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Muse - Suum cuique

Am 20.09.2012, eine Woche vor dem Releasetermin ihres neuen Albums 'The 2nd Law' spielten Muse, noch ohne damit ihre tatsächliche Tour zu beginnen, das allererste richtige Konzert in diesem Jahr - und dem E-Werk in Köln wurde die Ehre zuteil, als Veranstaltungsort ausgewählt und so zum place to be für Muse-Fans innerhalb eines beträchtlichen Einzugsgebietes zu werden. Müßig ist es da, zu erwähnen, wie weit die Einlass-Schlange an jenem Donnerstag reichte, und wie gespannt man war, endlich das bislang streng unter Verschluss gehaltene neue Songmaterial vorgeführt zu bekommen.


Jeder Stil, jede Art von Musik bietet einen ganz eigenen Weg an, sie zu genießen. Meist sind sich Körper und Geist einig darüber, in welchem Zustand sie die Musik am besten aufnehmen. Doch manchmal steht man als Musikhörer vor einem Scheideweg. Schließe ich nun die Augen, öffne die Windkanäle und lasse mich innerlich vollkommen fallen, oder feiere ich die Musik ab, indem ich alles aus mir herauslasse, was sie in meinem Inneren anstellt? Lasse ich mich vom Strudel vertilgen oder möchte ich selbst zum Strudel werden?

Mag eine solche Frage sich der Mehrheit der Muse-Konzertgänger - einem gefestigten Naturell sei dank - nicht stellen, so ist doch zu bemerken, wie unterschiedlich speziell bei dieser facettenreichen Band die Möglichkeiten sind, die sich zum Er- und Ausleben ihrer Musik anbieten. Da treffen die stillen Genießer, die höchstens mal in ihrer eigenen Welt aufgelöst und mit verschlossenen Augen ihren Oberkörper im Takte wiegen, auf die vor Energie strotzenden, schreienden Partymacher mit Drall zum Moshpit. Und vertragen sich. So war es selbst im ausverkauften, proppenvollen und an diesem Abend irgendwie suboptimal klimatisierten E-Werk, in dem es verblüffender Weise an vorderster Front die Männer waren, die lautstark und vertieft mitsangen - insbesondere beim hymnischen 'Uprising' -, aber dabei glücklicher Weise nicht hinter einem der für Muse typischen, futuristischen Mikrofonständer standen, die irgendwie doch immer ein bisschen an verrenkte Gliedmaßen erinnern.

Die Möglichkeit des Mitsingens an sich war gleichwohl über weitere Strecken nicht gegeben, kannte doch noch niemand im Saal die neuen Stücke, deren Titel Sänger Matthew Bellamy in seine Ansagen einflechten musste. Aber dies nahm man gerne hin: Die aufgeschlossene Begegnung mit den frischen Songs äußerte sich in flächendeckender Gerbanntheit; man wusste noch nicht so richtig, wann es laut werden und wann die Strophen anfangen und enden sollten. Und genau dieses Überraschungsmoment war es, was jenes Feuer entfachte, das nur live und in Echtzeit so richtig aufleuchtet. 'Supremacy', der exzellent performte Opener des mit Neulingen gespickten Sets, riss die Menge zu Ausrufen des Entzückens hin, als Bellamys ruhiger Gesang zeitgleich mit Beginn eines fetten Gitarrenriffs plötzlich und unvermittelt in ein mörderisches Falsett-Kreischen mündete. Muse haben die Gänsehaut-Maschinerie schon früh angeschmissen. Was allerdings in den folgenden 90 Minuten an weiterem wohligen Schauder hätte aufkommen können, ist höchstwahrscheinlich durch zahlreiche euphorische Klatsch-Einsätze des Publikums prophylaktisch niederapplaudiert beziehungsweise mit hunderten Smartphones und Digitalkameras totgefilmt worden.

Zwischen den gleichmäßig über die Setlist verteilten neuen Songs als den Spannungs- und Erwartungspolen mussten altbekannte Live-Dauerbrenner wie 'Hysteria' oder 'Supermassive Black Hole' natürlich an diesem Abend ein wenig zurückstecken, bekamen aber trotzdem die geballte Euphorie des Publikums zu spüren. Als das markante Bass-Geblubber der aktuellen Single 'Madness' erklang, rissen ganze Fanverbände ihre Hände in die Höhe und schwenkten mitgebrachte onomatopoetische Schilder, die den zerstückelten Gesangspart in Schriftform unterstützen sollten. 'Thank you - that was really good!', tat der ansonsten eher wortkarge Matt kurz im Anschluss an das Stück seine Freude über die unerwartete Aktion kund.

Und dann kam sie doch noch, die Gänsehaut. Und wie: Beim Intro zum vorerst letzten Song, 'Knights Of Cydonia', packt Chris Wolstenholme, der bislang ausschließlich die neonblau glühenden Bünde seines E-Basses herauf- und herabrutschte, plötzlich die Mundharmonika aus und spielt das schaurige 'Man With The Harmonica' an, welches durch den Leone-Western 'Spiel mir das Lied vom Tod' mit Charles Bronson zu Weltberühmtheit und Kultstatus gelangte, aber seither nie an Intensität eingebüßt hat.

Nicht wenige dürften im Verlauf des Konzerts immer wieder auf das weiße Klavier, das da so verheißungsvoll neben den Schlagzeug stand, geschielt haben, in der begründeten Hoffnung, es erwarte sie ganz bald noch 'Butterflies & Hurricanes' oder zumindest 'Hoodoo'. Doch diese Hoffnung sollte sich zumindest für diesen Abend bald zerschlagen haben. Denn erst ganz am Ende - die kurzerhand angeschlossene Zugabe war längst im Gange - schob sich der zierliche Bellamy seine Gitarre auf den Rücken und knallte die schmissigen Akkorde zum Olympia-2012-Track 'Survival' in die Tasten. Nicht viel später war der Klavierhocker jedoch wieder unbesetzt und Muse stürmten nach dem finalen, entgleisten 'Yes, I'm gonna win!'-Kreischer des Songs von der Bühne. Das flott anspringende Licht ließ keinen Raum für weitere Zugabe-Gesuche und entließ die schwitzenden Mengen in die Erkältung. Enttäuscht wurde wohl trotzdem keiner. Nun naht der Releasetermin von 'The 2nd Law' am kommenden Freitag. Sollte jemand es aber darauf angelegt haben, diesem jedenfalls von der Form her exklusiven Premierenkonzert einen Fehlschlag zu attestieren: Der angekündigte Intimate Club Gig ist es nicht geworden. Aber wie sollte es das auch, nach langer Tourpause und in einer ausverkauften Halle mit einem Fassungsvermögen von 2.000 Konzertgästen.


Setlist:
01 Supremacy*
02 Hysteria
03 Panic Station*
04 Resistance
05 Supermassive Black Hole
06 Animals*
07 Time Is Running Out
08 Save Me*
09 Madness*
10 Uprising
11 Follow Me*
12 Plug In Baby
13 Knights Of Cydonia
–––
14 Stockholm Syndrome
15 Starlight
16 Survival*


 

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Valentin
© 09/2012 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Muse

Homepage:
- Muse

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Rezensionen:
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