|
Ein kollektives Grinsen ist vor und auf der Bühne zu sehen, als die Show mit der Comeback-Single 'Teutonic Terror' beginnt. Besonders den beiden Veteranen Peter Baltes und Wolf Hoffmann sieht man die Freude an, endlich wieder mit Accept auf der Bühne zu stehen. Ganz, wie es Wolf im Interview mit Whiskey-Soda schon vor Monaten verraten hatte. Und es macht großen Spaß, dabei zuzusehen und zuzuhören. Schon knallt mit 'Bucket Full Of Hate' der nächste Kracher durch die Große Freiheit.
Mützenträger Mark Tornillo holt alles aus seiner Reibeisenstimme heraus und kontrolliert nebenbei von Anfang an die Menge in der kochenenden Halle. Nach fünf Songs wird es ihm zu heiß, das Shirt muss weg. Das erinnert an die Geschichte, die Wolf im Vorfeld von der ersten musikalischen Begegnung mit Mark erzählte, dessen Bekannter ihn spaßeshalber an Wolf und Peter vermittelt hatte, um mit ihnen zu jammen: 'Dann hat er angefangen zu singen, zog sich gleich sein T-Shirt aus und hat richtig losgelegt.'
|
|
 |
|
|
|
Was viele nicht wissen: Mit TT Quick hatte Mark Tornillo in den 80ern eine exzellente Band am Start, der allerdings der große Durchrbruch verwehrt blieb. Ironischerweise wies der Sound eine hohe Ähnlichkeit zum Accept-Album 'Eat The Heat' (damals mit US-Frontmann David Reece) auf. Wolf ist mit dem Material von TT Quick zwar nicht so vertraut, hat aber nur positive Erinnerungen. Eine Option für die Setlist ist es bislang noch nicht. 'Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich in unsere Show passen würde', sagt er. Es würde ganz sicher passen!
|
|
|
 |
|
|
Zeit für erste Grüße von der Bühne, bevor 'Starlight' das hohe Tempo mit Energie fortsetzt. Keine Verschnaufpausen heute, 20 Songs wird das Quintett im Laufe des Abends zum Besten geben. 'Lovechild' und 'Breaker' folgen. Es ist, als hätte sich gar nichts verändert. Accept begeistern die Fans wie eh und je. Als die ersten Töne von Metal Heart zu hören sind, grölt das überwiegend männliche Publikum die berühmten Beethoven-Klänge von 'Für Elise', die später per Gitarre intoniert werden. Hach, ist das schön.
|
|
 |
|
|
|
Später liefern sich Peter und der Wolf ein Duell Bass gegen Gitarre. Aus dem Grinsen kommen nun beide kaum noch heraus, wie zwei Schuljungen, die ein neues Videospiel haben. Wolf sieht dabei aus wie ein Bruder von Bruce Willis. Ein Hochgenuss wie Accept eine Metalperle nach der anderen servieren, darunter Meilensteine wie 'Restless & Wild', 'Monster Man', 'Son Of A Bitch', 'Neon Nights', 'Princess Of The Night', 'Up To The Limit' und 'Burning', das das reguläre Set des Abends beschließt.
|
|
|
 |
|
|
Aber natürlich gibt es Zugaben. Das Geräusch der Nadel, die sich auf den Plattenteller senkt ist genauso vertraut wie der nun folgende Gesang. Ein paar hundert Leute singen genüsslich 'Heidi, Heido, Heida', bevor ein Mark-erschütternder (sic!) den ironischen Spaß vom 'Restless & Wild'-Album beendet. Und das dazugehörige 'Fast As A Shark' sorgt dafür, dass die Nackenmuskulatur am nächsten Tag bei vielen Fans schmerzen wird. Mit 'Pandemic' folgt einer der besten Songs von 'Blood Of The Nations', bevor Accept mit dem Klassiker 'Balls To The Walls' den Sack zumachen.
|
|
 |
|
|
|
Die Band, die ursprünglich aus Solingen kam und deren meiste Mitglieder ihren Wohnsitz in den USA haben, hatte in Hamburg ein Heimspiel. Knappe zwei Stunden Metal-Unterhaltung vom allerfeinsten haben bestätigt, was 'Blood Of The Nations' schon vermuten ließ: Accept sind wieder da, und zwar in alter Stärke und neuer Frisch, unerwartet wieder auferstanden wie Phönix aus der Asche.
Eine besonders gute Nachricht hat Wolf übrigens schon vorher verraten: 'Wir schreiben schon an einem neuen Album, das wir hoffentlich Anfang 2012 auf den Markt bringen.' Ja bitte, Wolf! Mehr davon.
(Fotos: Philip Dethlefs)
|