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Opeth - Auf natürliche Weise anders

Als sich Opeth 1995 mit ihrem extrem progressiven Death Metal das erste Mal aus dem schwedischen Metal-Underground meldeten, hätte sicherlich niemand Geld darauf verwettet, dass die Band sechszehn Jahre später ein auch im Mainstream wahrgenommener, mit internationalen Charterfolgen glänzender Act sein wird. Qualität setzt sich manchmal aber doch durch und Mut zu künstlerischer Freiheit und Eigenständigkeit wird belohnt. Statt aber jetzt das Erfolgsrezept weiter anzuwenden, gehen Opeth mit "Heritage" auf Risiko. Verschwunden sind die Metal-Anteile im Sound, stattdessen gibt es puren Progrock. Wir sprachen mit Schlagzeuger Martin Axenrot über das bewusste Nichterfüllen von Erwartungshaltungen.

Mikael Åkerfeldt, der alle Opeth-Songs schreibt, war es, der die neue Richtung im Sound vorgab, was aus Sicht von Martin aber keine große Überraschung war. "Es fühlte sich sehr natürlich an. Wir leben auf Tour sehr eng zusammen und haben da schon diskutiert, wie wir uns das neue Album vorstellen", erzählt er von den ersten Entstehungsschritten von "Heritage". "Wir sind auch oft gemeinsam Platten kaufen gegangen und haben uns in den letzten Jahren viel solche Musik angehört. Mehrmals die Woche treffen wir uns zum Badmintonspielen und ich glaube, Mikael spielte mir das erste Mal einen neuen Song im Auto vor auf dem Weg dahin. Er kam dann fast jede Woche mit einem neuen Song, den er mir auf dem Weg zum Badminton vorstellte."

Mikael hatte zunächst Songs geschrieben, die im Stile des Vorgängeralbums "Watershed" gehalten waren, diese aber verworfen, da sie sich nicht richtig gut anfühlten. Es war Zeit, die Dinge anders anzugehen. "Wir suchten eine Herausforderung für uns und die Hörer, denn mittlerweile gibt es viele Metal-Alben mit diesem Soundmix. Wir wollten daher kein weiteres Album im Stil von 'Watershed' machen. Auch wenn den Leuten das Ergebnis vielleicht nicht gefällt - es ist das Album, das wir machen wollten. Wir mussten es machen, auch wenn es keiner hören will", lacht Martin. Auf die Reaktion der Fans darf man aber sicher gespannt sein, denn natürlich geht man an das neue Album einer etablierten Band mit gewissen Erwartungshaltungen heran, an denen man die neue Musik misst und bewertet. "Es ist immer besser, irgendeine Reaktion zu haben als gar keine", meint Martin dazu und verweist auf die logische stilistische Entwicklung der Band hin zu den Klängen der neuen Scheibe. "Das neue Album ist von vielen Sachen beeinflusst, die auch schon die Musik von Opeth in den frühen Jahren inspiriert haben, wie beispielsweise Folk-Musik oder 70er-Jahre Rock. Das neue Album klingt anders, aber es ist eine natürliche Entwicklung und man kann immer noch hören, dass es sich um Opeth handelt."

Tatsächlich sind Mikaels Gesang, bestimmte Akkordfolgen und auch die Dramaturgie einiger Songs immer noch eindeutig als Opeth zu identifizieren - nur die Umsetzung hat sich geändert. "Die größten Unterschiede bestehen im Mix und in der Art und Weise wie wir aufgenommen haben", erklärt Martin. "Wir haben Drums und Bass live aufgenommen und es gibt auch keine Cuts - daher hat das Album so ein Live-Gefühl und es klingt auch ein wenig dreckig. Die Gitarren sind auch nicht so verzerrt wie früher. Das alles macht das Album sehr dynamisch in seinem Klang. Wir haben auch echte Orgeln und Mellotrons verwendet. Das sind die Unterschiede im Sound, aber es gibt auch Änderungen im Songwriting, denn sie Songs sind einfach kürzer."

Die Band will "Heritage" aber auch nicht als krampfhaften Versuch einer Neuorientierung verstanden wissen, sondern vielmehr als ganz natürlich Ausdruck der eigenen künstlerischen Vision. "Wenn du dich darauf konzentrierst, was Leute von dir erwarten, kann es sein, dass du Songs schreibst, die du eigentlich gar nicht schreiben willst. Ich denke wir haben es geschafft, uns darauf zu fokussieren, was wir wirklich machen wollen - und das war ein Album, das völlig anders ist als das, was erwartet wird. Hoffentlich gefällt es einigen Leuten", würde sich Martin bei aller internen Zufriedenheit auch über die Anerkennung der Fans freuen.

