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"Unsung Heroes" besticht vor allem durch eine noch komplexere Struktur der Songs, mit vielen orchestralen Elementen, akustischen Instrumenten und größeren Unterschieden zwischen den heftigen und den eher gemäßten Passagen. Dennoch ist Sami ob der bisherigen Reaktionen auf das Album zufrieden, obwohl er im neuen Material gewisse Veränderungen im Ensiferum-Sound sieht. "Bis jetzt sind die Reaktionen fast durchweg positiv ausgefallen, obwohl die Songs sich schon von den früheren Sachen unterscheiden. Wir sind natürlich gespannt, wie die Fans auf das neue Material reagieren, da bis jetzt nur die Presse und einige enge Freunde die Songs gehört haben, die aber sehr positiv darauf reagiert haben", erhofft sich der Bassist ähnliche Reaktionen von der Anhängerschaft.
"From Afar" ist 2009 erschienen, Ensiferum haben sich drei Jahre Zeit gelassen, um neben ausgedehnten Touren die Songs des Vorgängeralbums sacken zu lassen, um aus diesen Erkenntnissen an das Songwriting für "Unsung Heroes" heranzugehen. "Wir waren wirklich viel auf Tour, das ist auch der Grund, warum es eine dreijährige Lücke zwischen den beiden Alben gibt, aber das ist normal für uns. Außerdem sind wir langsame Songschreiber, die perfektionistisch vorgehen. Es gibt eine Menge alter Sachen auf "Unsung Heroes", Melodien und Riffs, die wir zwischen 2005 und 2007 geschrieben haben. Den Song "Pohjola" haben wir z.B. erst jetzt fertig geschrieben und arrangiert, obwohl er eigentlich schon auf dem "From Afar"-Album dabei sein sollte, aber wir bekamen ihn einfach nicht fertig. Diesmal haben wir es im Studio geschafft und hatten das Gefühl, dass dieser Song jetzt fertig ist. Das wirft schon ein bestimmtes Licht auf uns als Songwriter, haha. Wir wollen stolz auf jede Note und jede Melodie sein", berichtet Sami.
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"Unsung Heroes" lautet der Titel des neuen Werkes, der gemäß der Bandtradition entsprechend episch und pompös klingt. Werden hier nun endlich auch die Helden besungen, die bisher in den vier vorangegangenen Alben nicht thematisiert wurden? "Wir hatten verschiedene Arbeitstitel für das Album, "Unsung Heroes" war einer der ersten, aber wir wollten sehen, ob sich noch etwas anderes ergibt, aber wie so oft was der erste Einfall der Beste. Der Titel hat verschiedene Bedeutungen, er ist traditionell Ensiferum, er kann im klassischen Sinne gewertet, aber auch vom modernen Aspekt betrachtet werden", erklärt der Bassist. Man gibt also den Fans den Freiraum, sich selbst ein Bild zu machen und einen eigenen Ansatz zu finden. "Ja, es ist natürlich immer gut, eigene Interpretationen anzustellen. Wir wollen als Band auch nicht allzu viel erklären, wie wir vielleicht was gemeint haben. Man soll die Musik auf sich wirken lassen und dann seine eigene Interpretation erstellen", bittet Sami die Fans.
Musik gibt es genug auf "Unsung Heroes", die eine mächtige Wirkung erzielen dürfte. Die Metalparts gehören zu den heftigsten Ausbrüchen der Bandhistorie, die Folkparts kommen noch authentischer, natürlicher und emotionaler daher, die Orchesterelemente verleihen den Songs noch mehr Tiefe, verschiedene Gast-Vokalisten als auch Sprecher verleihen dem Album stellenweise schon Hörspiel-Charakter durch die verschiedenen Stimmungen, die so erzeugt werden. "Wir haben hier gar nicht soviel geplant. Die Songs sind, wie sie sind. Ich stimme Dir absolut zu, dass die Metalparts heavier sind und die Folkparts noch atmosphärischer sind. Wir haben den Arrangements mehr Platz gegeben als in der Vergangenheit, deswegen klingt auch alles größer, weil wir auf "From Afar" mehr in die einzelnen Songs gepackt haben. Diesmal haben wir weniger Elemente und Spuren in die einzelnen Stücke integriert, weswegen das was vorhanden ist, auch größer wirkt. Es gibt mehr Platz in der Musik als auf "From Afar", deswegen klingt alles größer. Wir haben im Gegensatz zu früher wesentlich mehr Zeit für das Arrangieren verwendet als früher, weswegen auch die Songs frischer klingen. "From Afar" hatte von allem viel mehr", bewertet Sami das letzte Album mit kritischen Augen.
Hiili Hiilesmaa, der bereits auch schon an der Produktion für "From Afar" beteilt war, bescherte der Band einen druckvollen Klang und hat somit auch einen Anteil am epischen Gesamteindruck der Scheibe. "Wir hatten vorab schon eine Art Soundtrack in unserem Kopf, wie das neue Album klingen soll. Hiili hat das sehr gut umgesetzt und kam immer wieder mit verrückten Ideen an und arbeitete auch an kleinen, wichtigen Details. Er hat uns einen sehr organischen Sound verschafft, ohne Triggers. Wir haben die Songs in einem Take gespielt und dann die beste Version ausgesucht, was uns zudem einen natürlichen Groove gegeben hat. Wir haben nicht nach dem perfekten Take gesucht, sondern wollten eine Version, wo man auch hört, dass ein Mensch Gitarre oder Bass spielt, singt oder Schlagzeug spielt. Es ist kein traditionelles Pro Tools-Album, wie es heutzutage so viele gibt. Hiili hat den organischen Aspekt des Albums verstanden, den wir haben wollten", zeigt sich der Finne mit dem Gesamtergebnis der Produktion sehr zufrieden.
