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Arch Enemy - Innere und äußere Revolution

Arch Enemy haben sich als eine der kommerziell erfolgreichsten Metalbands im extremeren Teil des Spektrums etabliert. Dass man mit Angela Gossow eine attraktive Frau am Mikrofon hat, wird dabei sicher auch eine Rolle gespielt haben. Letztlich sind es aber die eingängigen, deutlich hörbar von klassischem Hardrock und Heavy Metal beeinflussten Songs, die Arch Enemy auch jenseits der Szenegrenzen zu einer großen Nummer gemacht haben. Wir sprachen mit Bassist Sharlee D'Angelo über das neue, mittlerweile schon achte Studioalbum der Band, 'Khaos Legions', die Rückbesinnung auf alte Tugenden, Sharlees eigenen musikalischen Werdegang und darüber, was der 'Arabische Frühling' mit den 'Khaos Legions' zu tun hat.

Seit der Veröffentlichung des erfolgreichen Vorgängeralbums 'Rise Of The Tyrant' sind fast vier Jahre ins Land gegangen, die mit einer Liveveröffentlichung, dem Einspielen alter Songs auf 'The Root Of All Evil' sowie jeder Menge Konzerten gut gefüllt waren. 'Wir haben die letzten dreieinhalb Jahre auf Tour an dem neuen Album geschrieben', erzählt Sharlee vom Entstehungsprozess der 'Khaos Legions'. 'Wir haben dann aber bewusst die Entscheidung getroffen mit dem Touren aufzuhören und unsere Ärsche wieder ins Studio zu bewegen. Wir hätten auch noch anderthalb Jahre touren können, wir hatten viele Angebote. Aber wir dachten uns, neue Musik wäre toll, also setzten wir uns eine Deadline für Studiozeit. Dann ging es auch gleich los mit Bandproben und fokussierter Arbeit an neuem Material.'

Das Schreiben auf Tour ist etwas, das Arch Enemy von vielen Musikerkollegen unterscheidet, hört man doch meist, dass das kreative Arbeiten auf Tour ein Ding der Unmöglichkeit sei. Sharlee beschreibt, wie das bei den Schweden läuft. 'Wir spielen die ganze Zeit, wir haben unsere Instrumente immer ganz in der Nähe. Die meisten Ideen für neue Songs entstehen meist kurz vor den Auftritten. Man macht seine Warm-Up-Routine, spielt Skalen. Dabei ist das wichtigste, das Blut in Wallung zu bringen. Man spielt einfach und dabei fallen dir neue Sachen ein. Michael oder Chris spielen dann Sachen, Daniel legt mit seinem kleinen Practice-Drumkit einen Beat darunter. Dabei ist auch cool, dass gleich Feedback kommt: 'hey, das hat einen Destruction-Vibe' oder 'das klingt nach vintage Judas Priest!' Manchmal jammen wir auch beim Soundcheck; einer fängt an, der Rest der Band setzt ein. Aber Soundchecks sind zeitlich sehr beschränkt. An freien Tagen entsteht dagegen recht viel. Daniel hat auch ein digitales Recording Studio auf seinem Laptop. Wir können also bei den meisten Riffs genau sagen wo sie geschrieben wurden. So waren zum Beispiel die Strophe von 'No Gods, No Masters' und der Refrain von 'Bloodstained Cross' in einem Song - und es wurde in Regina, Kanada bei minus 27 Grad aufgenommen. Ich erinnere mich gut, denn in dieser Version klang es tatsächlich eher nach Edguy...', erinnert sich Sharlee feixend. Die Arbeit an neuer Musik ist dabei etwas, was den Bandmitgliedern ein inneres Bedürfnis ist. 'Kurz nachdem die Aufnahmen zu einem Album abgeschlossen sind, beginnen wir meist schon wieder neue Sachen zu spielen. Das Kreieren neuer Musik ist essentiell für uns, wie Essen oder Atmen - oder Fortpflanzung...'

