Musik verliebt Seiten 1 2

 

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Antal
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