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Gitarre, Bass, Schlagzeug. Manchen reicht das. Einige nehmen vielleicht noch ein Keyboard dazu. Bei Fanfarlo würde damit immer noch so einiges fehlen. Namentlich ein zweites Keyboard, eine Drum-Machine, eine Trompete, eine Geige, ein Saxophon, ein Tamburin. Und noch ein paar kleinere Sachen: Effektgeräte, Rasseln, vielleicht eine Art rundes Blechrohr, das einem alten Briefkasten ähnelt. Auch mit sowas kann man ja Krach machen. Und so tauchen die Londoner wie auf dem neuen Album 'Rooms Filled With Light' ohne ein unnötiges Wort zu verlieren in eine verzerrt-hysterische, imposante und erfüllende Klangwelt namens 'Replicate' ab.
'We‘re the mainact. We‘re Fanfarlo, come closer!' - begrüßt Cathy ihre Zuhörer für den heutigen Abend. Verwechslung dürfte aufgrund des ersten Songs zwar nicht mehr aufkommen, doch die Vorband hat es leider nicht rechtzeitig in den Postbahnhof geschafft, und so sieht sich das Quintett einem noch etwas zurückhaltenden Publikum entgegen. Songs wie 'Feather' oder 'Shiny Things' sind jedoch nicht nur auf ihrem 'new baby', wie Fanfarlo ihr neuestes Werk liebevoll nennen, sondern auch live ein Genuss, und so findet man sich fast ohne es zu merken kurze Zeit später in einem Sog aus elektronischen Wellen und eingängigem Gesang wieder. Genauso beeindruckend wie das vielfältige Instrumentarium ist nämlich die stimmliche Varianz, die nicht zuletzt dadurch zu Stande kommt, dass ganze fünf der fünf Bandmitglieder regelmäßig zum Mikro greifen.
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Gut gelaunt und locker geben sich die Musiker auch zwischen den Songs und erzählen ein bisschen von ihrem Tag: 'Berlin is really great, I think it even could be my new favorite city!' Jubel im Publikum, doch die einzige Dame der Band bleibt skeptisch: 'I don‘t know. I was walking around this afternoon and someone just shouted ,Tourist!‘ at me.' - 'Really? And what did you do?' - 'I just said ,No man, I‘m on a fucking business trip!‘'
Die wunderschöne Zugabe mit dem schwelgerischen 'Tunguska' und dem hoffnungsvollen 'Bones' sollte eigentlich den Abschluss bilden, doch als sich die Uhrzeiger langsam der Grenze zur Ruhestörung nähern, wollen Fanfarlo gar nicht mehr gehen. Nur noch eben den Ausfall der Vorband wieder gut machen. 'This is so much fun, I don‘t want to leave just yet. I think we‘re going to play one more song for you.' Alles Schöne hat ein Ende, und zum Schluss lassen Fanfarlo noch einmal - ganz metaphorisch natürlich - die Wände einstürzen: Mit 'The Walls Are Coming Down' verabschieden sich die inzwischen schon gut mit Whiskey getränkten Musiker von der Bühne und liefern damit den perfekten Ohrwurm für den nach-Hause-Weg.
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