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Ein organischer Klang war für den Gesamteindruck sehr wichtig, da neben den klassischen Instrumenten einer Metalband auch zahlreiche akustische Instrumente wie ein Banjo zum Einsatz kamen. "Neben dem Banjo sind auch noch andere klassische Folkinstrumente wie das Kantele oder Bouzouki, die wir schon seit einigen Alben benutzen. Das ist Teil unseres Folksounds und unserer Melodien, ein wirklich essentieller Teil unserer Musik. Hiili hat das "From Afar"-Album gemixt und wir wollten jemanden haben, der die gesamte Produktion von der Pre-Production über die Demos bis zum eigentlichen Aufnahmeprozess betreut und nicht verschiedene Leute für die jeweiligen Stufen. So war das bei den letzten Alben. Diesmal hatten wir einen Ansprechpartner, der die Songs von der Entstehung her kannte und auch später noch wusste, was die wichtigen und essentiellen Parts sind. Er war dabei von Tag eins an und ich denke, dass wir auch in Zukunft mit ihm zusammenarbeiten werden. Wir haben noch nie so viel mit einem Produzenten geredet und auch verschiedenen Passagen analysiert, ich glaube, er hat wirklich das Maximale aus uns herausgeholt", erzählt Sami, der besonders mit den Fans in Kontakt steht und z.B. die Ensiferum-App immer mit kleinen Bandschnappschüssen und Videos versorgt.
Einen spannenden Gastauftritt haben auch Die Apokalyptischen Reiter im finalen Abschlussepos "Passion Proofe Downfall", wo sie einen Mittelaltermarkt mit deutscher Sprach-Passage zum Leben erwecken. "Dieses Mittelalter-Klangszenario war schon eine lang gehegte Idee von uns, die wir umsetzen wollten. Als wir "Passion Proofe Downfall" komponiert haben, hatten wir einen 17-Miunten-Song, wo wir uns überlegten, dass wir diese Mittelaltermarkt-Passage integrieren, um die Spannung innerhalb des Songs anzuheben. Markus (Toivonen, Bandgründer, A.d.V.) sagte: Das ist die perfekte Stelle dafür! Wir standen dann im Proberaum und arbeiteten an dieser Folkmelodie und diesem Dialog, wo jemand dann auf die Idee kam, das auf Deutsch zu machen, was wir alle gut fanden. Wir haben so viele Fans in Deutschland, das wir uns dafür entschieden haben. Wir kennen Die Apokalyptischen Reiter von früheren Touren und haben dann angefragt, ob sie diesen Teil für uns beisteuern würden und hier ist nun das Ergebnis! Sie werden dafür noch ein Bier von uns bekommen", lacht Sami.
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Mit Vesa-Matti Loiri haben Ensiferum noch eine absolute Finnland-Legende für das Album gewinnen können. Im Jahre 1980 startete der Schauspieler und Sänger beim Eurovision Songcontest mit "Huilumies", ist vielfach preisgekrönt und schrieb sogar Musik für Disney-Filme. "Er hat eine sehr lange Karriere hinter sich und ist einer der erfolgreichsten Schauspieler und Künstler in Finnland. Wir hatten den Song "Pohjola", dessen Lyrics über 100 Jahre alt sind. Für den gesprochenen Part wollten wir jemanden mit einer wirklich charismatischen Stimme. Da der Text auf Finnisch ist, war er unsere erste Option. Wir haben ihm eine sehr lange Email geschrieben, die Band vorgestellt, dass wir eine traditionelle Band sind und wir für das nächste Album dieses Gedicht haben und wir sehr große Fans von ihm sind. Dann haben wir einen Anruf von seinem Manager bekommen, neun Uhr abends aus einer Kneipe, der ins Telefon rief: Yeah, er macht es, aber es muss morgen sein, weil er danach sechs Monate im Urlaub ist! Wir sagten: Ok, aber wir sind gerade nicht im Studio, das beginnt erst in einem Monat! Zum Glück hatten wir aber gute Demos, sodass wir ihm das geben konnten und wir hatten seine Parts bereits fertig, bevor wir ins Studio gingen", belegt Sami, dass auch Perfektionisten spontan sein können.
Nachdem Finnland seid Lordi keinen Stich mehr beim Songcontest gesehen hat, stellt sich nun die Frage, ob sich Ensiferum mit einem neuen Song und einigen Ratschlägen von ihrem Gastredner vorstellen könnten, diese Veranstaltung zu rocken. "Lass mich kurz überlegen: Ich glaube, das wird nie passieren", lacht Sami. Schade, ich hätte für die sympathische Band angerufen... Aber vielleicht irgendwann!
Das Coverartwork wurde erneut von Kristian Wahlin gestaltet, das im klassischen Ensiferum-Stil mit Krieger gehalten ist und auf dem diesmal die Farbe Rot vorherrscht. "Ja, es ist wieder ein Cover, wie man es von uns gewohnt ist und für mich das Beste, was er für uns bis jetzt gemacht hat", ist Sami voller Lobes. Auf Tour können sich die Fans auch wieder auf etwas Klassisches freuen: Die speziellen Tour-Outfits wurden überarbeitet und eine neue Optik wartet auf die Präsentation. Nach der Oben-ohne-Phase und der Kilt-Auftritte gibt es nun neben dem Asche-Einsatz mehr Leder zu sehen. "Ja, auf den Promobildern gibt es uns mit mehr Leder, Pferden und Schwertern zu sehen, mit dem Leder wird es auch auf die Bühne gehen", verrät Sami vorab. Also, nicht verpassen, wenn die Schwerttragenden mit neuem Songmaterial und neuen, spannenden Elementen übers Land ziehen!
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