 

Wir kommen zur inhaltlichen Ausrichtung des neuen Albums, die uns Sharlee wie folgt beschreibt: 'Es gibt kein einheitliches Thema, aber schon ein thematischer Faden, der sich durch das Album zieht. Es geht um Revolution und Rebellion, wenn auch nicht unbedingt im Sinne von Regierungsstürzen. Denn der Feind für uns ist alles, was der persönlichen Freiheit im Wege steht. In einigen Gegender der Welt bedeutet dies tatsächlich die Regierung zu stürzen. Während wir an diesen Themen arbeiteten, passierten einige Dinge parallel', spielt Sharlee auf die Demonstrationen, Aufstände und Umstürze der vergangenen Monate in der arabischen Welt an um dann etwas detaillierter zu werden. 'Der Song 'City Of The Dead' beispielsweise basiert auf einer Nekropolis bei Kairo, wo Leute, da es sonst nicht genug Wohnplätze gibt, seit Jahren leben. Dort stehen Häuser auf den Gräbern, in die Familienangehörige für die Trauerzeit einziehen; dann wird das Haus verlassen und bleibt als eine Art Mausoleum zurück. Nun aber haben die Menschen begonnen, diese Häuser auf Dauer als ihren Wohnort zu nutzen. Ein anderes Phänomen dort sind die sogenannten garbage people, die sich darauf spezialisiert haben, alle Sorten von Müll weiterzuverarbeiten, um zu überleben. Es ist kein Wunder, dass unter diesen Umständen der Topf irgendwann überkocht - und das ist genau das, was passierte, während wir an 'Khaos Legions' gearbeitet haben.'

'Khaos Legions' berührt in seine Texten ganz grundlegende Gedanken zu Freiheit und den Kampf darum; dennoch nahmen die realen Ereignisse Einfluss auf das künstlerische Endprodukt. 'Wir leben natürlich in einer vergleichweise sicheren Umgebung, so unser Ansatz war weniger global, sondern sehr persönlich. Aber symbolisch geht es um das gleiche - und das könnte man als grundlegendes Thema des Albums bezeichnen. Wir hatten an den Texten gearbeitet, bevor es in Ägypten und anderswo zu den Aufständen kam. Bei 'Yesterday Is Dead And Gone' haben wir dann nachträglich aber eine Strophe noch einmal verändert, da der Text angesichts der Ereignisse eine völlig neue Bedeutung bekam.'

'Rise Of The Tyrants' kam sehr gut bei Fans und Kritikern an; dennoch gibt es immer Dinge, die man beim nächsten mal besser machen will. 'Die Sachen, die dir am vorhergehenden Album nicht gefallen, will man natürlich immer anders machen. Bei 'Rise Of The Tyrant' finde ich den Mix furchtbar. Ich mag das Album im musikalischen Sinne, es sind viele tolle Songs drauf. Deshalb war ich so glücklich als wir die 'Tyrants Of The Rising Sun'-DVD und das Livealbum gemacht haben, denn der Sound war bei den Songs einfach viel besser.'

Doch war das Vorgängeralbum gar nicht so sehr der Maßstab für die Arbeit an 'Khaos Legions', wie Sharlee erklärt. 'Wir haben letztlich beim neuen Album gar nicht so sehr an 'Rise Of The Tyrant' gedacht als vielmehr an ältere Alben wie 'Doomsday Machine' oder 'Wages Of Sin'. Auch dass wir an 'Roots Of All Evil' gearbeitet haben, hat uns wieder unserer eigenen Vergangenheit näher gebracht. Wir mussten diese alten Songs wieder lernen und neu einspielen und merkten, dass viele gute Ideen darin stecken. Das hat sich dann in das Songwriting für das neue Album eingeschlichen. Ein anderes Element war die Carcass-Reunion mit Michael, der dabei zu einem Stil zurückkam, den er lange Zeit gar nicht mehr gespielt hatte. Ich denke das alles hat die wieder mehr nach Death Metal klingenden Teile des Albums beeinflusst.'

 

Sharlee zupft nicht nur bei Arch Enemy den Bass, sondern seit 2005 auch in Michael Amotts 70s-Rockband Spiritual Beggars und auch bei den Metallegenden Mercyful Fate und King Diamond war er bereits aktiv. Wie sehr unterscheidet sich für ihn das Musizieren in diesen Bands? 'Die Ausdrucksweise bei Arch Enemy ist natürlich brutaler, aber die Einflüsse kommen auch hier viel aus dem klassischen Heavy Metal und Hardrock. Es ist eher die Art wie wir das spielen, das uns zu einer extremen Metalband macht. Im direkten Vergleich ist die Musik bei den Spiritual Beggars viel lockerer, es ist nicht so technisch anspruchsvoll. Es geht eher darum, den Groove und das richtige Gefühl zu finden. Bei Arch Enemy ist eher so, dass weniger Raum zum Probieren und Improvisieren da ist, denn wenn du spontan etwas anders spielen würdest, wäre der ganze Song fucked up. Wobei wir live dennoch anfangen, die Songs zu variieren, so dass einige Songs nach anderthalb Jahren auf Tour ganz anders klingen. Eigentlich ein guter Grund, mehr Livealben aufzunehmen.'

