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Es wurde dunkel, die Bühne, getaucht in sanftes Scheinwerferlicht, wurde von einem Bad Seed nach dem anderen betreten. Stürmischer Beifall! Und dann, ein ergreifender Moment, der Meister der Melancholie und Balladen, Nick Cave persönlich, setzt sich an das Piano und die ersten Takte von “Wonderful Life“, dem Opener des aktuellen Albums “Nocturama“, erklingen. Voller Hingabe widmet sich Cave diesem Song, bevor mit zwei älteren, rockigen Songs, “Red Right Hand“und “Westcounty Girl“, den Tanz eröffnete und wie wildgeworden über die Bühne fegte. Eben typisch Nick Cave, und wem das Video zu “Fifteen Feed Of Pure White Snow“ ein Begriff ist, der kann sich das gebotene Szenario annähernd vorstellen.
Danach ging es erst mal wieder etwas ruhiger zur Sache, denn der nächste Song, “Hallelujah“, vom ’99er Album “No More Shall We Part“, war dem Mitglied gewidmet, der leider kürzlich und zum Bedauern aller, die Bad Seeds verlassen hat, um sich vorrangig seiner Hauptband, den Einstürzenden Neubauten, zu widmen: Blixa Bargeld. Auch den Fans war und ist dieser Ausstieg nicht egal und so sang die gesamte Arena im Chor den Refrain, als ob sie wollten, dass Blixa es hören kann.
Für den klassischen Cave-Song “Sad Waters“ begab sich der Meister dann wieder ans Piano und stimmte leise Töne an, um danach bei “Deanna“ jedoch gleich wieder ordentlich die Arena zu rocken. Wer aufgepasst hatte, erkannte, dass die Unterstützung, die sich der Australier für die erste Singleauskopplung von “Nocturama“, “Bring It On“, auf die Bühne geholt hatte, kein geringerer war, als der Sänger der Supportband The Saints, Landsmann Chris Bailey, der schon für die Albumversion des Songs mit Cave im Studio war. Für dieses Duett gab es dann auch gebührenden Beifall.
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Wieder allein am Mikro, galt der nächste Titel einer Frau namens Christina, und zwar “Christina The Astonishing“. Damit der holden Weiblichkeit aber nicht genug, denn mit “Watching Alice“ besang der 46jährige Familienvater mit weitere Frau, der Cave einen Song gewidmet hat. Danach hieß es erst mal Themenwechsel und der Frontmann der Bad Seeds setzte sich wieder ans Klavier, um mit “The Mercy Seat“ einen der Höhepunkte des Abends anzustimmen, bei dem nur Cave, die Violine von Warren Ellis und im Hintergrund ein paar Drumparts eine Rolle spielten und sich der schlaksige Melancholiker trotzdem oder gerade deshalb fast in völliger Ekstase verlor.
Nach einer kleinen unfreiwilligen Pause wegen eines kaputten Bassverstärkers kündigte Cave mit “Nobody’s Baby Now“ einen Titel an, den er vor Jahren ursprünglich für Johnny Cash geschrieben hatte, der ihm aber dann doch zu gut gefiel, um ihn nicht für sich zu behalten. Bloß gut, wer weiß, was sonst daraus geworden wäre...
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Langsam neigte sich das reguläre Konzert dann auch schon dem Ende zu und so gab es mit “From Her To Eternity“ und einer rockigen Version des Lovesongs “Henry Lee“ noch mal zwei echte Highlights. Letzterer war nicht nur eins der Highlights, sondern wahrscheinlich das absolute Nonplusultra! Cave verwandelte den Song in ein dunkles apokalyptisches Märchen, dem er komplett neue Verse angedichtet hatte und mit dem es ihm nicht schwer fiel, das Publikum zu begeistern. Einfach fantastisch!
“Henry Lee“ wäre ja schon ein perfekter Abschluss gewesen, aber was wäre ein Konzert wie dieses ohne ein paar, natürlich von vornherein geplante Zugaben. Und so dauerte es nicht lange, bis Nick Cave und seine Bad Seeds im tosenden Beifall wieder auf die Bühne kamen, sich ihre Instrumente schnappten, Cave sein Mikro, und “He Wants You“ anstimmten. Als weitere Zugaben folgten im ersten Block noch der grandiose “Ship Song“ und das fragende und gleichzeitig fordernde “Do You Love Me?“.
Und schon waren die Herren wieder verschwunden, um dann im zweiten Zubagenblock mit der Ballade “Rock Of Gibraltar“ und dem konfusen, leider nicht ganz 15minütigen “Babe, I’m On Fire“ den finalen Schluss zu zelebrieren und durch absurde Szenarien zu hetzen, in denen alle Protagonisten, vom Pferd, Punk, Seemann und Goth über den Sportkommentator bis hin zu Bill Gates und Goya die selbe Phrase der Verliebten dreschen: “Babe, Im On Fire“. Und so spielte Cave zu guter letzt noch ein mal mit den eingängigen Rock-Stereotypen, die ganz im Gegensatz zu den komplexen und radikalen Arrangements seiner früheren Punkband The Birthday Party standen und die er so beschreibt: “One, Two, Three, Four: Bang Let’s Go!“
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