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Nils Petter Molvær - 90 Prozent Improvisation auf der Bühne

Beinahe nach Post-Rock klang das Konzert, das der Jazz-Trompeter Nils Petter Molvær mit seinen zwei Gastmusikern am 2. Dezember 2011 im 'K3N' in Nürtingen gegeben hat. Danach haben wir uns mit ihm unterhalten und herausgefunden, dass der Großteil des Konzerts vollkommen improvisiert war. Im Interview erklärt Nils Petter Molvær, was seine Alben mit Postkarten gemeinsam haben, wieso er nur improvisierte Konzerte spielen möchte und wie es überhaupt funktioniert, dass seine zwei Kollegen und er dabei nicht aneinander vorbei spielen.

Voller Freude macht Nils Petter Molvær auf der Bühne seine Stücke kaputt. Das tut er nicht aus Versehen, sondern mit Absicht. Deswegen benennt er diesen Prozess auch nicht mit dem negativ belasteten Ausdruck 'kaputtmachen', sondern sagt lieber 'dekonstruieren'. So wie er und seine zwei Gastmusiker die Stücke auf der Bühne präsentieren, haben sie nicht mehr viel gemeinsam mit den Aufnahmen auf dem Album. Das fänd Nils Petter Molvær nämlich langweilig: 'Die Leute haben ja das Album. Warum sollten wir also das Album spielen? Das können sie ja auch zu Hause hören.' Und auch er selbst hängt nicht an den Albumaufnahmen: 'Das Album ist für mich wie eine Postkarte. Es zeigt, wo wir im Moment der Aufnahme gerade sind.' Und sobald die Musiker dann zu den Konzerten aufbrechen, schreiben sie von dort aus jeden Abend eine neue Postkarte: 'Auf Tour fragen wir uns: 'In wie vielen verschiedenen Weisen können wir dieses Stück verändern? Wie können wir es zum Beispiel in verschiedenen Geschwingkeiten spielen?' Es geht mehr darum, das Potenzial der Stücke zu suchen und herauszufinden.' Wenn ihm die Albumversion eines Stückes gefällt, ist das für Nils Petter Molvær also nicht Grund dafür, dieses Stück auf der Bühne genauso zu spielen, sondern Anreiz, es noch weiter zu verbessern. Missen möchte er seine Alben aber nicht: 'Ich mag den Prozess, etwas zu kreieren. Ein Album zu kreieren, ist viel Arbeit und es sind so viele Emotionen darin involviert. Wenn es fertig ist und ich glücklich mit dem Ergebnis bin, ist das wunderschön.' Dann fügt er hinzu: Und es ist mein Job.' Denn Geld verdienen muss Nils Petter Molvær schließlich auch irgendwie.

 

90 Prozent eines Konzerts von Nils Petter Molvær bestehen aus Improvisation. Eine andere Herangehensweise kann er sich für seine Musik auch gar nicht vorstellen: 'Es war immer so und für mich muss es so sein. Es gibt viel Freiraum. Wir müssen Verantwortung übernehmen, auf der Bühne etwas zu erschaffen. Sonst wird es dasselbe jeden Abend und damit sehr langweilig. Ich mag diese Meditation, mit dem Fluss zu gehen.' Nur drei, vier Absprachen trifft er vor Beginn mit seinen Mitmusikern. Und auch diese Absprachen sind nur sehr vage gefasst, wie Nils Petter Molvær am Beispiel des heutigen Konzerts erklärt: 'Heute war die erste halbe Stunde vollkommen offen. Dann haben wir einen Song gespielt, der sich jeden Abend verändert. Dafür gibt es eine Art Rahmen, aber was wir innerhalb dieses Rahmens machen, ist immer unterschiedlich. Darin steckt die Improvisation und die Interaktion, die für mich sehr wichtig ist. Wie lang die offene Improvisation vor dem ersten Fixpunkt des Abends dauert, hat Nils Petter Molvær nicht festgelegt. Er rechnet auf der Bühne nicht in Zeit, sondern in der Musik. Wenn seine Musiker und er spüren, dass ein improvisiertes Stück nun sein Ende erreicht hat, hören sie auf. Das kann nach 20 Minuten sein oder auch erst nach 45 Minuten. Abstimmen können sich die Musiker darüber intuitiv. Sie sprechen nicht und geben sich meistens auch keine Zeichen, sondern spielen einfach und reagieren dabei aufeinander.

Wie sich die Improvisation auf der Bühne entwickelt, hängt auch ganz stark an Nils Petter Molvears beiden Gastmusikern: Stian Westerhus an der Gitarre und Erland Dahlen am Schlagzeug. Mit diversen Effekten sorgen sie dafür, dass es hinter der Trompete von Nils Petter Molvær immer klingt, als wäre dort eine riesige Band am Werke. Diese variantenreiche Spielfreude ist es auch, was Nils Petter Molvær so an ihnen schätzt. Er erzählt eine Anekdote von seinem Schlagzeuger, die das unterstreicht: 'Er hat sich heute so einen kleinen Taschen-Ventilator gekauft und dann damit beim Konzert auf den Becken gespielt.' Diese Begeisterung für Experimente weist Nils Petter Molvær in keine Schranken - das hat er schon beim Album, das er gemeinsam mit den beiden aufgenommen hat, nicht getan: 'Ich erkläre nur sehr abstrakt, wie ich es gerne haben möchte. Dann diskutieren wir das ein bisschen. Und in diesem Rahmen ist es sehr frei.' Nils Petter Molvær möchte nämlich von den Ideen seiner Kollegen profitieren, statt alles vorzuschreiben: 'Ich bitte andere Musiker, mit mir zu spielen, weil sie sind, wer sie sind. Ich möchte ihnen viel Freiraum geben. Es ist wichtiger, mit wem ich zusammen spiele, als die Musik zu schreiben.'

Viele Termine zur Probe brauchen Nils Petter Molvær und seine Band also nicht. Sie treffen sich einige Male, stimmen sich ein wenig ab und probieren einige Dinge aus. Aber 'Probe' kann man das nicht nennen, findet Nils Petter Molvær: 'Wir proben eigentlich auf der Bühne.' Für dieses Jahr hat Nils Petter Molvær aber einen Plan gefasst, der ihn zu einer etwas anderen Arbeitsweise zwingt: 'Wir werden im Sommer auf einigen Rock-Festivals spielen. Dafür proben wir dann auch richtig und spielen ein Rock'n'Roll-Set. Aber selbst da wird es nicht immer dasselbe sein.' Selbst bei Auftritten auf Festivals findet Nils Petter Molvær also noch genug Ansatzpunkte, um seine Stücke gebührend auseinander zu nehmen.


 

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maximilian
© 02/2012 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Nils Petter Molvær

Homepage:
- Nils Petter Molvær - offizielle Website
- Nils Petter Molvær - MySpace-Profil

Artikel:
- Nils Petter Molvær - 90 Prozent Improvisation auf der Bühne

Rezensionen:
- Baboon Moon


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