Da man nicht allzu oft mit Bassisten spricht, da meist die Frontmänner oder die Hauptsongschreiber die Interviews geben, ist es spannend sich mit Sharlee auch mal über die Details seines Spiels zu unterhalten. 'Live verwende ich keinen Monitor, zumal ein Bass daraus meistens auch gar nicht gescheit klingt. Mein Bass kommt ausschließlich von der Backline und ist richtig laut. Ich verlasse mich beim Spielen total auf Daniel, unseren Drummer. Wenn dieses Fundament solide ist, kann alles andere darauf schwimmen. Wir alle verlassen uns auf Daniel; er ist der Anker und trägt die ganze Band auf seinen Schultern, der arme Typ. Als Bassspieler frage ich mich immer, was ich machen kann, was die Gitarren nicht spielen und das dennoch gut klingt. Was kann ich zum Gesamtbild beifügen. Manchmal klappt das, manchmal nicht, dann muss man eben doch einfach der Rhythmusgitarre folgen.'

Die Story, wie Sharlee eigentlich zu einem der profiliertesten Bassisten der nordeuropäischen Metalszene geworden ist, sollte auch nicht vorenthalten werden. KISS-Fans werden sich auch wieder bestätigt sehen. 'Wie die meisten Metal-Bassisten habe ich mit der Gitarre angefangen', beginnt Sharlee seine Geschichte. 'Ich habe schon während meiner Kindheit viel Rock und Hardrock gehört, was vor allem an meinem großen Bruder lag. Mein Vater hatte eine riesige Jazz-Sammlung, die er ständig gehört hat, und meine Mutter stand auf Sachen wie Simon & Garfunkel, Elton John, Neil Diamond und Cat Stevens. Es war also immer Musik im Haus. Zunächst folgte ich den Empfehlungen meines Bruders, der Sachen wie Deep Purple oder Rainbow hörte. Die erste Band, die nur meinen Geschmack traf, waren KISS. Es ist die perfekte Kombination von Musik und einem Comicbuch, sie wirkten larger than life. Doch ich fand auch die Musik wirklich gut. Wenn ich also eine Band nennen muss, die mich dazu brachte, die Gitarre in die Hand zu nehmen, dann KISS. Ich wollte wie sie sein, denn sie waren Superhelden. Mit dem Geld, was ich mir zum Beispiel mit Rasenmähen bei den Nachbarn verdiente, kaufte ich mir in einem Radio-Reparaturladen eine gebrauchte E-Gitarre.'

Der Weg vom Gitarristen zum Bassisten war dann eher dem Zufall geschuldet sowie der Tatsache, dass Sharlee große Leidenschaft für ein Instrument entwickelte, das meist sehr stiefmütterlich behandelt wird und selten die Wertschätzung bekommt, die es verdient. 'Ein paar Jahre später gab es da eine lokale Hardcore/Punkband namens Absurd, die nichts mit der gleichnamigen deutschen Band zu tun hatte. Die spielten so eine Discharge/The Exploited-Mischung. Ich sah die ein paar mal live. Als die ihren Bassisten feuerten, weil er ein Fashionpunk war, kaufte ich dessen Bass und ging zur Probe. Das waren dann meine ersten Liveerfahrungen. Ich spielte dann für eine Weile wieder Gitarre, aber es gab einfach zu viele Gitarristen, die auch oft besser waren als ich. So kehrte ich zum Bass zurück und ein neuer Markt erschloss sich. Zumal ich ein Bassist war und bin, der den Bass tatsächlich als eigenständiges Instrument begreift und spielt. Ich bin kein Lemmy Kilmister oder Joey DeMaio, obwohl ich musikalisch sehr von Gitarristen wie Michael Schenker und Ritchie Blackmore inspiriert wurde. Deshalb war ich Ende der 90er so viel beschäftigt, weil es wohl kaum richtig gute Metal-Bassisten gab. Es macht mir auch nichts aus, dass viele Leute nicht wissen wie ein Bass klingt. Ließe man ihn weg, würde man es aber sofort merken.' Umso glücklicher dürfte Sharlee diesmal mit dem Mix von 'Khaos Legions' sein, denn da kommen alle Instrumente - gerade auch der Bass - hervorragend zur Geltung.


 

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Antal
© 06/2011 whiskey-soda.de
 


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