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Nun könnte man den Album-Titel 'Do Nothing' ja als resignierende Aufforderung an den Hörer verstehen. Ein Tribut an die Faulheit soll er aber nicht sein, sagt Sänger Jet Baker, sondern vielmehr an die Vorbilder von The Specials: 'Es ist der Name eines Speacials-Songs. Wir haben ja mit Roddie zusammen am Album gearbeitet und ihn einfach gefragt, ob wir den Titel übernehmen dürfen. Er reflektiert ganz gut den Zustand der britischen Musikindustrie. Da tun eine Menge Leute einfach mal nichts.'
Gegen einen Chill-out hin und wieder hat natürlich auch Jet nichts einzuwenden. Als faul will er sich aber nicht bezeichnen: 'Manchmal bin ich auch faul, klar. Aber als Band sind wir sehr aktiv, arbeiten hart und touren viel. Wir spielen echt gern live. Letztens sind wir nur für zwei Gigs von London nach Berlin gefahren. Das ist definitiv nicht Nichts-tun.'
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Arbeit steckt hörbar auch im neuen Album. Da hat sich was weiterentwickelt im Buster Shuffle-Songwriting. Vom altbewährten Ska a lá Madness hat sich die Band in groovigere, rockigere Gefilde begeben. Das ist einerseits den neuen Mitgliedern zu verdanken - Pete Oag als zweiter Keyboarder und den beiden Background-Sängerinnen Carrie und Debz. Vor allem aber konnte die Band diesmal über viel mehr Möglichkeiten verfügen, die ihr ein professionelles Tonstudio bot. Das war eine ganz andere Erfahrung als noch beim Debüt 'Our Night Out', erklärt Jet: 'Das haben wir ja in unserem Haus aufgenommen. Das war ein DIY-Projekt, das gut geklappt hat. Oder auch nicht, haha. Man hört ja darauf, wie Leute ins Zimmer kommen, draußen eine Sirene heult oder der Postbote klopft.'
Das hatte Charme und war authentisch. Und erfolgreich genug, um Buster Shuffle nun ein professionelleres Umfeld zu ermöglichen. Neben Roddie Radiation hat auch Ian Catskilkin von Art Brut für 'Do Nothing' seinen Sachverstand mit eingebracht. 'Wir haben uns für das zweite Album mehr Zeit genommen', erzählt Jet, 'und es ist toll, gute und authentische Instrumente nutzen zu können, wie eine Hammond-Orgel und echt gute Pop-Pianos. Sicher klingt das neue Album produzierter. Aber wir wollten auch keine zwei identischen Alben abliefern. Man muss sich ja weiterentwickeln. Trotzdem hat es noch sehr deutlich seine Ska-Roots.'
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Dazu gehört Jets fröhlich-hüpfendes Pianospiel. Da kommt man schnell mal ins Tanzen. Greift das noch auf die Bandmitglieder über? Ob die Aufnahmen im Studio so ausgelassen ablaufen, wie die Melodien es mitunter vermuten lassen, hängt stark davon ab, wieviel dabei getrunken wird, lacht Jet. 'Es kann schonmal dazu kommen. Manchmal hast du gut was getrunken, nimmst was auf und denkst, es ist großartig. Dann hörst du es dir nochmal an und merkst, dass es einfach Scheiße ist.' Dafür weiß Kontrabasser Popeye D. ein Rezept: 'Der Trick ist, noch betrunken zu sein, wenn du es dir nochmal anhörst.'
Von solchen spontanen Partys abgesehen sind Buster Shuffle aber mit Ernst bei der Sache und haben von Bandgründung an zielstrebig an ihrem Erfolg gearbeitet. In Deutschland hat sie schon mit 'Our Night Out' das Label People Like You in seine Familie aufgenommen und sie 2010 prompt mit den Broilers auf Tour geschickt. Ska läuft gut auf dem Kontinent, mitunter besser als in ihrer Heimat Großbritannien, meint Jet: 'The Specials oder Madness spielen in England nach wie vor ausverkaufte Touren. Aber das Interesse an neuen Ska-Bands ist dort nicht so groß. Allerdings sind gerade ein paar Reaggae-Ska-Bands echt angesagt.'
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