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Für diejenigen, die die Max-Schmeling-Halle in Berlin-Prenzlauer Berg bisher nur von Basketballspielen der Alba Berlin oder von 'Night Of The Jumps' her kannten, machte diese als Konzert-Location einen überaus positiven Eindruck: Während man bei üblichen Hallen vor dem Problem steht, sich entweder an drohenden Ellbogen vorbei nach vorne drängeln zu müssen oder eben von hinten oder den Seiten eine sichere, aber allzu schlechte Sicht zu haben, hat man hier beinahe einen 360°-Rundumblick auf die Bühne. Für Genießer und Gäste mit klaustrophoben Ängsten boten die gemütlich gepolsterten Sitzreihen auf drei Rängen rund um die Bühne eine perfekte Sicht auf das Geschehen und eine sichere Entfernung zu den stehenden Massen in der ersten Reihe, wo sich schwitzende Leiber aneinanderdrängten, um dem Spektakel etwas näher zu sein. Pünktlich um 19:30 Uhr legt die erste Vorband los. The All American Rejects erinnern dabei mit ihrem poppigen High-School-Rock an die alten Zeiten von Blink-182. Der etwas abgedrehte Frontmann, Tyson Ritter, ist zwar drauf und dran, sich durch derbe Späße den Unmut der Security zuzuziehen, schafft es aber umso mehr das noch relativ statische Publikum aufzutauen, sodass die Band spätestens mit 'Gives You Hell' das Eis vollkommen bricht. Den Rest schaffen die vier Schweden der Heavy-Punk-Rock’n’Roll-Band Royal Republic, die sich dagegen ganz von der punkigen Seite präsentieren. Diese musikalische Mischung aus Punk und Pop liefert die perfekte Einstimmung auf Blink-182, die wenig später die Bühne unter großem Beifall betreten.
Zum Beginn der Show sieht man auf den ersten Blick keinem der drei an, dass sie erst seit kurzem ihre vierjährige Trennung überwunden haben. Die musikalische Leistung und das Zusammenspiel von Tom (Gitarre, Gesang), Mark (Bass, Gesang) und Travis (Drums) ist so gut wie zu ihren Glanzzeiten vor ihrem Hiatus 2005. Tom, der anfänglich einige Textstellen und Einstiege verpasst, scheint zwar etwas verwirrt zu sein, hat jedoch sein Instrument und seine Stimme fest im Griff. Sein Gitarrenspiel und sein Gesang verfeinert er mit Improvisationen und Variationen, die seinen Reifungsprozess mit Angels & Airwaves reflektieren, während Mark, der am Bass nicht minder professionell wirkt, sich wie früher jedoch den einen oder anderen Spaß erlaubt. Zwar wird sich nicht mehr gegenseitig angespuckt, doch klaut Mark beispielsweise in einem passenden Augenblick sämtliche Gitarrenplektra von Tom und wirft sie unter tosendem Beifall in die Menge. Auch mit ihren Dialogen zwischen den Songs versuchen Tom und Mark an ihre alten Zeiten anzuknüpfen, was ihnen jedoch nur ansatzweise gelingt. Ihr Umgang ist noch etwas unbeholfen und die witzigen Sprüche richten sich nur zum Teil an das Publikum, sodass man das Gefühl nicht los wird, sie würden dieses Konzert mehr für sich als für die Fans spielen. Auch das übertrieben sarkastische 'I'm sooo happy to be here' gibt nicht gerade Aufschluss darüber, wie sehr ihnen ihre Fans am Herzen liegen.
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Die Show, die die Jungs auf die Bühne legen, ist dagegen keinesfalls zu bemängeln. Unterstützt wird die Performance durch schwarz-weiße Animationen auf mehreren Bildschirmen, die abwechselnd die drei Bandmitglieder beim Spielen oder Videosequenzen im Stile des Artwork des neuen Albums Neigbourhoods zeigen. Durch ihre jahrelange Bühnenerfahrung wissen Blink-182 darüber hinaus, wie sie musikalisch auf ihr Publikum eingehen müssen, welche Songs es verlangt. Sie leiern eben nicht einfach die bekannte Playlist ihres Best-Off-Albums und ihrer Live-Platten herunter, sondern fahren ein durchdachtes Konzept aus einem ersten Teil, der vor allem die neueren Songs seit 'Enema Of The State' beinhaltet, und einem zweiten, der auf ihre punkigen Anfangsjahre eingeht und besonders bei den älteren Fans nostalgische Begeisterung hervorruft. Den Übergang bildet das einzigartige Drumsolo von Travis, der dem Publikum einen kleinen Geschmack von seinem Soloprojekt 'Give The Drummer Some' gibt.
Blink-182 ist deutlich erwachsen geworden, sowohl die Songs als auch die Show ist ernster geworden. Doch auf keinen Fall schlechter. Nach einer kleinen Zugabe ist das Konzert, das deutlich länger als die üblichen 90 Minuten dauerte, mehr als zufriedenstellend. Abgesehen von dem leichten Hauch von Arroganz, der in den Kommentaren mitschwang, überzeugten die drei Musiker mit ihren Leistungen und die Location mit einer enorm guten Akustik, sodass sich auch weitere Konzertbesuche lohnen würden.
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