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Agnes Obel - Tierpräparat gegen Autobiografie

Eine völlig übermüdete Agnes Obel ist sichtlich froh, sich nach dem Soundcheck im Backstage-Bereich des Stuttgarter 'LKA Longhorn' niederlassen zu können. In der vergangenen Nacht hat sie lediglich zwei Stunden geschlafen, weil sie nach einem Konzert in Paris zuerst nach Berlin fliegen und dann mit dem Auto nach Stuttgart fahren musste. Bevor sie an diesem 29. Oktober 2010 gleich noch als Support für I Am Kloot auf der Bühne ihre letzten Kräfte mobilisieren wird, nimmt sie sich sogar noch Zeit, uns einige Fragen über ihr Debütalbum 'Philharmonics' zu beantworten. Dabei geht es vor allem um ihre besondere Verbundenheit zur Natur.

Zu Anfang befindet Agnes Obel mitten im Reden niedergeschlagen: 'Oh, ich rede Unsinn. Ich bin so müde.' Ihr Schlafmangel äußerst sich aber allenfalls darin, dass sie manchmal einige Zeit zum Nachdenken benötigt. Sinnlose Sätze fabriziert sie nicht. Und auch später an diesem Abend spielt sie gemeinsam mit ihrer Cellistin Anne Ostsee trotz ihrer enormen Müdigkeit noch ein wunderschönes Konzert.

Im Stück 'Riverside', das Agnes Obel als EP aus ihrem Album ausgekoppelt hat, steht die heilsame Wirkung der Natur im Mittelpunkt. 'The river will be your eyes and ears,' singt sie und zeigt damit, wie nötig der Fluss zur Kommunikation ist. Denn wer sich ihm nicht zuwendet, der sieht und hört nichts. Agnes Obel stammt ursprünglich aus Dänemark und wohnt nun seit einiger Zeit in Deutschland. Sie hat das - für eine Hauptstadt recht kleine und beschauliche - Kopenhagen gegen die Millionenmetropole Berlin eingetauscht. Ihrer Naturverbundenheit steht dieser Umzug allerdings nicht im Wege - ganz im Gegenteil: 'Es gibt viel Grün in Berlin. Berlin ist die grünste Stadt, die ich kenne - sogar noch grüner als Kopenhagen. Das einzige, was ich in Berlin vermisse, ist das Meer. Es gibt zwar viele Seen, aber kein Meer, keinen Ozean.'

Die Natur bietet Agnes Obel ein breites Spektrum an Bildern, das sie in ihren Stücken umsetzen kann: 'Es ist interessant, mit der Metaphorik zu arbeiten, Ideen aus der Natur zu ziehen. Ich glaube nicht, dass ich in der Stadt so viele Ideen für meine Musik finden könnte.' Diese Herangehensweise zeigt sich deutlich in ihrem Lied 'Brother Sparrow', in dem sie einen kleinen Vogel anredet - also ein Motiv aus der Natur wählt. Im Kern geht es ihr jedoch an dieser Stelle nicht darum, die Verbundenheit zum Vogel und zur Natur auszudrücken. Stattdessen wählt sie die Natur-Metapher, um einen Gefühlszustand in der Stadt auszudrücken: 'Der Song handelt eher vom Alleinsein in der Stadt und dem Versuch, dieses Gefühl zu erklären. Als ich es geschrieben habe, war ich allein in meiner Wohnung in Berlin und habe die ganze Zeit die Leute auf der Straße gehört. In dieser Umgebung kann es wirklich passieren, dass Du in der Stadt bist mit Leuten überall um Dich herum und trotzdem extrem allein bist.' Selbst für urbane Probleme findet Agnes Obel also die passenden Ausdrücke in der Natur.

Der zweite Vogel, der den Hörern ihres Albums begegnet, ist die Eule auf der Rückseite des Covers. Diese hat in erster Linie eine ganz funktionale Bedeutung. Sie soll nämlich dafür sorgen, dass Agnes Obel auf dem Bild nicht ganz alleine ist: 'Es hat nicht speziell mit Eulen zu tun. Es war ein Zufall, der dafür gesorgt hat, dass letztendlich eine Eule auf dem Bild ist. Aber dann schien es, als ob es wirklich gut funktioniert bei diesem Album. Ich wusste nur, dass ich etwas anderes als mich selbst auf Cover wollte. Und ich wusste auch, dass ich auf dem Cover sein muss, weil jeder gesagt hat: 'Du musst auf dem Cover sein. Das ist beim Debütalbum nun mal so.' Ich hatte eigentlich ein Gemälde mit einem Kind darauf gefunden, das ich als Cover haben wollte. Aber alle haben gesagt: 'Nein, nein, nein - Du musst auf dem Cover sein!' Und dann habe ich zugestimmt. Aber ich wollte nicht alleine drauf sein, weil ich damit ein falsches Signal senden würde. Ich habe gedacht, dass es nicht zu der Musik passen würde, wenn nur ich auf dem Cover bin. Denn ich glaube nicht, dass ich nur autobiographisch bin. Ich versuche einfach, gute Songs zu schreiben - ich versuche nicht, Geschichten über mich selbst zu erzählen. Ich finde wirklich toll, wenn Leute das tun, aber es ist nicht das, was ich versuche.' Weil sie nicht darum herum kam, das Cover mit ihrem Konterfei zu zieren, hat sich Agnes Obel auf die Suche nach einem Motiv gemacht, das das Bild vervollständigt - und ist an einem ungewöhnlichen Ort fündig geworden:

 

'Ich dachte dann, dass es cool wäre, wenn ich zusammen mit einem Vogel auf dem Cover wäre. Und dann haben wir die Eule gefunden. Sie war der schönste Vogel, den wir gefunden haben, als wir zu einigen Tierpräparatoren in Berlin gegangen sind. Sie sieht so lebendig und wild aus.' Für Agnes Obel bildet die Eule auf dem Cover einen willkommenen Gegenpol zu ihrem eigenen Gesicht und auch zur Musik. Das Tier verleiht dem Album etwas Geheimnisvolles: 'Es ist toll, dieses wilde Tier in dieser kontrollierten Umgebung zu haben. Das Cover ist sehr steril und simpel, so wie auch die Musik sehr simpel ist. Und dann hat man mit der Eule noch dieses Element, von dem man sich nicht sicher ist, was es ist. Und ich selbst bin mir auch nicht sicher.' Worin für sie genau die Faszination im Bild der Eule besteht, kann Agnes Obel aber gar nicht genau ausmachen: 'Ich weiß nicht, was mich dazu bewegt, ein Bild zu mögen. Manchmal interessiert mich etwas einfach. Und weil es mich interessiert, muss es etwas Wichtiges in sich tragen. Zum Beispiel bei Gedichten: Einige Gedichte liest man einfach und verstehst sie. Aber es gibt auch Gedichte, die man nicht versteht, aber die man immer und immer wieder liest. Ich glaube, dass das daran liegt, dass sie etwas Richtiges oder Interessantes enthalten oder etwas, das es wert ist, sich damit zu beschäftigen. Und so habe ich mich bei dem Bild von der Eule gefühlt. Ich mag es nicht aus dem Grund, dass es irgendwie ein Teil von mir ist oder so, sondern es geht um die Stimmung, in der ich die Songs und das Album geschrieben habe. Ich wollte ein Motiv, das diese Stimmung am besten repräsentiert.'

Agnes Obel - Tierpräparat gegen Autobiografie Seiten 1 2

 

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maximilian
© 12/2010 whiskey-soda.de
 


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