 

Wenn Mikael Songs schreibt, beschäftigt er sich nicht nur ausschließlich mit Melodie und Harmonie, sondern auch mit dem Rhythmus. So basiert beispielsweise der neue Song "The Lines In My Hand" auf einem Drumbeat. Wie sieht der hauptberufliche Drummer der Band diese Arbeitsweise? "Das rhythmische Element ist eine der großen Stärken von Mikael. Wenn er einen Song schreibt, denkt er viel über die Drums nach. Es wird aber nie zu kompliziert nur um kompliziert zu sein, sondern unterstützt immer die Melodie und den Groove des Songs. Wir haben dann etwa einen Monat im Proberaum gemeinsam an den Bass- und Schlagzeugspuren gearbeitet bis alles am richtigen Platz war." Dabei konnten die anderen Musiker in Opeth natürlich auch ihre eigene Handschrift einbringen, wie Martin erzählt. "Einige Sachen muss man schon so spielen, wie sie geschrieben wurden, denn es wäre ein ziemliches Durcheinander, wenn im Hintergrund zuviele Sachen passieren. Aber im Wesentlichen hat jeder in der Band die Freiheit, Dinge zu ändern - aber muss die Sache halt besser machen als die Demoversion. Aber dieses Album hat ein sehr persönliches Element insofern, als dass jeder das, was er spielt, sehr persönlich färben konnte. Es hat außerdem viel Spaß gemacht, die Songs live aufzunehmen, denn du spielst ganz anders, wenn du zusammen spielst. Wenn man seine Sachen für sich allein einspielt, kann man irgendwann verrückt werden."

Dass Mikael die treibende künstlerische Kraft bei Opeth ist, ist unbestritten und aus Martins Sicht auch die einzig richtige Art und Weise, wie die Band funktionieren kann. Eine Arbeitsweise, die in erster Linie auf Vertrauen in die Talente des jeweils anderen beruht. "Jeder in der Band hat viel Respekt für die Kunst des Songwritings. So sind wir auch alle der Meinung, dass Mikael die Musik schreiben sollte, denn er ist einfach der beste Songschreiber. Und diese Sicherheit, die wir mit seinem Songwriting haben, hat er mit unseren Fähigkeiten an den Instrumenten. Es fühlt sich auch einfach sehr natürlich an, mit jemandem zu arbeiten, der soviel über Musik und verschiedene Spielarten bescheid weiß. Er lässt uns dennoch alle diese Elemente auf unsere ganz eigene Weise erkunden und erschließen."

Martin liefert auf "Heritage" eine beachtliche Leistung ab und offenbart sein Talent für jazziges Schlagzeugspiel. Das überrascht schon, wenn man sich seinen Extrem-Metal-Background anschaut: Witchery, Bloodbath, Nifelheim, Satanic Slaughter. "Ich habe schon immer gern Deep Purple gehört und Ian Paice hat mich in meiner Jugend sehr beeinflusst. Als ich angefangen habe, Black und Death Metal zu spielen, hing das einfach auch damit zusammen, dass man diese ganzen Poprock satt hatte, der damals gespielt wurde, alles klang nach Bon Jovi und dergleichen. Man wollten seinen eigenen Sound erschaffen - und das ist vielleicht jazziger als Jazz", sieht Martin eine interessante Parallele. "Ich habe also immer sehr viele verschiedene Sachen gehört, nur der Ausdruck auf den Alben war halt sehr extrem. In gewisser Weise ist unser neues Album mehr Death Metal als viele Death-Metal-Scheiben. Man muss sich manchmal herausfordern, denn wenn man jedes Jahr das gleiche Album aufnimmt, wird es irgendwann langweilig. Wir haben uns auch einfach als Musiker weiterentwickelt, da wir viel auf Tour waren und viel miteinander gespielt haben. Das war glaube ich auch sehr wichtig für das neue Album."

Sind Opeth aber jetzt eine reine Progrock-Band, die ihre Wurzeln im Death Metal komplett und für alle Zeiten hinter sich gelassen hat? Martin ist ja da nicht so sicher: "Vielleicht ist das nächste Album ein Death-Metal-Album. Aber wir haben darüber natürlich noch gar nicht nachgedacht, denn wir werden die nächsten zwei Jahre auf Tour sein. Aber wenn du unsere Vergangenheit anschaust, denke ich, kann alles passieren. Wir können in jede Richtung gehen, in die wir wollen."


 

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Antal
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