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The Hirsch Effekt - 'Wenn wir das zum ersten Mal hören würden...'

Der Musik von The Hirsch Effekt ist man ziemlich hilflos ausgesetzt, weil immer mehr passiert, als man gerade verarbeiten kann. Da kann man dann einfach nur mit heruntergeklappter Kinnlade vor der Bühne stehen und staunen. Vor dem Konzert im Reutlinger 'franz.K' haben wir mit der Band gesprochen, um zumindest ein bisschen besser zu verstehen, nach welchen Prinzipien dieses kalkulierte Chaos funktioniert.

Rein äußerlich sind The Hirsch Effekt mit ihrem zweiten Album 'Holon:Anamnesis' übersichtlicher geworden. Das enthält nur noch neun Tracks statt 18 wie das Debüt 'Holon:Hiberno', auf dem sie die Stücke in Kapitel und einzelne Tracks unterteilt hatten. Der Unterschied zum aktuellen Album ist nun schlichtweg, dass sie diese Unterteilung nicht mehr vorgenommen haben: 'Durch diese Umwandlung in MP3, begründet Frontmann Nils Wittrock (links im Bild), hat das auf dem ersten Album nicht so ganz funktioniert, dass zum Beispiel diese drei Kapitel des Stücks 'Epistel' wirklich als ein Song wahrgenommen werden, sondern sie tauchen immer wieder, beispielsweise bei last.fm, als einzelne Tracks auf. Das nervte dann auch - denn es sollten ja eigentlich schon damals nicht 18 Songs sein, sondern auch neun wie auf dem neuen Album.' Diese Zugänglichkeit ist allerdings eine rein formale - denn beim Songwriting haben sich The Hirsch Effekt ausdrücklich nicht darum bemüht.

 

Wenn es in ihren komplexen, verwirrenden Songstrukturen eine Regelmäßigkeit gibt, dann besteht diese in der Variation von wiederkehrenden Motiven. Nils: 'Bei 'Mara' wird so ein Motiv zum Beispiel am Anfang im Bass angedeutet und dann gibt es das die ganze Zeit in der Harfe. Aber auch bei 'Absenz' gibt es Verknüpfungen zwischen dem Anfangs-Part und dem Metal-Part in der Mitte. Und die klassische Gitarre am Ende von 'Ira' ist eine Reprise von dem Teil von 'Ligaphob', wo ich singe: 'Mein Kopf hier, selten dort.' Das ist eigentlich genau das, was die Gitarre dort macht. Wir haben uns dazu entschieden, diese klassische Gitarre in 'Ligaphob' wegzulassen und sie stattdessen auszulagern ans Ende von 'Ira'.' Schlagzeuger Philipp Wende (auch links im Bild) fasst zusammen: 'Die motivische Arbeit setzt sich also über die Songgrenzen fort und verbindet das Album.'

Dass sie ihr Publikum ziemlich herausfordern, wissen The Hirsch Effekt - und Bassist Ilja Lappin (schon wieder links im Bild) gibt zu: 'Wenn wir das zum ersten Mal hören würden, wär das für uns bestimmt auch unübersichtlich. Aber wir haben das ja erarbeitet in einem langwierigen Prozess.' Wie dieser Prozess funktioniert, ergänzt Nils: 'Wir nehmen uns viel auf, hören uns das an und überlegen: 'Wo könnte der Song noch in eine andere Richtung gehen?' beziehungsweise: 'Wo könnte der Song noch eine Kante vertragen?' Das Ganze machen wir aber nicht als Mittel zum Zweck, sondern das soll ja auch immer den Text untermalen.' Im Vergleich zum Debüt hatte Nils alle Texte diesmal bereits geschrieben, noch bevor eine einzige Note für das Album stand - umso mehr musste sich die Musik dann auch an den Worten orientieren.

 

Um das Durcheinander auf der Bühne zu koordinieren, ist Philipps Schlagzeugspiel von zentraler Bedeutung. Er gibt die Anhaltspunkte, die die Band braucht, um akkurat zu spielen. Denn nur er spielt mit Metronom im Ohr. Nils relativiert allerdings: 'Trotzdem muss natürlich jeder wissen, was er zu spielen hat. Wenn Philipp mal rauskommt, verlieren wir nicht den Faden. Philipp ist also der Dirigent - aber es ist wie in einem Orchester: Wenn der Dirigent nicht da wäre, wüssten die Musiker trotzdem, wo sie einsetzen müssen.' Erschwert wird das Live-Spielen noch durch die zugespielten elektronischen Elemente, die die Band am Vortag an einer Stelle dann tatsächlich auch ins Schwitzen gebracht haben: 'Der Song 'Irrath' hat von vorne bis hinten ein Backing aus der Loopstation. Im Intro bin ich alleine mit einem elektronischen Beat und spiel dazu Gitarre. Gestern konnte ich dann aber aufgrund der Bühnensituation und der Lautstärke im Pubilkum dem Sample nicht folgen. Philipp hat mich dann eingezählt - allerdings eine Viertel zu früh. Deswegen war das Sample um eine Viertel verschoben - dann hab ich es halt ausgestellt und wir mussten ein bisschen improvisieren.'

Im letzten Song auf 'Holon:Anamnesis', 'Datorie', betreten The Hirsch Effekt Neuland in ihrem bisherigen Werk, indem sie das Stück durchgehend ruhig, schön und ergreifend gestalten und keinen abrupten Ausbruch hereinstürzen lassen. Beim ersten Hören weiß das ja aber noch niemand: 'Ich finde es total schön, dass das Publikum dann da sitzt und nicht weiß, ob der Song gleich nochmal wieder losbrettert, freut sich Nils, 'dadurch bleibt es ja unberechenbar.' Überwindung kostet es The Hirsch Effekt nicht, ein Stück auch einmal nicht abdrehen zu lassen. Nils stellt allerdings fest, dass einige ZuhörerInnen damit ein Problem zu haben scheinen: 'Ich merke immer, dass bestimmte Leute, gerade aus dem härteren Bereich, so Hörgewohnheiten haben, dass sie Berührungsängste damit haben, wenn es mal irgendwie emotionaler, persönlicher oder sanfter wird, ohne dass es irgendwie Geballer gibt. Und ich glaube, diese Berührungsangst haben wir nicht. Wir denken nicht, dass das kitschig oder peinlich ist.' Es ist eben einfach etwas anderes. Man kann sogar in gleichmäßigem Tempo mitnicken.


 

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maximilian
© 10/2012 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: The Hirsch Effekt

Homepage:
- The Hirsch Effekt bei Myspace

Artikel:
- The Hirsch Effekt - Die Zukunft liegt in der Polystilistik
- The Hirsch Effekt - 'Wenn wir das zum ersten Mal hören würden...'

Rezensionen:
- Holon : Hiberno
- Apogæum / Perigæum
- Holon : Anamnesis
- Holon : Agnosie


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