|
Das war Teambuilding auf die harte Tour, könnte man meinen. Aber Mikey, der Keyboarder der King Cannons, blickt ganz unaufgeregt auf diese frühe Periode der Bandgeschichte zurück: 'Es hat uns auf das Leben im Tourbus vorbereitet. Wir geraten kaum aneinander und sind recht vernünftig. Jeder gibt etwas und nimmt etwas. Das mag ich, das hat eine gute Dynamik.' Ein passendes Stichwort. Dynamisch sind nicht nur die ausgefeilten Rock'n'Roll-Tunes der King Cannons, sondern die Bandphilosophie an sich. Anders als in der ursprünglichen Heimat der Sechs, in Australien und Neuseeland, lernt das deutsche Publikum die Band gerade erst kennen. In diesem Frühjahr tourten sie als Support der Broilers erstmals durch unsere Land und haben auch erste eigene Promogigs für das Album absolviert. Für alle, die sie immer noch nicht live erlebt haben, liefert Mikey eine knackige Zusammenfassung: 'Das Wichtigste, was man über uns wissen muss, ist, dass wir ehrlich sind und unsere Einflüsse auf unserer Haut tragen. Wir glauben an das, was wir tun. Es ist positiv und richtig und es fühlt sich gut an. Und es spricht die Leute an und macht sie glücklich.'
|
|
 |
|
|
|
Klingt nach Pathos? Nun, wer 'The Brightes Light' hört, weiß, dass die Band um Sänger und Songwriter Luke Yeoward dahingehend keine Berührungsängste hat. Nichts weniger als eine 'Musik-Bewegung' wollten Yeoward, Gitarrist Rob Ting und Percussion-Lady Lanae Eruera schaffen, als sie durch verschiedene Punkrock-Projekte in Neuseeland zusammenfanden und zu neuen, gemeinsamen Ufern aufbrachen. Mit dem Ergebnis, ihr Debüt auf einem Major veröffentlichen zu können. Mikey gibt sich bescheiden:'Ja, bisher läuft es gut. Es gab einige kleinere Erfolge, aus deren Summe etwas Großes entstehen wird. Aber das liegt noch weit in der Zukunft. Die Veröffentlichung unseres Albums an sich ist schon ein Riesen-Gewinn.' Ein ähnlicher Gewinn war die Tour mit den Broilers, die den King Cannons in Deutschland Einiges an Aufmerksamkeit einbrachte. Mikey lobt das hiesige Publikum: 'Hier und in Europa generell fällt uns auf, dass die Leute frühzeitig zum Konzert gehen und sich tatsächlich auch die Vorbands anhören. In Australien und Neuseeland bekommt eine Supportband selten ein Publikum. Jeder kommt später und sieht sich nur die Hauptband an. Daher war es eine positive Überraschung als wir herkamen und in vollen Hallen spielten. Und das Publikum war immer sehr respektvoll und ging gut mit uns mit.'
|
|
 |
|
|
|
Die Zeiten, als die King Cannons in Mikeys Heimat Neuseeland nur den Support gaben, sind längst vorbei. Inzwischen haben sie dort eine soliede Fangemeinde und einen festen Platz in den Radio-Playlists, sagt der Keyboarder: 'Unser Publikum in Neuseeland ist dem deutschen sehr ähnlich. Nur dass wir dort mit Heimvorteil spielen. Die Neuseeländer haben die schöne Angewohnheit, es richtig zu würdigen, wenn Landsmänner in anderen Ländern erfolgreich sind. Wenn es für uns also in Melbourne, hier in Deutschland oder sonstwo außerhalb Neuseelands gut läuft, unterstützen sie uns zu Hause richtig gut und stehen voll hinter uns.'
Ganz so stereotyp ist es sicher nicht.
|