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BONAPARTE - Die Choreographie des Wahnsinns

Bonaparte ist anders. Bonaparte ist wie keine andere Band. Bonaparte ist mehr als eine Band. Da gibt es zum einen Leute, die suchen sich Gleichgesinnte, gründen eine Band, jeder spielt sein Instrument, alles ist...normal. Und dann gibt es Leute wie Tobias Jundt, der kurzerhand in Berlin eine Band gründet, die so anders ist, dass sie als Zirkustruppe bezeichnet wird. Die dazugehörige Musikrichtung taufte man 'Visual Trash Punk' - irgendwo zwischen Punk-Harmonien, holpernden rustikalen Klängen und digitaler Musik findet sich diese Band namens Bonaparte wieder.

Wie man so was Außergewöhnliches in einer Bühnenshow verarbeitet? Tja, das sollte man gesehen haben!

An dieser Stelle wäre es das Beste einige Foto kommentarlos einzufügen und auf den Betrachter wirken zu lassen. Da wir aber trotz Abweichungen von der Norm, die die Bandausmacht, nicht mit den Regeln des Konzertberichts brechen können, wird hier der Versuch unternommen, das in Worte zu fassen, was einen neugierigen Besucher eines Bonaparte-Konzerts erwartet.

 

Um schon mal eins vorweg zu nehmen: Egal, was man erwartet, egal, wie man sich einen Auftritt von Herrn Jundt mit seiner Truppe vorstellt - man wird vollkommen überrascht und überrumpelt.

Auf der Bühne erwartet die Zuschauer eine Leinwand, auf der alte Filmaufnahmen gezeigt werden. Plötzlich mischen sich in guter Zirkusmanier - ebenfalls im Zirkus-Stil verkleidete - Leute mit Blasinstrumenten unter das Publikum und geben einen Vorgeschmack auf die Show, die leider erst eine Stunde später beginnt. Auf der Leinwand wird man herzlich willkommen geheißen, die Hauptakteure des Abend werden vorgestellt und wenn man es gar nicht mehr abwarten kann, treten zwei wild kostümierte und maskierte Menschen auf die Bühne und beginnen zu performen: DO YOU WANNA PARTY WITH THE BONAPARTE? - Wenn das mal keine Aufforderung ist!

Und dann nimmt das seinen Lauf, was man auch als Reizüberflutung in einem Wort zusammenfassen könnte: Auf der Bühne findet eine Show statt, die einem komplett den Glauben an die Realität außerhalb dieser Konzerthalle raubt. Zu jedem Song - und davon werden reichlich, wenn nicht sogar gefühlt alle Songs der bisherigen zwei Alben gespielt - gibt es neue Akteure in neuen Kostümen, mit einer neuen Message und/oder einer neuen Obszönität.

 

Klingt negativ, ist es aber nicht. Denn im Laufe der zwei Stunden, bietet sich einem so viel Abwechslung, man kann es kaum erfassen. Von fast komplett nackten Frauen über als Pferde verkleidete Darsteller (Stichwort: My horse likes you!) zu Männern mit einer Disko-Kugel auf dem Kopf und sonst fast nichts am Leib wird das Publikum mit so vielen bunten kreativen und vollkommen außergewöhnlichen künstlerischen Ausdrucksweisen überschüttet, es bleibt kaum Zeit zum Luftholen. Und sobald man sich an diese anfangs eher befremdliche Show gewöhnt hat, wird man immer neugieriger - was kommt als nächstes? Welche noch so abstruse Form der Inszenierung ist dieser Kombo noch in den Sinn gekommen?

BONAPARTE - Die Choreographie des Wahnsinns Seiten 1 2

 

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Annette
© 10/2010 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Bonaparte

Homepage:
- Bonaparte

Artikel:
- Bonaparte - 'Übel & Gefährlich' in Hamburg
- BONAPARTE - Die Choreographie des Wahnsinns
- Bonaparte - Unnormal normal

Rezensionen:
- Bonaparte


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