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Den Anfang machen Reenact, Gewinner des größten schwedischen Wettbewerbs für Rockbands, die noch keinen Vertrag haben. Die Band kommt aus der Rock- und Metal-Hochburg Gothenburg, aus der auch Mustasch, Crucified Barbara und In Flames stammen. Ob sie auch so klingen, können wir nicht beurteilen, da wir aufgrund des zähen Verkehrs zu diesem Zeitpunkt gerade erst das Festivalgelände erreichen. So verpassen wir leider auch Sabaton, die nur einen halbstündigen Slot belegen, den sie wie geplant mit der schwedischen Nationalhymne abschließen.
Nachdem die Newcomer Pompei Nights mit Sleaze-Rock und die noch relativ jungen In Solitude mit einer stilistischen Mischung aus Mercyful Fate und frühen Iron Maiden das noch jungfräuliche Festivalgelände beschallt haben, tritt mit Fear Factory die erste von zwei nicht-schwedischen Bands auf. Die US-Amerikaner machen nichts falsch und wirken doch irgendwie deplatziert an diesem ersten Tag.
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Anders H.e.a.t., die nach ihrem großartigen dritten Album 'Address The Nation' der erste Höhepunkt des Sweden Rock Festivals sein sollen. Doch das Festivaldebüt des neuen Sängers und schwedischen 'Superstars' Erik Grönwall gerät zur Enttäuschung. Und keiner weiß warum. Zwar beginnt der Auftritt mit dem Album-Opener 'Breaking The Silence' vielversprechend, doch dann will der Funke nicht so recht überspringen. Der Sound ist zu lasch, die Band zu routiniert.
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Auf der anderen Seite sind einige musikalische Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Schon nach drei Songs kommt ein fragwürdiges Schlagzeugsolo. Beim AOR-Juwel 'In And Out Of Trouble' wird das Saxophon durch eine Mundharmonika ersetzt. Ansonsten wirkt der gesamte Auftritt wie vom Reißbrett, vollkommen ohne Ecken und Kanten. Selbst die luxuriösen Melodien von H.e.a.t. wirken dadurch auf einmal langweilig. Am stimmgewaltigen Erik Grönwall liegt es sicher nicht, aber vor vier Jahren hatten H.e.a.t in Sölvesborg deutlich mehr Feuer. Vielleicht hätten wir uns die Bourbon Boys anschauen sollen, die parallel dazu spielten.
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Nur eine Viertelstunde später wünscht man sich H.e.a.t. zurück. The Crown treten mit Originalsänger Johan Lindstrand auf - und das so laut, dass es nicht mehr genießbar ist, sofern man das überhaupt vom The Crown-Material behaupten kann. Lustlos und mit gleichgültigem Gesichtsausdruck spielen die Deathmetaller aus Trollhättan ihr Programm runter. Das hat mit Aggression nichts zu tun, das ist Belanglosigkeit. Die allerdings nervt, weil man dem dröhnenden Soundgewitter auch im Merchandising-Zelt nebenan nicht entkommen kann. Drei Zugaben beweisen zumindest, dass es The Crown offenbar nicht so gleichgültig ist, wie es den Anschein hat.
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Von The Crown zur nächsten schwedischen Death-Metal-Institution Entombed, bei der mit Sänger LG Petrov und Gitarrist Alex Hellid ja nur noch zwei Originalmitglieder an Bord sind. Bei klarem Bewusstsein ist nur noch Hellid, denn Petrov betritt die Bühne offenbar schon betrunken. Es ist ja schließlich Nationalfeiertag, was sich auch am Alkoholpegel des Publikums erahnen lässt. Petrov feiert, indem er sich das Bier über den Kopf schüttet und die Nase ohne Taschentuch putzt. Skål! Parallel dazu spielen die Newcomer von Dynazty eine Mischung aus frühen Iron Maiden, TNT und Skid Row, wenn man so will. Wir wollen. Und der Funke, der bei H.e.a.t. gefehlt hat, springt hier eindeutig über.
Nach neun schwedischen Bands und einer amerikanischen machen unsere Landsleute von Edguy den Headliner am ersten Tag. Für Tobias Sammet und Co. ein besonderer Auftritt, haben sie doch auf den Tag genau vor 20 Jahren ihr erstes Konzert gegeben - sagt zumindest Sammet und freut sich über das Jubiläum am schwedischen Nationalfeiertag. Damals muss er 14 Jahre alt gewesen sein. Ob er 1992 auch schon hyperaktiv über die Bühne hüpfte, während der Rest der Band statisch rumstand? Sei's drum, die Jungs aus Fulda treffen mit ihrem Auftritt den Nerv des Publikums, das nach der Zugabe 'King Of Fools' zufrieden zum Camping-Platz geht - genau wie wir.
Hier geht's weiter mit Tag 2.
Mehr Fotos vom ersten Tag:
(Fotos: Philip Dethlefs)
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