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Den Einstieg begingen bereits am Mittwoch Abend die Niederländer von Absorbed, gefolgt von Hatesphere und Holy Moses in der Festhalle. Weitgehend unbeeindruckt von der Wochenendplanung machten sich die meisten Teilnehmer fristgerecht daran, Geld-, Bier- und Kraftreserven zu beseitigen und so sah man dann am ersten Morgen schon reichlich übernächtigte Gestalten zur Hauptbühne schlendern, den allpräsenten Bierbecher wieder in der Hand. Die lustigsten Gesellen fand man unter ihnen – mit Blumenkränzen im langen Haar oder auch bar jeder Bekleidung. Die Vergangenheit lässt grüßen.
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Strahlende Sonne und drückende Hitze hinderten weder Despondency noch ihre Nachfolger Throneaeon daran, den langsam voller werdenden Platz mit lauten Metall zu beschallen. Für erfrischende Abwechslung sorgten die Jungs von Gronibard, die sich klischeefern aber effektvoll in Schale schmissen und zumindest für eine Stunde die recht magere Frauenquote ein Stück anhoben. Verzweigtes Grindgebolze in Strapsen und Tanga, dazu ein Sänger im Marilyn Monroe- Kleid sorgten für großes Amüsement, nach dem die Kolumbianer von Purulent es nicht ganz leicht hatten, wieder etwas Ernsthaftigkeit einkehren zu lassen. Ernst zu nehmen war übrigens auch besser nicht der Name der folgenden Combo aus Polen, Squash Bowels, die ihn dann zumindest akustisch in die Tat umsetzten.
Mastic Scum aus Österreich sowie die US- Kollegen von Phobia leiteten das Highlight des Abend ein, die Schweden von Necrophobic wurden frenetisch begrüßt. Die kurzfristige Absage Benedictions hatte die Veranstalter ins Schwitzen gebracht, die dann aber auf die Schnelle eine weitere Größe der Metalwelt an Land ziehen konnten: Belphegor aus Österreich galten zwar nicht als 100% tröstlicher Ersatz, konnten das Publikum dennoch für sich gewinnen. Hate Plow schließlich hatten die Aufgabe, den Mob ins Bett zu schicken. Der weigerte sich zwar eine geschlagene Stunde, sank dann aber schließlich doch in Gras, Zelten und Dixi- Klos darnieder, nur um wenige Stunden darauf von ohrenbetäubendem Krach erneut geweckt zu werden.
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"Is mir zu krasses Gefrickel" lallt der Typ am Rand des Weges, auf dem sich eine ansehnliche Menge aufmacht, den Opener des zweiten Festivaltages zu begutachten – und er hat nicht ganz unrecht, Cuntgrinder vereinen geschickt musikalischen Anspruch und plakatives Prolltum und mögen nichts sein für Katergeschädigte. Die in Europa weitgehend unbekannten Lehavoth aus Israel ernteten anerkennenden Beifall für ihren ersten Festivalauftritt, und auch Tears of Decay konnten überzeugen.
Rottenness aus dem fernen Mexiko schienen sich in der Nachmittagshitze geradezu heimisch zu fühlen, die Menge hatte sich aber leider im Schatten versammelt.
Nach Israel und Mexiko folgte nun das dritte exotische Heimatland, Bathtup Shitter aus Japan hatten die Anreise selbst finanziert, um das Vergnügen haben zu können, ihre geisteskranke Show mal vor europäischem Publikum abziehen zu können. Und hierzulande konnte sich niemand erklären, woher der schmale wie kleine Sänger ein Organ nahm, mit dem er die Erde beben ließ. Cock And Ball Torture ließen es auch beben und trotz des recht rabiaten Titels trauten sich so einige Tapfere an die Bühne.
Aborted bereiteten die Menge auf das Finale des Abends vor, ehe Rotten Sound blutbeschmiert und gut aufgelegt die Bühne betraten. Die Jungs hatten ihr Outfit dem Cover ihres aktuellen Albums "Murderworks" angepasst und metzgerten eine ansehnliche Show zurecht. Geradezu brav wirkten dagegen Merciless, die nach den Metzgern zum Einheizen eintrafen, allerdings nur, solange sie nicht zu spielen begonnen hatten.
Cephalic Carnage hatten bereits an den Vortagen durch Trunkenheit auf sich aufmerksam gemacht, enterten also entsprechend eingespielt die Bühne und prügelten konsequent den letzten Saft aus den Anwesenden, von denen sich die meisten allerdings später wieder im Festzelt oder am Lagerfeuer einfanden, um die Nacht möglichst kurz zu halten.
Die Berliner Sinners Bleed eröffneten schließlich den letzten Tag mit ihrer komplexen Mischung aus Death und Grind, die alles aus den Zelten holte, was ursprünglich vorgehabt hatte, doch noch auszuschlafen. So versammelten sie eine gute Meute vor der Bühne, wovon Leng Tch´e aus Belgien mit ihrer abgedrehten Show und ihrem ultra- Geholze nur profitierten. Sanatorium machten ihrem Namen alle Ehre, wie der powermetalfreundliche Herr von der Security feststellte: "Jenau da kommse her, ausm Sanatorium!"
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Abbadon Incarnate aus Irland mussten leider als Mittagsüberbrückung herhalten,
die imposanten Kolumbianer von Internal Suffering dagegen herrschten über ein amtliches Moshpit. Laut, hart, langhaarig, so muss Metal sein.
Master war der zweite Act, der wegen Absagen anderer Bands kurzfristig eingesprungen war und wurde entsprechend wärmstens begrüßt – wobei sich hier sogar besagter Herr von der Security anschloss.
Dead Infection leiteten das große Finale des letzten Abends ein und boten, wie auch die Nachfolger Misery Index die perfekte Grundlage zum Warmwerden.
Die etwas unseriösen Pathologen von Haemorrhage schließlich brachten das Publikum zum Durchdrehen, es spritze die Gorepampe von der Bühne, der Brachialdeath aus den Boxen und die Show konnte nur noch überboten werden durch das Auftauchen von Dismember, die die Masse vollkommen in der Hand hatten und ein furioses Finale boten.
Nach einem vergnüglichen Absacker im Festzelt zu den Klängen von Desaster, Fatal Embrace und Lunatic Dictator gings dann erneut ins Zelt und glücklich ab nach Hause, den Dreck abgeschrubbt und aufs nächste Mal gefreut.
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Eine traurige Nachricht hat jedoch im Nachhinein auch für Erschütterung gesorgt: David Rairan, der Gitarrist von Purulent kam am Sonntagabend bei einem Unfall mit dem Tourbus ums Leben. Die Band war auf Europatour und hatte vorgehabt noch auf weiteren Festivals zu spielen. Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen und Freunden.
Rest in Peace.
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