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18. Oktober 2011, kurz nach 19 Uhr vor dem Berliner Magnet Club. Es regnet, es fröstelt, der Wind pfeift durch die Strassen. Genau die richtige Zeit, um sich ins Schwitzen bringen zu lassen. Da wird sich auch erst einmal nicht über die endlos scheinende Schlange vor der Tür beschwert, denn intensives Gruppenkuscheln erzeugt Wärme. Sehr schön. Jedoch, dazu neigt der Mensch nun mal, konnte dieses allgemeine Glücksgefühl nicht für immer anhalten. Der Einlass verzögerte sich. Er verzögerte sich noch mehr. Die Stimmung der wartenden Masse sank erschreckend schnell und zu hoffen blieb, dass das der Show keinen Abbruch tun würde. Irgendwann aber, begannen wir uns weiter in Richtung Venue zu bewegen, was doch ein wenig Euphorie aufkeimen liess. Ich befand mich, zeitgleich mit den ersten Tönen der Support-Band, im Magnet wieder.
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Yashin, so lautet hier der Name. Sie nur als Support zu sehen - eigentlich viel, viel zu schade. Leider konnten sich die jungen Schotten bei uns bisher noch nicht so wirklich an die Spitze kämpfen, aber dann dauert dies wohl einfach nur ein bisschen länger. Dass sie das noch schaffen werden, da kann man sich sicher sein, denn sie sind was sie sind: GUT! On stage haben Yashin eine einnehmende Präsenz und verdammt viel Ausstrahlung. Ihr verkürztes Set war so etwas wie ein Best-Of aus alt und neu. In sich sehr gut abgestimmt und überzeugend, nur irgendwie nicht wirklich vereinbar mit dem Stil des Main-Acts - Ein Drahtseilakt. Trotz dessen konnten sie das Publikum für sich gewinnen, mit einer Leichtigkeit, die kein übertriebenes Getue oder Gepose erfordert, sondern einzig und allein eine brilliante, energiegeladene Performance! Spätestens als Sänger Harry Radford sich direkt in die ersten Reihen vor der Bühne abseilte, um von dort aus 'Stand up' zum besten zu geben, spätestens das sollte der Moment gewesen sein, als genug Funken versprüht wurden, um auch noch die letzten Unentschlossenen mitzureissen. Der Tanz auf dem Drahtseil war also gelungen, die Menge bestens gelaunt und gut vorbereitet auf alles, was da noch kommen sollte. Erstmal war es aber an der Zeit sich gedanklich bei Yashin zu bedanken, waren sie so viel mehr als nur ein 'Zeitvertreib vor dem eigentlichen Spektakel'. Sie spielten, als wäre es allein ihr Abend und vorfreudig darf in Zukunft erwartet werden, dass sich diese Vorstellung in die Tat umsetzen wird.
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Was dann folgen sollte, war eine überraschend kurzweilige Umbaupause. Die Luft war bereits bedeutend stickiger geworden, was entweder am prall gefüllten Club, oder der Anspannung und Erwartung der Black Veil Brides Fans lag. Wahrscheinlich war es, wie so oft, beides. Vereinzeltes Gekreische, allgemeine Unruhe, schnell-nochmal-irgendwohin-hetzende Leute, denen ihr Zeitdruck ins Gesicht geschrieben stand. Niemand wollte jetzt gleich irgendwas verpassen. Und dann, wie aus dem nichts, wurde es dunkel...und still und wieder laut, ganz laut! Da standen sie also, die Black Veil Brides, die so ungeduldig erwartet wurden. Die unzähligen, eingefleischten Fans, die von Kopf bis Fuß auf ihre Band getrimmt waren, rasteten komplett aus. Unter peitschenden Gitarren, unterstützt von einer gesunden Portion mysteriösestem Nebel, so startete es. Frontmann Andy Six und seine Mannen stürzten sich, wie aus dem Ei gepellt, in das große Getose und boten von Anfang an eine Show, die sich sehen lassen konnte - passend zu ihrem, neuerdings eher 80s lastigen, Sound. Zeitweise war schleierhaft, ob man sich im hier und heute, irgendwo in der Vergangenheit, oder im Epizentrum eines Rock-Musicals befand. Doch genau das ist es, was diese Band ausmacht. Diese Typen spielen mit Klischees, bauschen sie auf und lieben die ihnen entgegengebrachten Reaktionen. Nicht zu vergessen ist nach wie vor, dass sie wirklich gute Songs auf Lager haben. Im Magnet spielten sie viel vom aktuellen Album 'Set The World On Fire', doch die großen Erfolge ihres Vorgängers 'We Stitch These Wounds' wurden deshalb nicht ausser Acht gelassen. Und obendrein kamen alle in den Genuss eines tatsächlich echt genialen 'Rebel Yell' Covers. Alles ging und alles machte Spaß, während die Band sich gekonnt in Szene setzte, untereinander und mit ausgewählten Fans auf Tuchfühlung ging. Das gesamte Set wurde mit soviel Power durchgeschmettert, dass es wirklich keine Schweisstropfen mehr zu missen gab. Leider verabschiedete sich die Band dann so abrupt, wie sie begann, ließ aber eine Menge glücklich-zufrieden grinsender Gesichter zurück.
Ein kontrastreiches Abendprogramm - für restlos alle Sinne - war vorüber. Mission geglückt!
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