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Auch wenn die Ränge des renommierten Klangkultur-Tempels nicht ganz gefüllt waren - die Luft hätte man schneiden können, so wohnte ihr der Nervenkitzel inne, den 'Deathmental', musikgewordene Dampfmaschine und Opener dieses annähernd historischen Abends, mit seinen dramatischen ungeschönten Synthesizer-Rhythmen heraufbeschwor. Langsam schälte sich derweil die einsame Silhouette der in enges, schwarzes Leder verpackten Anja Plaschg im Vorderteil der abgerundeten Bühne aus dem Nebel. Genau das richtige Stück, um das Publikum direkt von Beginn an zu bannen: Die angespannte Stille sämtlicher Zuschauer hinter dem Vorhang der offensiven, arythmisch peitschenden Synthesizer-Loops ließ sich so gut wie erahnen.
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Die Einsamkeit der Sängerin hielt gleichwohl nicht lange an. Bevor sich Anja Plaschg für den einfühlsamen 'Cradlesong' an den schwarzen Steinway-Flügel setzte, führte sie ihre Schwester Evelyn, die sie den Abend hindurch einsatzweise gesanglich unterstützen sollte, an der Hand auf die Bühne, auf dem Fuße gefolgt vom angekündigten Live-Ensemble, das sich jetzt en détail als unkonventionelle Form eines Streichquintetts inklusive Kontrabass entpuppte und im permanent umnebelten Areal hinter dem Flügel Platz nahmen. Die Reise konnte beginnen, und das tat sie auch - noch bevor sie mit 'Voyage, Voyage', dem von Soap&Skin auf dem aktuellen Mini-Album 'Narrow' in pianistischer Reinform interpretierten 80er-Jahre-Hit, namentlich eingeläutet wurde.
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Mehr als nur ein Querschnitt durch die derzeit noch übersichtliche Soap&Skin-Diskographie wurde es, der sich über rund einhundert Minuten verteilte und neben einigem neuen Material auch mit bewährten Elementen wie der obligatorischen, mittig im Set platzierten 'Meltdown'-Adaption aus dem 'Requiem For A Dream'-Soundtrack aufwartete, die wie eh und je mit formvollendeter Ungemütlichkeit verstörte und sowohl der grazilen Philharmonie das Beben gelehrt als auch die oberhalb und jenseits der geräuschempfindlichen Decken-Plattform patrouillierenden Ordner nicht schlecht aufgeschreckt haben dürfte. Die Künstlerin stellte hierfür mit springenden Armen die Tastatur ihres Arbeitsgeräts auf eine harte, dissonante Probe, schien zum Sinnbild ihres Spiels zu werden und glitt zum Abschluss gar selbst fast noch seitlich vom Schemel.
Stücke des ersten Albums 'Lovetune For Vacuum' kann man live erfreulicher Weise bis zum heutigen Tage immer weiter wachsen hören: 'Extinguish Me' und 'Fall Foliage', deren ohne Frage brillante Studio-Versionen nicht ansatzweise an ihre Freie-Wildbahn-Varianten - Betonung auf 'Wild-' - heranreichen, mag man spätestens nach der heutigen Vorstellung in keinem Live-Set mehr missen. Gleiches gilt für 'Thanatos', das durch den gestrichenen, immer und immer wieder zum Schaudern nötigenden Kontrabass stark an Breite gewann.
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