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Bei Arch Enemy zu spielen ist ein Full Time Job, wie Christopher Amott (Gitarre) sofort klarstellt. Keiner der Musiker hat die Zeit, sich auf weitere Tätigkeiten zu konzentrieren, was aber gar nicht so schlimm ist. "Oft ist es anstrengend, besonders auf Tour, aber das Live Spielen ist es wert." Und eine bessere Profession kann er sich sowieso nicht vorstellen. Das Touring ist ein wesentlicher Bestandteil der Bandaktivitäten, allein letztes Jahr waren es um die Hundert Gigs rund um den Globus. Dabei sammelt man die verschiedensten Eindrücke: "Amerikaner sind sehr laut, auch ein kleines Publikum macht einen Riesenwirbel. Die Europäer sind da relaxter." Wirklich interessant ist es aber in Japan, wo die Band sehr viele Anhänger findet. "Wir nennen es kontrollierte Verrücktheit. Nach jedem Song fangen sie an zu gröhlen, allerdings nur für zehn Sekunden. Dann hören sie wieder zu, was Angela (Vocals) zu sagen hat." Und ein paar Mädels haben ihn nach einem Gig auch schonmal nach den genauen Akkorden für den einen oder anderen Song gefragt. Besonders dort steht man bekanntlich auf melodiösen Metal mit Heavy Einflüssen, über die Arch Enemy zur Genüge verfügen. "Judas Priest, Megadeath, Meta... alte Metallica, aber nicht zuletzt auch Slayer" sind einige hörbare Vorbilder aus Jugendtagen. Und nicht zu vergessen natürlich auch Iron Maiden, mit denen die Band erst kürzlich ein paar Gigs in Norwegen gespielt hat und von denen Christopher sichtlich beeindruckt ist. Die musikalische Differenz scheint dabei dem Publikum eher gut gepasst zu haben und überhaupt: "Wir hören inzwischen kaum mehr Bands aus unserem Genre, wie zum Beispiel In Flames oder Soilwork. Dann doch lieber Rammstein, Korn oder POD." Was man sich allerdings kaum vorstellen kann, denn derart schwedisch klingen Arch Enemy bestimmt nicht umsonst. Die schwedische Szene sei dabei aber eher langweilig erzählt Christopher: "Es gibt zwar hunderte Bands, aber keinen, der sie hören will.". Daher stehen auf den Konzerten dort auch meist die gleichen Kollegen rum – alles Musiker, versteht sich. Na, wenn man sich zumindest dort nicht gegenseitig befruchtet...
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Die verschiedenen Einflüsse werden beim Songwritig innerhalb der Band gemeinsam bearbeitet und zu einem Ganzen vereint. Christopher und sein Bruder Michael liefern dabei die Grundideen, auf denen dann ein Song aufbaut. Objektive Kritik ist hierbei wichtig. "Angela ist sehr ehrlich, sie sagt, was sie gut oder schlecht findet und ist dabei eine große Hilfe." Besonders, wenn die Gebrüder sich wieder mal in komplexen Strukturen verirren, die für den Durchschnitts- Arch Enemy Hörer zu kompliziert sind und die Dynamik eines Songs unnötig strapazieren. Das Ergebnis ist plausibel: "Anthems of Rebellion" wartet mit mehr als einer Metal- Hymne auf. Eingängig und schnell zu erfassen, melodiebezogen, aber kämpferisch und ohne Umschweife aggressiv. Eine Neuerung will die Band auf jedem Album einführen, in diesem Fall liefert Christopher sie selbst. "Ja, ich bin es, der die cleanen Vocals eingesungen hat, es war aber nicht das erste Mal überhaupt, dass ich gesungen habe." In Japan hat er bereits ein Soloalbum herausgebracht, was wieder für die Beliebtheit im fernen Osten spricht.
Produzent Andy Sneap war auch nicht ganz unbeteiligt an der Qualität des neuen Outputs. "Er hat eine strenge Arbeitsmoral." Heißt: Jeden Tag harte Studioarbeit von zehn bis acht, kein Herumalbern und vor allem kein Alkohol. Eine Disziplin, die sich lohnt, aber nicht immer ganz einfach ist. Relaxter war es dafür aber mit Niklas Sundin (Dark Tranquillity), der unter der Flagge seiner Artworkcompany "Cabin Fever" für den passenden Anstrich der Scheibe gesorgt hat. "Wir kennen ihn schon ein paar Jahre und durch seine eigene musikalische Erfahrung weiß er eine ganze Menge darüber, wie ein Cover auszusehen hat. Wir haben ihm nur ein paar Ideen geliefert und mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden."
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Für weiteres optisches Beiwerk ist übrigens ebenfalls gesorgt. Zum Song "We Will Rise" ist bereits ein Video im Kasten. Über die Inhalte beliebt Christopher allerdings zunächst zu scherzen. "Klar, es ist ein typisches Metal- Video mit Feuer, Motorrädern und natürlich vielen nackten Frauen. Haha!" In Wirklichkeit handelt es sich dann aber doch um eine athmosphärische Szenerie in einem alten Kalksteinbruch. "Man kann es schlecht beschreiben, es klingt etwas bescheuert, aber das Video ist wirklich gut geworden. Wir stehen dort auf dem Berg und spielen, während viele Leute mit Flaggen um uns herumlaufen und uns auch angreifen. Das sind die Rebellen, von denen der Song handelt."
Eine Live- DVD soll es in Zukunft auch geben, allerdings genießt die Promotion für die neue Scheibe erstmal Priorität. Century Media tut dabei eine ganze Menge, das Material unter die Leute zu bringen, die Frage, ob der Support des Labels wirklich so gut ist, beantwortet Christopher allerdings knapp und unmissverständlich: "Sagen wir es mal so: "Anthems..." wird unsere letzte Platte für Century Media sein. Wir sehen uns nach etwas Neuem um."
Sei nur noch zu hoffen, dass die Band bis dahin Spaß und Erfolg an ihrem bisherigen Werk ausbauen kann und "Anthems of Rebellion" nicht wirklich die letzte Scheibe sein wird.
Christopher jedenfalls dankt allen, die Arch Enemy unterstützt haben und es noch tun. Aber vor allem den Fans, die die Musik mögen und das neue Album erwarten. "See you on the road in September and October, when we are in Germany."
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