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Wer sich vor dem Konzert ein wenig tiefgehender über die Bands informiert hat, darf sich wundern: Die erste Band des Abends ist gleichzeitig die Älteste... Dementsprechend routiniert meistern die Franzosen von LONEWOLF ihren Auftritt als Mobilisatoren der Massen. Mit einem von Anfang an guten Draht zum noch sehr spärlich besetzten Publikum tun sie Alles, um die Feierlaune gleich zum Anfang des Abends auf ein hohes Niveau zu katapultieren - und haben zum Ende ihres Auftrittes die vordere Hälfte des Publikums fest im Griff.
Doch Power-Metaller sind entweder faul - oder wollen immer wieder aufs Neue gewonnen werden. Als STORMWARRIOR zum Angriff blasen, steht der große Teil des Publikums maximal kopfnickend im Raum, und bis auf den deutlich dichter besetzten Teil direkt vor der Bühne, scheint der Sonnenuntergang im angrenzenden Biergarten noch immer Löcher in die Mengen der Fans zu reißen. Aber auch diese Band ist schon fast 15 Jahre im Business und weiß, was zu tun ist: Mit humorvollen Ansagen und Fangfragen wie: "Mögt ihr eigentlich Heavy-Metal?" gewinnt Sänger Lars dann doch die ungeteilte Aufmerskamkeit des Publikums, welches sich langsam aber sicher verdichtet. Pünktlich um halb Neun (?!) sind STORMWARRIOR dann fertig und wünschen viel Spaß mit Mystic Prophecy und Powerwolf.
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Dass der Auftritt einer Band mit einem 'Kopfhörer(!)'-Sprechchor seitens des Publikums beginnt, habe ich bis jetzt eher selten erlebt. Doch genau so scheint der eingefleischte MYSTIC PROPHECY -Fan den Drummer Claudio Sisto zu begrüßen. Dieser kommt der Aufforderung auch prompt nach, setzt seine Monitore auf und trommelt sofort los: 'Eyes of the Devil' heißt das Eröffnungslied. Mit viel Gegenlicht, Stroboskopen und einem überirdischen Lautstärkepegel, der dafür sorgt, dass Doublebase, Bass und Rhythmusguitarre zu einem göttlichen Brei verschmelzen, unterstützt nun auch die Technik den Sänger Roberto und seine Jungs darin, die Fans auf ein Neues aus ihrer biertrinkenden Starre zu befreien. Mit sticheligen Ansagen, wie: "Ich hab gehört, der Metal ist tot in Berlin..." und unzähligen anderen Motivationsversuchen der hinteren Reihen, gelingt es dann immerhin zum vorletzten Song, die komplette Menge zu begeistern.
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Es folgt der totale Bruch. Und der aufmerksame Zuschauer merkt, dass die meisten anwesenden Fans anscheinend nur für eine Band hier sind: Sobald Roel van Helden das Schlagzeugpodest betritt, bricht das nun dicht gedrängte Publikum in ein Gebrüll aus, dass sich hören lässt. Mit dem Betreten, des weihrauchschwingenden Attila und seinen Bandkollegen ist dann alles zu Spät und die Menge tobt zu 'Sanctified with Dynamite' Es folgt eine beispiellose Bühnenshow in Nebel und Rotlicht, die in ihrer Heiligkeit nur von den Ansagen Attilas unterbrochen wird, der den Humor offensichtlich mit Löffeln gefressen hat. So widmet er den Titel 'Catholic in the Morning, Satanist at Night' dem Papst, der ja gerade in Mexiko unterwegs war und lässt erst dann zu 'Ressurection by Erection' aufspielen, als wirklich jeder im Publikum (selbst die weibliche Teilmenge) durch lautes Geschrei zugibt, heute Morgen eine 'riesige Latte' gehabt zu haben. Es folgt ein Singalong nach dem Nächsten und zu 'Werewolfs of Armenia' bekommt das Publikum sogar Gesangsunterricht: "Nicht Haaaaaah, sondern Ha!" Nach knappen zwei Stunden Spielzeit und einem Drumsolo-Intermezzo ist dann um halb 12 Schicht im Schacht, was für einen Samstag doch etwas verwunderlich ist.
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FAZIT
Auch wenn die drei Vorbands des Abends, durch die Dauer des 'Vorspiels' und dem daraus resultierenden Auf und Ab der Stimmung im Publikum vielleicht ein wenig zuviel des Guten
waren und man das Konzert aufgrund des frühen Endes ruhig etwas später hätte anfangen können, kann ich getrost sagen, dass alle abwesenden Jünger des Power-Metal wirklich etwas verpasst haben! Denn, auch wenn die drei Vorbands alle mehr oder weniger gleich klangen, werden mir die anwesenden Gäste Recht geben, wenn ich sage, dass das Feeling bei einem Powerwolf-Konzert einfach zu episch ist, um es gebührend in einem Konzertbericht zu beschreiben – selbst wenn ich mir größte Mühe gebe...
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