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Dieses Konzert läuft für euch ja unter der Alerta-Tour, dem Namen eures neuen Albums: Wie war das Gefühl, als ihr die Platte aufgenommen habt?
Wir wissen, dass wir die Musikwelt mit unserem Album nicht grundlegend auf den Kopf gestellt haben. Aber ich glaube, dass wir für uns als Band einen guten Schritt nach vorne gemacht haben, weil wir dieses Mal anders an die Sache rangegangen sind. Wir haben im Proberaum sofort alle Ideen während des Schreibprozesses aufgenommen, bis wir zufrieden waren, um sie dann bei der Vorproduktion mit Flo Nowak (Schöne Grüße an ihn!)fertigzustellen. Ob sie live auch funktionieren, wussten wir erst hinterher, aber schnell war klar: Sie funktionieren super.
Die Texte vom neuen Album sind ja auch sehr sozialkritisch...
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Waren sie schon immer, aber dieses Mal haben wir das mehr auf den Punkt gebracht als bei den letzten Alben. Weniger Liebeslieder, aber das darf natürlich auch nicht fehlen. (lacht)
Wo wir gerade dabei sind: Ich hab mir das Video zu 'Die Zeit Rennt' angesehen und als einer deiner Kollegen aus der Tür rausgeht, steht auf der Tür "Abwertung" gesprayt. Hat das eine tiefere Bedeutung für euch? Schließlich gibt es doch Leute in Berlin, die etwas dagegen haben, wenn jemand zuzieht und Kunst machen will...
Nein, wir laufen auch durch die Straßen und freuen uns, dass wir hier sein dürfen. Wir kriegen das natürlich mit, dass sich viel verändert hat in den letzten sieben Jahren, seit wir hier wohnen.
Aber mittlerweile hat man sich darauf eingestellt, dass Leute an deinem Haus vorbeikommen, die etwas lauter feiern als noch vor 3 Jahren. Das ist auch ok so, wir machen es oft ja auch nicht anders.
Wer ständig andere Leute wegen Ruhestörung anschwärzt, sollte nicht in solche dafür bekannten Straßen ziehen. Da gibt es ja große Beispiele wie das SO36. Da zieht jemand in den Hinterhof und beschwert sich dann. Warum zieht er da hin? Das SO36 ist ja nicht unbedingt nur für guten Latte Macchiato bekannt. (lacht) Berlin ist bekannt für seine vielseitige Kultur und so soll das auch bleiben.
Auch wenn es mal lauter wird. Wenn Leute in der Woche Party machen wollen, dann sollen sie das. Es muss ja nicht jeden Tag in jedem Haus sein. Und sollte es doch jeden Tag so sein, dann schenkt man den anderen Bewohnern im Haus einfach ein Paar Ohropax (und ein paar Gummifüße fürs Bett) und dann ist gut.
Um bei diesem Thema zu bleiben: Hat euch die Kultur und das Leben in Berlin musikalisch und/oder menschlich verändert, vielleicht auch in der Band?
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Menschlich wurde jeder von uns geprägt von dieser Stadt, das merkt man textlich an dem neuen Album. Das merkt man auch an unseren Verhaltensweisen. Natürlich ist es etwas anderes in einem Dorf zu spielen als in Berlin.
Bei Konzerten ist uns wichtig: dass, wenn wir Spaß haben, die Leute Spaß haben und umgekehrt. Und wir lernen jedes Mal so coole Typen kennen; ohne diese Band würde es das niemals geben.
Ich habe gerade Flogging Molly kennen gelernt, wurde auf Whiskey eingeladen, was will man da sagen? 'Nein, ich kann jetzt nicht.'? (lacht)
Flogging Molly kennen wir bereits über unser Label und wir haben letztes Jahr mit ihnen in Luxemburg gespielt, aber heute wissen sie nichts mehr davon. Die wussten nicht mal, dass sie in Luxemburg gespielt haben, das ist schon witzig. Aber jetzt sind wir mal drei Tage mit denen unterwegs, ich glaube am dritten Tag haben wir sie dann soweit und trinken mal ein gepflegtes Sternburg zusammen. (lacht)
Hebt sich das Selbstbewusstsein, wenn man z.B. mit Flogging Molly auf Tour ist?
Da ist Berlin auch so ein gutes Pflaster, dass man nach Hause kommt, den Tourbus abgibt und mit der U-Bahn nach Hause fährt und dann interessiert’s überhaupt gar keinen mehr. Da genießen Gitarristen mit zwei Saiten in der U-Bahn mehr Aufmerksamkeit. Das ist okay, in Berlin ist man eben anonym unterwegs.
Wir freuen uns natürlich, wenn es den Leuten gefallen hat und wenn die eine Platte kaufen, das ist super. Wenn nicht, hat man einen schönen Abend und einen ordentlichen Vollrausch gehabt oder auch nicht. (lacht)
Mit wem würdet ihr denn gerne noch touren?
Wir sind natürlich gerne auf Tour und mögen viele Bands. Wir waren schon mit relativ vielen Bands unterwegs. Broilers, Sum 41, Good Charlotte, und diese Liste kann man ewig weiterführen. Es ist natürlich schön, wenn man diese Leute wieder trifft. Wir werden auf jeden Fall mit Antiflag dieses Jahr noch ein paar Sachen machen, ist teilweise ja auch schon angekündigt. Good Charlotte letztes Jahr war superduper. Die sind immer sehr nett zu uns. Haben mit uns gegessen und geschnackt – mit Flogging Molly die nettesten Typen überhaupt.
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