|
Adept lassen sich auch nicht lange bitten und legen gleich los - und die Schweden verstehen ihr Handwerk durch und durch, scheinen (wohl auch deswegen) bereits genug Fans im Publikum zu haben, die von der ersten Sekunde abgehen als gäbe es kein Morgen. Ein Genuß für Musiker und Fan und vorallem ein äußerst gelungener Start in diesen Abend in der Münchener Theaterfabrik.
Die vier Jungs von Pierce The Veil, aus dem sonnigen San Diego, versuchen die gute Stimmung des Publikums aufrecht zu erhalten und an die Qualität von Adepts Auftrit anzuknüpfen - vergeblich. Denn bis auf die wenigen Fans, die begeistert sind von dieser Band, scheinen die restlichen Anwesenden in der Halle ihren Ohren nicht zu trauen. Vic Fuentes Stimme ist nämlich höchst gewöhnungsbedürftig für das Publikum, dass sonst eher nur Growls à la Jeremy McKinnon bevorzugt. Leider führt die Performance der Kalifornier auch eher zu Kopfschütteln als zu guter Laune und Stimmung.
Aber alles kein Problem, denn als dritter Act an diesem Abend, betritt eine Band die Bühne, die das erste Mal überhaupt in München performt. In Amerika und vorallem ihrer Heimatstadt New York schon einiges an Ruhm eingeheimst, kennt sie hierzulande kaum jemand. Zumindest scheint es so. Nach inzwischen schon drei Studioalben, einem Unplugged- und einem Live-Album haben sie dieses Jahr ein neues Werk veröffentlicht: 'Killing Time' heißt es - die dazugehörige Band: Bayside.
Kraftvoll und energetisch präsentieren sie mehrere neue Songs, als auch die Hits des letzten Albums 'Devotion and Desire' und 'Montauk'. Nicht nur Bayside, sondern auch deren treuen deutschen Fans hat ihr erster Auftritt in München gut gefallen. Man wartet auf mehr.
Aber nun wird es Zeit für DEN Act des Abends. A Day To Remember. Das vorwiegend junge Publikum drängt immer näher an die Bühne, ein Durchkommen ist quasi unmöglich. Die Spannung scheint zu steigen, die Musiker werden sehnsüchtug erwartet. Licht aus. Der Opener des Auftrits: '2ND Sucks' - Fans begeistert. Man muss A Day To Remember natürlich mögen, um von diesem Konzert restlos begeistert zu sein. Mit Professionalität und Elan präsentieren sich Jeremy McKinnon und seine Bandkollegen - und erfreuen die Fanherzen mit gefühlt jedem Song, den man sich nur wünschen kann. I'm Made of Wax, Larry, What Are You Made Of? Homesick. Monument. Und was natürlich auf keinen Fall fehlen darf: 'Downfall Of Us All'. Für die zart besaiteten Besucher (und zur Freude vieler Mädels, die in den Armen ihrer Freunde lagen) gibt's natürlich noch 'If It Means A Lot' zu hören. Sie lassen es sich auch nicht nehmen ein Millencolin-Cover zu performen und beenden die Show mit 'The Plot To Bomb The Panhandle'.
Zugegeben, die beste Post-Hardcore-Band der Welt sind A Day To Remember nicht. Dessen sind sie sich hoffentlich auch bewusst. Ihre Mischung aus Pop-Punk und Hardcore ist bei vielen, oft jungen, Fans äußerst beliebt, genauso wie sie für andere gewöhnungsbedürftig und etwas schwierig zu verdauen ist. Es lässt sich also darüber streiten. Was man aber nicht leugnen kann, ein Auftritt dieser Amerikaner macht trotzdem Spaß.
|