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Sophie Hunger - Verwachsen mit der Nebelmaschine

Andächtige Stille herrscht im Reutlinger 'Franz K', als Sophie Hunger am 03.10.2010 mit ihrer Band spielt. Die vorderen Reihen sowie die Empore unter der Decke sind bestuhlt, im hinteren Teil des Raumes stehen die Zuhörer, sind aber nicht minder bedächtig. Während der Stücke ist kein Husten oder Brabbeln im Zuschauerraum zu vernehmen, das die Stille durchbricht, sondern nur das sachte Pusten der Nebelmaschine. Und wenn man dieses dezente Geräusch so deutlich vernehmen kann, will das schon was heißen.

Das Zischen vom Bühnenrand bindet sich an einer Stelle sogar exzellent in die Musik von Sophie Hunger und ihrer Band ein - nämlich, als sie das Stück 'Le Vent Nous Portera' der französischen Band Noir Désir covern. Zu deutsch bedeutet der Titel 'Der Wind Wird Uns Tragen'. Die Nebelmaschine liefert also die ideale Geräuschkulisse von wehenden Bäumen für dieses träumerische Lied.

Zusammen mit ihrer virtuosen, vierköpfigen Band versteht es Sophie Hunger, den Zuschauern von Beginn des Konzerts an den Atem zu rauben. So können diese gar nicht anders, als für die folgenden eineinhalb Stunden den Mund zu halten. Dass Sophie Hunger ein wenig müde ist, verrät sich erst, als sie nach etlichen Stücken zum ersten Mal ihr Publikum an- und sich prompt verspricht: 'Wir sind heute Morgen in Prag aufgewachsen - aufgewacht. Dann haben wir den ganzen Tag im Stau gesessen und können deswegen noch nicht wieder so gut stehen.' Leichte Unsicherheiten im Ausdruck sind allerdings auch keine Überraschung, singt Sophie Hunger doch an diesem Abend auf Englisch, Deutsch, Französisch und Switzerdeutsch. Da kann man schon einmal schnell durcheinander kommen.

 

Von ihrer Müdigkeit inspirieren lassen Sophie Hunger und ihre Band sich allerdings nur an den Stellen, die der getragenen Stimmung zuträglich sind. Die ruhige Piano-Ballade 'Walzer Für Niemand' beispielsweise wogt sanft und spricht damit sowohl der vom Stau geräderten als auch dem vom Feiertag trägen Publikum aus der Seele. Dies ist eines von lediglich zwei Liedern, die Sophie Hunger explizit ansagt: 'Das folgende Lied ist für Niemand. Es handelt von meiner Beziehung zu Niemand.' Anschließend erzählt sie singend davon, wie Niemand hereinkommt, sich hinsetzt, Hunger hat und vieles mehr. Die andere Ansage, die sie einem Song vorweg schickt, durchblickt sie selbst nicht ganz: 'Das nächste Stück heißt 'Train People'. Das Bild habe ich von jemandem, der gesagt hat, jetzt in der Finanzkrise seien wir alle wie Leute in einem Zug. Das hab ich nicht verstanden und versucht, es mit einem Lied zu begreifen.'

Im Gegensatz zu ihrem Auftritt auf dem Haldern Pop Festival im August finden sich zwar mehr ruhigere Stücke in der Setlist, doch versteckt Sophie Hunger ihre laute Seite nicht. Im Titelstück ihres aktuellen Albums '1983' oder in 'Speech' poltert sie auch gerne mit lauter, kräftiger Stimme zu elektrischen Gitarren und krachendem Schlagzeug. Wenn sie Verse ruft, ziehen sich ihre Augenbrauen nach oben und ihr Gesicht formt sich zu einem Grinsen. Die Konzentration auf träumerische Klänge passt gut in das gehobene Ambiente, das das 'Franz K' an diesem Abend versprüht. Die Zuschauer scheinen sich vielmehr in einem klassischen als in einem Rockkonzert zu befinden. Dass im hinteren Teil des Raumes tatsächlich auch Leute stehen und nicht jeder sitzt, erkennt Sophie Hunger erst kurz vor Schluss, als das Saallicht einmal kurz aufblendet: 'Ich habe erst jetzt verstanden, dass es ja da hinten anders konzipiert ist. Hier vorne sitzen die Leute, da hinten stehen sie dann und da oben sitzen sie wieder.'

Allerhand Instrumente kommen zum Einsatz während des Auftritts. Zu Sophie Hungers linken begeistert Michael Flury durch seine Künste am Glockenspiel, dem Keyboard, dem Xylophon und besonders an der Posaune. Diese weiß er gekonnt in allen Facetten einzusetzen: mal durchdringend und mit voller Kraft, mal dumpf, mal kratzig. Um den Klang zu modellieren, hält er einen blechernen Dämpfer, einen aus Gummi oder auch seine Hände vor die Öffnung des Blasinstruments. Ein besonders beeindruckendes Solo reißt das Publikum sogar dazu hin, für einen kurzen Moment die Stille mit Szenenapplaus zu durchbrechen. Auch Sophie Hunger schaut ihm gerne zu - und zwar nicht wie seine Dirigentin, sondern wie seine Bewunderin. Flurys Kompagnon Christian Prader zu ihrer rechten stellt sein Können an verschiedenen Gitarren, am Flügel sowie an der ungewöhnlichen Barockflöte im Titelstück ihres Debütalbums 'Monday's Ghost' unter Beweis. Sophie Hunger selbst wechselt im Laufe des Konzertes zwischen der akustischen und der elektrischen Gitarre sowie dem Keyboard und dem Flügel.

 

Am Gesang wird Sophie Hunger von ihrer Band nicht allein gelassen. Immer wieder gesellen sich summende, männliche Töne hinter ihre prägnante Stimme. Zum Stück 'Rise And Fall' kommt sogar ihr Schlagzeuger Dominik Chansorn hinter seinen Trommeln hervor, um seine Kollegen im Rampenlicht beim Sprechgesang des Zwischenteils zu unterstützen. Simon Gerber am Bass rückt zwar nicht vom hinteren Bühnenteil nach vorne, trägt aber besonders bei 'Train People' auch seinen Teil zur Mehrstimmigkeit bei. Bei diesem Lied ergibt sich ein besonders schöner Anblick, da keiner der Männer zu diesem Zeitpunkt ein Instrument spielt. Sophie Hunger sitzt am Piano, während ihre Musiker ruhig und aufrecht an ihren Plätzen verharren und singen. Auf jeden ist ein einzelner Lichtkegel gerichtet.

Am endgültigen Schluss des Konzertes, im dritten Zugabenblock, greifen die Musiker zu akustischen Instrumenten, setzen sich auf die vordere Bühnenkante und spielen das letzte Stück unverstärkt. Lediglich Simon Gerber am Bass muss auf eine ganz leichte elektrische Verstärkung setzen, da er keinen akustischen Bass zur Hand hat. Michael Flury dämpft seine Posaune so stark ab wie er kann, Dominik Chansorn trommelt mit seinen Sticks auf einer Monitorbox, Christian Prader und Sophie Hunger zupfen die akustischen Gitarren, während ihre Stimme ohne Mikrophon durch den Raum hallt. Und nun ist sogar die Nebelmaschine aus.


 

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maximilian
© 10/2010 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Sophie Hunger

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- Sophie Hunger - Verwachsen mit der Nebelmaschine

Kurzinfos: Haldern Pop Festival

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- Haldern Pop Festival

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