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'CMT: Die Urlaubs-Messe Stuttgart' pragt in großen Lettern über dem Eingang zu den Stuttgarter Messehallen. In gut einem Monat soll die Urlaubs-Messe losgehen. Und die Zeit bis dahin brauchen die Betreiber des Geländes wohl auch, um hier erstmal wieder klar Schiff zu machen, möchte man als BesucherIn in dieser Nacht denken. Denn heute tümmeln sich hier lauter bunte Gestalten, um die Nacht auf dem SEMF durchzutanzen. In den Weiten der drei überdimensionalen Areas wirkt das Publikum allerdings schnell verschwindend klein - obwohl viele BesucherInnen gekommen sind. Die Plätze vor den Bühnen sind bevölkert von sich bewegender Meute, während aber dahinter gähnende Leere herrscht. Zwar ist es angenehm, dass man problemlos von einer zur anderen Bühne laufen kann. Doch intensive Atmosphäre kann sich in diesem Szenario nur schwerlich entfalten. Natürlich könnte diese Weitläufigkeit auch irgendwie zur Kulisse gehören und Industrie-Lagerhallen-Stimmung vermitteln. Aber dazu ist dann doch alles zu prunkvoll ausgestattet. Und so wirkt das Ambiente, als ob etwas Großes geplant war, aber zu wenige gekommen sind - wahrscheinlich aber kann man diese Hallen gar nicht proppevoll mit Menschen bekommen, wenn nicht gerade Coldplay auftreten.
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Und da Modeselektor bekanntlich nicht Coldplay sind, ist Halle 1 zur besten Bühnen-Zeit nachts um zwölf halb leer - obwohl tatsächlich eine Masse von Leuten gekommen ist. Der trostlose Eindruck einer halb leeren Halle zerstreut sich dann nach dem Hereinkommen schnell, wenn man sich einmal unter den Pulk des Publikums gemischt hat. Das Gefühl, dass hier alles eine Nummer zu groß ist, wird man aber auch vor der Bühne nicht los. Besagte Bühne nämlich ist viel zu breit angelegt, sodass Modeselektor wie zwei kleine verlassene Männchen an ihren Pulten stehen. Neben ihnen flackern Artwork-Motive ihres aktuellen Albums 'Monkeytown' über eine eigentlich recht große Leinwand, deren Bildgröße bei der Breite der Bühne aber eher die eines Tageslichtprojektors zu haben scheint. Schräg dahinter steht skurrilerweise eine lange Theke, von der man unten aus dem Zuschauerraum nicht erahnen kann, was sie dort soll. Weil sich Leute drumherum sammeln, kann sie nicht ganz zwecklos sein. Aber wie sie beim Auf-die-Bühne-Gucken im Augenwinkel immer wieder auftaucht, lenkt trotzdem vom eigentlichen Geschehen ab. Und wenn die ZuschauerInnen die Blicke stattdessen durch die Luft schweifen lassen und ein wenig geistesabwesend tanzen möchten, fällt das auch schwer. Denn wenn man nicht ziemlich genau mittig vor der Bühne steht, hört man den Hall der seitlichen Boxen, der immer ein wenig verzögert der Haupt-Tonspur hinterher humpelt.
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Für all das können Modeselektor natürlich nichts. Sie liefern eine gute, energiereiche Show ab, die in dieser zweifelhaften Location unauffälliger wirkt als sie ist. Den Hauptteil des Sets bilden die Live-Versionen der Songs ihres aktuellen, dritten Albums 'Monkeytown'. Dass es sich hier um ein Konzert und nicht, wie bei vielen anderen Acts der Nacht, um ein DJ-Set handelt, wird deutlich an einigen Pausen zwischen den Songs, wo DJs Übergänge gebaut hätten. Modeselektor aber geben dem Publikum Zeit, zwischendurch zu applaudieren, und sich selbst die Möglichkeit, Danke zu sagen - und zwar mit hoch- oder runtergepitchter Stimme. Highlight der Show ist der plötzliche Auftritt eines riesigen, leuchtenden Tänzers aus Drahtgestell. Einige Männer, die bedeutend kleiner sind als der übergroße Tänzer, schieben ihn und bewegen seine Gliedmaßen mit langen Stäben im Takt. So schleicht das strahlende Monstrum geschmeidig durch die Halle - und zum ersten Mal während dieses Konzerts hat das Publikum ein Show-Element gefunden, auf das es sich konzentrieren kann, ohne dass eine Widrigkeit der Location ihm einen Strich durch die Rechnung macht.
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