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Schaut man in die Diskografie der sympathischen Band, fällt auf, dass zwischen den Studienalben jeweils immer nur zwei Jahre liegen. Doch der Vorgänger "Tinnitus Sanctus" erschien bereits 2008, was eine "Pause" von drei Jahren ergibt, in der die Band aber nicht untätig war. "Wir haben zwischendurch eine DVD herausgebracht, sind viel auf Tour gewesen und haben letztes Jahr das Angebot bekommen, mit den Scorpions auf Tour zu gehen. Dementsprechend haben wir noch gesagt, dass man ein paar Sommerfestivals nachschieben kann, von daher entwickelte sich das alles so. Letztes Jahr im Sommer haben wir angefangen, an den neuen Songs zu arbeiten, Tobi (Sammet, Sänger, Anm. d. Red.) war dann noch kurz mit Avantasia unterwegs, dann haben wir mit dem Songwriting weitergemacht, sind im April ins Studio gegangen und haben relativ zügig das neue Album aufgenommen. Wir sind auch sehr zufrieden damit, wie Du auch!", freut sich Dirk über das Lob zum neuen Edguy-Werk.
Das Album wurde also nach der Aussage des Gitarristen recht flott eingespielt. Bei den Aufnahmen zu "Rocket Ride" spielte die Band erstmals alle Songs "live" im Studio ein. Geschah das beim neuen Album erneut so, da der Klang sehr erdig und organisch ausfällt? "So ähnlich. Wir haben diesmal das Schlagzeug in einem anderen Studio aufgenommen, um einen natürlicheren und puristischeren Sound zu bekommen. Das wäre kompliziert gewesen, wenn wir die gesamten Aufnahmen im Peppermint Park in Hannover gemacht hätten, was ein sehr geiles Studio ist, aber auf Dauer von der Terminplanung sehr schwierig ist, da auch viele andere Produktionen da stattfinden. Was wir gemacht haben ist, dass wir die Rhythmusgitarren zusammen aufgenommen haben, was einen ähnlichen Effekt gebracht hat, um einen organischen Klang zu erreichen. Ich glaube, das ist uns gut gelungen. Wir haben auch diesmal komplett auf Trigger und Drumsamples verzichtet, um den Sound nicht künstlich aufzupumpen. Wir haben auch viel Wert darauf gelegt, die Platte dynamisch zu machen, um alles erdiger zu machen. Ich bin der Meinung, dass man immer noch viele Platten überproduziert, da dachte ich, das wäre so ein Neunziger-Ding, aber das zieht sich fort. Es gibt immer noch so viele Platten, die kaputt gemastert oder kaputt gemischt werden, die zu laut sind. Das klingt alles platt gefahren, es gibt keine Spitzen mehr. Das wollten wir auf jeden Fall vermeiden!", referiert der Gitarrist über die aktuelle Produktionssituation und was Edguy auf jeden Fall vermeiden wollten. Auf jeden Fall ist man mit dem Endergebnis sehr zufrieden!
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Der Joker, wohl Sinnbild für die Selbstwahrnehmung der Band, prangt diesmal omnipräsent auf dem Cover des neuen Silberlings. Ein Konzeptalbum versteckt sich aber nicht hinter Titel und Artwork. "Der Albumname kam durch das Cover, das Artwork war zuerst fertig. Den Joker gibt es schon länger, auf dem "Mandrake"-Album war er zuerst drauf und wir haben uns überlegt, dass wir das mal wieder aufgreifen könnten. Wir sind im Netz auf die Suche nach Joker-Motiven gegangen, nach jemandem, der so etwas hat oder gut umsetzen könnte und sind dann auf jemanden aus den USA gestoßen, der Joker-Kartenspiele designt. Den haben wir dann angeschrieben und herausgefunden, dass es ein Mann in den 60ern ist, der vorher auch noch nie für irgendwelche Bands gearbeitet hat. Das war interessant, weil er völlig unbelastet von der Szene ist und frei gearbeitet hat, das Ergebnis ist zu unser vollsten Zufriedenheit. Selten gab es so ein Cover, wo wir so wenig zu diskutieren hatten!", freut sich Dirk jetzt schon, das Motiv auf T-Shirts und Tourplakaten zu sehen.
Nur vom Titel ausgehend könnte man meinen, dass sich auf "Age Of The Joker" nur Songs vom Schlage "Lavatory Love Machine" befinden. "Die Leute wissen mittlerweile, das wir nicht alles Bierernst nehmen. Ich kann mich nicht auf die Bühne stellen, Spaß haben, mich dann aber schwarz-weiss anmalen und Blut spucken. Das wäre für mich ein Widerspruch in sich. Es gibt soviele ernste Dinge im Leben, da ist es auch mal gut, wenn man über sich schmunzeln kann. Bei uns war das schon von Anfang an so, da gab es bei unserem zweiten Demo einen Song, der hieß "Das Reh". Das wird auch immer so sein. Es war aber nie unser Ziel, immer einen spaßigen Track pro Platte zu haben, wenn es passiert, dann passiert es", erzählt Dirk aus der Vergangenheit.
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