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Das Wetter wollte nicht so wirklich zum kommenden Auftritt von Bohren & der Club of Gore in der Desi zu Nürnberg passen. Viel zu ausgiebig spendete die Sonne ihr Licht, um die Hörer in die richtige Stimmung für den Düsterschleicher-Jazz der NRWler einzustimmen.
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Wobei sich dennoch genug Anhänger versammelten, um die rare Bestuhlung zur Mangelware zu erheben und mindestens die Hälfte der Anwesenden zu einem Standkonzert zu verdammen. Prall gefüllt mit Zuschauern und getaucht in schummriges Licht war in der Desi dann auch der Sonnenschein schnell vergessen, der einer steigenden Vorfreude auf das kommende Ereignis wich. Dieses kam allerdings nicht allzu schnell, da sich die drei Herren gehörig Zeit ließen, um die Bühne zu entern. Aber lieber gekonnte Stille, als eine unpassende Vorband.
Letzen Endes war sowieso jegliche Zeitschinderei vergessen und vergeben, als der Club in das spärliche Licht der drei Scheinwerfer-Spots trat und loslegte. Die Atmosphäre des kleinen Raumes wurde sofort zum fassen dicht und verfestige sich mit jedem Ton des schleppenden Jazz. Bass, Synthesizer, Gitarre und der gelungene Einsatz des Saxophons – mehr braucht es nicht, um Gänsehaut zu erschaffen. Und von dieser wurde gerne und reichlich verteilt. Dazu trug nicht zuletzt der tolle Sound bei, durch den die Musik nichts an ihrer Kraft verlor und locker mit jeder Studio-Aufnahme mithalten konnte.
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Und auch die Setlist konnte vollauf überzeugen. Geboten wurde ein bunter Strauß aus 24 Jahren Band-Geschichte, wobei der Fokus doch hauptsächlich auf den neueren Veröffentlichungen lag. Das freute das Fan-Herz, da die moderneren Stücke doch etwas mehr Ausgeglichenheit und kompositorische Raffinesse beweisen. "Still am Tresen", "Zombies Never Die" und "Constant Fear" waren nur einige der heiß ersehnten Gassenhauer.
Wären dies schon die Zutaten für einen unvergesslichen Abend, war es aber doch wohl eine Sache, die jeden Zuschauer mit einem Lächeln ins Bettchen steigen lies. Die Zwischenansagen der Band konnte man nur als absolut gelungen und von vorzüglichem Humor bezeichnen. So wurden Flirt-Anekdoten wie "Nüchtern zu schüchtern, besoffen zu offen" zum Besten gegeben und immer wieder die Location und das Publikum gelobt. Letztendlich führten diese passenden Umstände auch zu einer Zugabe, wobei sich nach eigener Aussage "die Spielfreude ansonsten in Grenzen hält". Mit dem Titelstück der letzten Veröffentlichung "Beileid" wurde das Publikum am Ende völlig gesättigt und beglückt in die Nacht entlassen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Herren selbst einmal zu Gemüte führen.
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