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Das wohl größte Alleinstellungsmerkmal von I Like Trains ist die Art, ihre Songs zu schreiben. Auf dem ersten Album 'Elegies To Lessons Learnt' fanden sich elf Kurzgeschichten aus der Vergangenheit wieder: 'Einer der ersten historischen Songs handelt von Captain Scott, der eine Antarktik Mission in den Sand setzte. Für uns Briten ist das eine sehr berühmte Geschichte, diese Erzählung eines geradezu heroischen Fehlschlags. Unsere Generation vergisst solche Geschichten leicht, deshalb wollte ich darüber schreiben und ihr so wieder etwas Leben einhauchen.' Daraus ergibt sich auch, warum David Martin nicht über Personen der aktuellen Zeitgeschichte schreiben möchte: 'Ich habe diese Charaktere auch deshalb gewählt, weil sie aus so lange vergangener Zeit stammen. Ich will niemanden angreifen, indem ich ihm irgendwelche Worte in den Mund lege - außerdem können diejenigen, die noch leben, ihre eigene Geschichte erzählen.'
Entgegen den meisten Musikern machen I Like Trains nicht sich selbst und ihre persönlichen Geschichten zum Inhalt ihrer Songs, sondern die der anderen. Zum einen vermeiden sie so, über privates zu sprechen - ein weiterer Grund warum sie sich für diese Methode entschieden haben, ist jedoch ein ganz simpler: 'Ich denke schon, dass ich versuche zu vermeiden, über mich selbst zu sprechen. Ich frage mich, was ein Psychologe dazu sagen würde - ich kam damit noch nie besonders gut klar. Also schreibe ich in Charakteren. Aber das mache ich auch, weil mir mein eigenes Leben nicht besonders spannend vorkommt. So viele Musiker erzählen davon, wie schwer ihr Leben doch ist - das stimmt doch aber gar nicht wirklich. Wir wollten etwas anderes machen, einen anderen Blickwinkel mit einbringen und uns selbst ein wenig herausfordern.'
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Was sich außer den kleinen historischen Wiederaufarbeitungen durch die Songs von I Like Trains zieht, ist die düstere Seite der Gefühlswelt: schwermütig und tragisch sind die Lyrics, getragen werden die traurigen Geschichten von dunklen Drums, erzählerischen Piano- und Gitarrenmelodien und dem betrübten Bariton Martins. Der Hang zum Traurigen ist für den Sänger selbst nicht so einfach zu erklären: 'Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich denke, wir machen traurige Musik, weil es die ist, die wir auch selbst am liebsten mögen. Manchmal setzt man sich mit etwas auseinander, mit dem man im realen Leben vielleicht nicht so gerne in Kontakt kommen möchte. Auch in der Vergangenheit gab es viele großartige Künstler, die ein wenig instabil waren. Sie haben schwere Zeiten durchgemacht, und um bestimmte Dinge gut ausdrücken zu können, muss man sie vielleicht selbst erlebt haben. Das würde ich aber nicht auf mich beziehen, ich habe ein ziemlich angenehmes Leben. Ich versuche mich einfach, in andere Personen hineinzuversetzen, die vielleicht interessantere Dinge erleben als ich. Oder ich schreibe über das, was mich beunruhigt, wie zum Beispiel den Klimawandel, um den es auf unserem aktuellen Album geht.' Das Album von dem Martin spricht wurde bereits vor einem Jahr veröffentlicht und trägt den Titel 'He Who Saw The Deep'. Hier gehen I Like Trains wesentlich subtiler vor - dass es um den Klimawandel und die zunehmende Verunreinigung unserer Erde geht, ist nicht unbedingt aus den Songs herauszulesen - auch dafür hat Martin jedoch eine gute Erklärung: 'Ich wollte niemanden belehren, den Leuten nicht vorschreiben, wie sie ihr Leben zu leben haben. Ich wollte nur versuchen, auf etwas aufmerksam zu machen, was mich sehr beschäftigt. Außerdem ist es bei einem solchen Thema sehr schwer, es gut rüberzubringen, ohne in Slogans zu schreiben. Das klingt nicht wirklich schön. Im Punk wurde das teilweise gemacht, aber ich bin da nicht so direkt.'
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