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Im März 1999 sah ich in Bremen eine mir damals unbekannte Band namens Buckcherry als Vorband von Kiss. Die Band hatte kurz zuvor ihr Debütalbum veröffentlicht und ganz nebenbei eine Grammy-Nominierung für den Song 'Lit Up' eingeheimst. Mittlerweile sind Buckcherry nicht mehr die jüngsten und doch wirken sie hierzulande wie Newcomer. Das liegt einerseits am eher jüngeren Publikum der 'Taste Of Chaos' Tour, das 1999 noch nicht gerockt hat, andererseits wohl auch daran, dass Buckcherrys Schaffen in Deutschland kaum beworben wird. Mit dem bereits fünften Studioalbum sollte sich das langsam ändern.
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Häufig als Alternative-Band missverstanden, stellt Keith klar, dass Buckcherry nur eines sind: 'Eine Rock'n'Roll-Band.' Und wer sich das breite Spektrum ihrer Songs von 'Lit Up' und 'Crazy Bitch' über 'Sorry' bis zu 'Oh My Lord' oder 'These Things' anhört, der versteht was gemeint ist. 'Ich will nicht nur eine Hardrock-Band sein, die stilistisch fixiert ist', stellt Keith klar. 'Unsere Einflüsse umfassen die Rollings Stones, Metallica, die Faces, AC/DC, Prince, James Brown, Rage Against The Machine, einfach jede Art von Musik, die uns Spaß macht. Kannst Du Dir vorstellen, dass Disturbed 'Crazy Bitch' singen?'
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Wenn man von Hardrock spricht, tut man Buckcherry natürlich nicht Unrecht. In der Tradition von Bands wie Bands wie Aerosmith, KISS oder Mötley Crüe hat das Quintett mit 'All Night Long' gerade eine Party vertont, ihr wohl 'partymäßigstes' Album bisher. 'Das stimmt', sagt Keith und erklärt: 'Uns gibt's jetzt seit vierzehn Jahren, und man hört, dass wir in vielen Hallen mit vielen großen Bands gespielt haben, Kiss, Mötley Crüe, Aerosmith und AC/DC. Wenn Du jeden Abend siehst, wie Deine Helden zwei Stunden lang die Hits raushauen, ist das sehr inspirierend. Genau das wollten wir auf dem neuesten Album hervorheben.' Tatsächlich: Wer sich als Hardrock-Fan bezeichnet, kommt an der Band aus Los Angeles kaum noch vorbei.
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An diesem Abend in der Alsterdorfer Sporthalle haben Buckcherry als zweite von vier Bands nur einen gut halbstündigen Slot zur Verfügung, um das Hamburger Publikum mitzureißen. Nachdem Halestorm die kritische Menge gut vorgewärmt haben, drehen Buckcherry den Hahn mit 'Tired Of You' noch ein bisschen weiter auf. Und siehe da, man sieht die ersten rhythmischen Bewegungen im quasi noch unwissenden Publikum. Unkenntnis mischt sich zunehmend mit Begeisterung.
Der nächste Uptempo-Rocker folgt mit 'Rescue Me'. Und nach den beiden Nummern vom letzten Album 'Black Butterfly' ist es Zeit, ein bisschen Werbung für das neue Feierwerk (sic!) zu machen. Mit dem hervorragenden Titelsong 'All Night Long' ist Buckcherry ein Song gelungen, den man auch als Novize schnell mitsingen kann. Das ist der Stoff aus dem Rockhymnen sind, das funktioniert auch bei diesem Publikum. Langsam wird der Auftritt zur erhofften Party.
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