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Der reguläre Teil des Konzerts ist vorbei, die Musiker verlassen die Bühne, das Publikum wünscht sich begeistert eine Zugabe. Doch Explosions In The Sky kommen nicht zurück auf die Bühne. Das ist heute Abend in Stuttgart so - und das ist an jedem anderen Abend auch so. Es liegt nicht daran, dass Explosions In The Sky dem Publikum den Wunsch nicht erfüllen möchten - sondern es liegt am Konzept ihrer Konzerte, erklärt Gitarrist Munaf Rayani: 'Die Idee dahinter ist, ein großes Stück zu spielen, sodass sich die Songs miteinander verbinden. Das ist etwas, was wir schon früh in unserer Bandgeschichte begonnen haben, weil wir oft gefürchtet haben, dass wir einen Song beenden und niemand klatschen würde. Das wäre ein bisschen komisch. Deswegen haben wir angefangen, die Musik die ganze Zeit durchlaufen zu lassen bis ganz zum Schluss. Und wenn wir dann aufhören, dann weiß man: Okay, jetzt ist es vorbei!' Besondere Ansprüche an die ZuschauerInnen, wie diese sich während dieses großen Stücks verhalten sollten, haben Explosions In The Sky nicht. Ihnen ist alles recht: 'Es ist schön, wenn Leute klatschen, wenn sie zum Beispiel den Song erkennen. Aber es ist auch kein Problem, wenn es die ganze Zeit ruhig ist, weil das zeigt, dass sie wirklich jeder Note, jedem Geräusch und jeder Bewegung ihre Aufmerksamkeit widmen. Das ist auch sehr besonders.' Die Übergänge von einem Song zum nächsten entstehen erst auf der Bühne. Dort improvisieren Explosions In The Sky. Dass die Übergänge nie zur Routine werden, ist der Band wichtig. Deswegen haben sie gegen die Routine auch ein Rezept: 'Weil wir versuchen, die Setlist jeden Abend zu verändern, verändern sich auch die Übergänge.' Diese Abwechslung ist garantiert, weil jeden Abend ein anderes Bandmitglied beim Schreiben der Setlist den Ton angeben darf. 'Wir sitzen über einer Liste von Songs und fragen: 'Welchen willst Du spielen?' Und an manchen Tagen ist es meine Wahl, manchmal Marks (Smith, Gitarre) Wahl, Chris' (Hrasky, Schlagzeuger) Wahl, Michaels (James, Bassist) Wahl. Aber jeden Tag diskutieren wir das und müssen uns einigen.'
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Beim Schreiben der Stücke im Proberaum kann diese Gleichstellung aller Bandmitglieder ein ziemliches Problem werden. Weil niemand die alleinige Entscheidungsmacht hat, diskutieren sie alles aus - und das dauert: 'Wir sind zu viert in der Band und für uns gibt es keinen Frontmann, wir sind alle gleichgestellt. Deswegen müssen wir alle vier mit einer Melodie oder einem Song zufrieden sein. Und das ist manchmal schwierig.' Das haben sie besonders während des Entstehungsprozesses ihres aktuellen Albums namens 'Take Care, Take Care, Take Care' bemerkt. Irgendwann ging es einfach nicht mehr weiter, erinnert sich Munaf Rayani: 'Wir haben geschrieben, geschrieben und geschrieben, bis wir irgendwann auf eine Sackgasse gestoßen und stehen geblieben sind. Und dann haben wir entschieden: 'Okay, wir fordern es gerade zu sehr heraus. Lasst es uns also erlauben, Abstand davon zu nehmen.' Es hatte nichts mit unserer Freundschaft oder mit irgendeiner Art von menschlichem Konflikt zu tun - die Musik war einfach schwieriger zu erreichen. Also haben wir alles andere gemacht: Wir sind Abendessen gegangen, haben Filme geschaut, Zeit mit unseren Familien verbracht - und ungefähr einen Monat später haben wir dann entschieden: 'Okay, es ist Zeit, wieder zu spielen.' Und dann begann es. Wir waren alle voller Eifer und Begierde, wieder über Musik zu diskutieren und Musik zu spielen. Wir sind zurück in den Proberaum gegangen. Eine Melodie wurde zu einem Song, der zu einem anderen Song wurde, der zum Album wurde. Es war toll, dass die Tür geöffnet war.' Diese Auszeit hat ihnen die Gehörgänge frei gemacht, sodass sie danach ihre Demos wieder aus der Schublade holen und mit neuen Ideen daran weiterarbeiten konnten: 'Als wir die Demos dann wieder gehört haben, haben wir festgestellt: 'Oh, wir haben diese Melodie vorher in die falsche Richtung fortgeführt.'
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