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Während man zum Interview in ein Luxushotel der Oberklasse gebeten wird, ist das korrekt gekleidete Empfangskomitee lediglich mittelprächtig in der Lage den Bandnamen korrekt zu artikulieren. Fragen nach dem Namen 'Wie heißen die 'Biet-Was???'' stehen im Raum und gehen da auch nicht mehr so schnell weg. Kaum hat man neben dem bereitgestellten Designerwasser Platz genommen, wirkt es doch direkt beruhigend, dass weder Jeans, Chucks oder Berliner Schnauze der Beatsteaks so recht in diese Umgebung passen wollen. Und so wollen wir erst einmal wissen wie es so war, sich nach der Pause wieder neu als Band zu definieren. 'Man musste sich natürlich erst einmal wieder finden. Wenn man lange Zeit nicht aus dem gewohnten Umfeld heraus ist und etwas anderes macht, ist zwar Bernd immer noch Bernd, aber wir müssen uns zusammen auf den Weg zu machen.' beschreibt Peter die Situation, und Bernd ergänzt 'Das ist schwerer, weil das neu ist. Wir hatten diesen Rhythmus vorher ja über zehn Jahre. Da ist man in einem Hamsterrad, das macht alles Spaß, gar keine Frage, aber ist vielleicht auch Routine. Und deswegen machte es Sinn zu sagen jetzt macht jeder seins, weil sich viele Sachen ereignet haben die jeder für sich verarbeiten musste. Drei Papas in der Band - das schüttelt man mal nicht eben aus dem Ärmel.' So eine Pause, das kann natürlich auch verführerisch sein, der Band nicht mehr die alleroberste Priorität im Leben einzuräumen. 'Das gibt's immer mal. Da hat jetzt die Pause nichts mit zu tun. Es gibt immer Punkte wo man denkt alles Scheiße. Aber wenn man eine Sekunde darüber nachdenkt wissen wir, dass wir extrem viel Glück haben mit dem, was wir machen dürfen, dass es eine Reise ist und ein Abenteuer. Das will man freiwillig oder aus einem Gedankenpups heraus logischerweise nicht gehenlassen.'
Und damit das auch so bleibt ist das Bestreben sich weiterzuentwickeln, besser zu werden, Neues auszuprobieren und Grenzen auszuloten. Dies sollen natürlich nicht die durch die eigenen Fähigkeiten gesteckten Grenzen sein, und daher hat sich Torsten während der Pause einen Basslehrer genommen. 'Torsten hat ja in der Hinsicht einen kleinen Vogel, der denkt immer dass er schlechter ist als alle anderen und das ist ja inzwischen bestimmt nicht mehr so. Ich finds super dass er es gemacht hat.' Und auch Peter ist ganz begeistert von so viel Engagement und voll der Anerkennung für den Bandkollegen. 'Das hört sich jetzt blöde an, aber letztendlich ist das ja unser Beruf. Es geht für keinen von uns darum, Studio-Musiker zu werden, aber es kann auch nicht schlecht sein sich an seinem eigenen Instrument fortzubilden. Selbst wenn man schon erfolgreich irgendwo gespielt hat kann es nicht schaden. Man versucht ja schlauer zu werden wenn man durchs Leben geht. Und wenn das nun unser Weg ist durchs Leben zu gehen dann will ich ziemlich schlau sein auf dieser Ebene. Dann müsste man sich schon dumm stellen um nichts dazuzulernen. Und er hat halt das Bassspielen nicht so früh angefangen wie wir angefangen haben Gitarre zu spielen. Aber das erhebt uns nicht in den Status wir müssen nichts mehr machen.' Schließlich möchte man ja nicht in dem Zustand einer geistigen Verbeamtung auf Lebenszeit weilen, sondern sich die Freiheit bewahren, immer neugierig zu bleiben.
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Bei den Aufnahmen zum neuen Album führte allerdings nicht die Neugier zurück zu den Wurzeln des eigenen Proberaums, sondern das Bauchgefühl von richtig oder falsch. So erklärt Bernd 'Das ist ein Raum, in dem wir uns am wohlsten fühlen. Das ist immer der Ort wo wir zusammen kommen müssen, egal was dem voransteht. Jedes Studio der Welt hat immer den großen Nachteil, dass irgendwann die rote Lampe angeht und alle ganz aufgeregt und nervös werden und alles richtig machen wollen - und machen dann in diesem Moment alles verkehrt.' Und Peter fügt noch hinzu 'Alles was wir im Studio aufgenommen haben hat uns einfach nicht so gut gefallen wie die Demos die wir vorher gemacht hatten. Das hatte alles viel mehr Herz und Seele. Deswegen wurde es auch nicht besser, das muss man erst einmal realisieren. Im Studio kocht der, dann kommt der mit Getränken, der Engineer rückt die Mikrofone hin und her. Dreiviertel vom Tag geht drauf mit Strippen ziehen und irgendwelche Frequenzen checken und dann ist die Lust zum Musikmachen schon weg. Und dann heißt es jetzt sind wir soweit. Man kommt hochmotiviert rein, gegen Abend startet dann die erste Aufnahme, da ist man aber gerade vollgefressen. Das ist vom Timing her ungünstig und das wollten wir uns nicht mehr geben. Wir konnten dieses Mal zum Glück richtig den Finger darauf legen und sagen dass ist es, was uns stört.' Und wiederum der Bauch ist es, der nicht unwesentlich an der Songauswahl für die erste Singleauskopplung beteiligt gewesen war. 'Das ist ganz komisch bei uns. Wir wurden gefragt welchen würdest du wählen und das war der Song der am meisten genannt wurde, aus dem Bauch heraus.' Doch natürlich nicht nur, denn auch das Timing spielte dabei ein wichtige Rolle. 'Das war zu der Zeit als wir den gerade fertig hatten. Den Song, den wir da in der Mangel haben, ist logischerweise auch der beste zu der Zeit. Es hat sich natürlich auch angeboten, weil er nicht sehr viele Kanten hat. Wenn man einen Song als Single auskoppelt will man natürlich dass er gespielt wird. Der hatte schon Chancen, eher als andere Lieder auf der Platte.'
Und dennoch kann auch im Buletten-Lager nicht immer nur der Bauch entscheiden, manchmal muss es auch der Kopf sein. Doch was tun wenn der sich, überaus verkopft versteht sich, festbeißt, und ein vorankommen in weite Ferne rücken lässt? 'Mittlerweile haben wir gelernt damit umzugehen. Wenn wir merken die Stimmung ist nicht die allerbeste sind wir durchaus in der Lage zu sagen, jetzt legen wir den mal für einen Tag weg und machen den nächsten. Man muss nichts übers Knie brechen.'
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