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Es ist erst 19:30 Uhr als Black Country Communion die Bühne im Stadtpark betreten und lautstark loslegen. 'I am the messenger, and this is my prophecy', tönt Glenn Hughes im Signature-Song 'Black Country'. Die Prophezeiung für den Abend lautet: Es wird Spaß machen! Der 59jährige Hughes tänzelt euphorisch über die Bühne, während sein 25 Jahre jüngerer Kompagnon Joe Bonamassa sich erst mal im Hintergrund hält. Für Begrüßungen ist zunächst keine Zeit, schon erklingt das großartige 'One Last Soul' im von Bäumen umringten Stadtpark-Rund, das zwar nicht prallvoll, aber gut besucht ist.
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Im Laufe des Abends wird auch der Bewegungsradius von Joe Bonamasa größer, doch was die optische Präsenz angeht, kann er mit dem extrovertiert posenden und lässigen Glenn Hughes nicht mithalten. Dafür zeigt Bonamassa fast ununterbrochen das klassischste aller Gitarrengesichter. Und für sein zeitlos geniales Gitarrenspiel erhält der Mann, den manche als wichtigsten Zuschauermagneten in den Reihen von Black Country Communion betrachten, teilweise Szenenapplaus. Zum ersten Mal beim Mega-Duett 'Song For Yesterday', dessen Wahnsinnsgitarrensolo niemanden kalt lässt.
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Bei 'Save Me' fühlt man sich fast an Led Zeppelin und 'Rock And Roll' erinnert. Offenbar kein Zufall: Passend dazu serviert nämlich Jason Bonham ein Drumsolo in der Tradition seines berühmten Vaters. 'Im nächsten Song geht es um die Dinge, die zwischen menschlichen Wesen ablaufen', kündigt Altmeister Glenn die Ballade 'Cold' an. Die startet mit wunderbarer Orchestration von Derek Sherinian, bevor Bonamassas Gitarre für noch mehr Gänsehaut sorgt. Was für eine Atmosphäre! (Schade, dass es noch nicht dunkel ist.) Für seinen emotionalen Gesang erhält nun auch Glenn den verdienten Szenenapplaus. 'The Voice of Rock' ist in bestechender Form.
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Wie erwartet entfalten die Songs beider Alben bei dieser rastlosen Live-Performance ihre volle Strahlkraft. Was Black Country Communion da mal eben aus dem Ärmel geschüttelt haben, ist wirklich beeindruckend. Und sie lassen es mit jeder Nummer krachen, reißen das Publikum mit. Einzig überflüssiger Teil ist das alleinstehende, ausgedehnte Keyboard-Solo Sherinians. 'Lächerlich', ärgert sich der Konzertbesucher neben mir über das langweilige Tastenspiel. Doch auch wenn die Notenfolge noch so banal ist, so sorgen doch die verschiedenartigen Sounds für Faszination. Cool auch, dass Bonamassa im Laufe des Abends ein Theremin benutzt. Das verrückte Instrument, das ohne Berührung und nur durch Schwingungen Töne erzeugt, wenn man sich ihm nähert, sieht man sonst nur bei Bands wie Hawkwind.
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Im Set des Abends findet man sogar einen Song aus Joe Bonamassas umfangreichem Soloschaffen. In 'The Ballad of John Henry' vom gleichnamigen Album lässt der 'Blues Rock Titan' (Guitar World) auch noch 'Stratus' des Fusion- und Jazz-Schlagzeugers Billy Cobham einfließen. Ein Insider, denn auf Cobhams '73er-Album 'Spectrum', auf dem 'Stratus' das erste Mal enthalten war, spielte Tommy Bolin die Gitarre, der natürlich bis zu seinem Tod mit Glenn Hughes bei Deep Purple musizierte. In Hamburg gibt es bei dieser Nummer erneut mittendrin Applaus.
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