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Der Sonntag sollte für mich mit Kodiak beginnen, doch schon hier tat sich die erste Verzögerung auf, weshalb die Band die Bühne erst 30 Minuten später betrat. Immerhin entschädigte die kraftvolle Show für die Wartezeit: Wenn Omega Massif schwer und brachial waren, dann fehlt es an passenden Beschreibungen für die ohrenbetäubende Performance von Kodiak. So langsam stellten sich Bedenken, ob der zu erwartenden Lautstärke von Sunn O))) ein ...
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Doch zunächst waren Her Name Is Calla an der Reihe. So langsam wird es wirklich schwer, angemessene Adjektive zu finden, denn die sympathischen Engländer übertrafen alle Erwartungen. Selten habe ich solch ein intensives Konzert erlebt. Das Set steigerte sich von einem Gipfel zum nächsten und bestach vor allem durch die markante Stimme des Sängers, der jede Sekunde mitzuleiden schien, und die begleitende Geige, sowie einer herausragenden Song-Auswahl ('Pour More Oil', 'River And Condor'). Diese Wirkung wurde noch von einer tollen Sternenhimmel-Beleuchtung unterstrichen. Völlig verdient wurde der Merchandise-Stand danach geradezu bestürmt und die Band mit Lob überschüttert. Nicht nur für mich der absolute Höhepunkt des diesjährigen Festivals.
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Tim Hecker und Hauschka wurde nur mit einem Ohr verfolgt und sprachen mich persönlich nicht sonderlich an. Die gefüllte Halle bei letzterem zeigte dagegen, dass Viele anderer Ansicht waren. Nach einer längeren Umbaupause und der Mitteilung, dass alle Besucher vor Sunn O))) die Halle verlassen müssen, damit diese ihren Soundcheck durchführen können, war es an der Zeit für das Hidden Orchestra.
Vielleicht lag es an der fortgeschrittenen Zeit, unter Umständen waren es die Ermüdungserscheinungen nach drei Tagen Festival, auf jeden Fall begegnete das Publikum dem verborgenen Orchester eher zurückhaltend - dabei war das Konzert der Engländer durchaus gelungen und bildete mit den abwechslungsreichen, fast fröhlichen Stücken nicht nur einen willkommenen Gegenpol zu der oft vorherrschenden schwermütigen Monotonie, sondern mit zwei Schlagzeugen auch ein ungewöhnliches Bühnenbild.
Danach war es also soweit: die amerikanische Drone-Legende sollte die Halle zum Beben bringen. Nunja, zumindest fast - zunächst musste der Konzertraum geräumt und der quälend lange Soundcheck abgewartet werden. Sollte sich jemand gefragt haben, was die Überschrift dieses Artikels zu bedeuten hat: Nachdem die begierige Meute wieder eingelassen wurd, gebannt auf die Bühne starrte und sich nach wie vor nichts tat, quittierte ein Besucher diese Situation mit dem trefflichen Kommentar "Wir wären dann soweit".
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Nach einer gefühlten halben Ewigkeit Wartezeit wurde die verdunkelte Halle mit Nebel gefüllt. Dann ertönte der markerschütternde Bass, der sich direkt in die Gedärme zu fressen schien. Nüchtern betrachtet hatte die erste Hälfte des Konzerts allerdings nicht mehr zu bieten als die monoton dröhnenden, wahnsinnig lauten Gitarren; die unglaubliche Intensität eines Sunn O))) Auftritts zeigte sich erst, sobald Attila (seines Zeichens unter anderem Sänger der BM-Band Mayhem) die Bühne betrat. Die schiere Stimmgewalt dieses Mannes ist unbeschreiblich: röchelnd, keifend oder auch nur sprechend erzeugt er eine undurchdringliche Soundkulisse in ohrenbetäubender Lautstärke, die jede Show zu einem unvergleichlichen Erlebnis macht - somit wurde das Denovali Swingfest 2011 würdig beendet und jeder konnte sich zufrieden zur Ruhe Betten, zumindest sobald der Tinnitus nachlies.
Fazit:
Das experimentelle Festival genießt einen einzigartigen Status in Deutschland und bietet außergewöhnlichen Bands eine Plattform, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt. Hinzu kommen die atmosphärisch perfekte Location mit großartigem Sound und der alles in allem reibungslose Ablauf. Die Tatsache, dass in der Halle selbst nichts Essbares verfügbar ist fällt in Anbetracht der exzellenten Lage kaum ins Gewicht. Wenn das zukünftige Line-Up auch nur halb so gut ausfällt, bleibt also nur zu sagen: Denovali Swingfest 2012 - Wir wären dann soweit!
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