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Stratovarius - Das funktionierende Democrazy-Prinzip

Seit ihrer Trennung von Big TT (Timo Tolkki) geht es mit Stratovarius wieder bergauf. Zwei Alben mit dem neuen Gitarristen Matias Kupiainen zeigten, dass hier wieder eine homogene Band am Start ist, die für hochklassigen Melodic Metal steht. Mit "Nemesis" erscheint nun das dritte Album nach dem Neuanfang, das diesmal dunkler als der direkte Vorgänger ausgefallen ist. Keyboarder Jens Johansson erzählt im Interview, wie es dazu kam, warum neue Elemente in den Sound hinzugefügt wurden und warum es diesmal nur eine Herz-Schmerz-Ballade auf dem neuen Album gibt.

"Du bist der zweite, mit dem ich über das neue Album rede, Du magst es, der erste mochte es auch, das sind zwei von zwei, das ist ein sehr guter Schnitt", lacht der schwedische Keyboarder, der hörbar nervös ist, wenn es um die Reaktionen zum neuen Album "Nemesis" geht. Verständlich, ist doch das neue Opus dunkler und moderner ausgefallen, ohne aber die typischen Stratovarius-Elemente zu vernachlässigen. "Vor diesem Morgen hatte ich keine Ahnung, wie die Leute das neue Album aufnehmen, das war schon ein wenig Spekulation. Denn Du versuchst auch immer Songs zu schreiben, die die Leute mögen, aber sicher kann man das nie sagen. Man will kein schreckliches Album für die Leute aufnehmen, aber vorher kann man die Reaktionen nie vorhersagen. Deswegen beruhigt mich dieser 100 Prozent-Schnitt schon etwas, haha. Wir werden sehen, wie viele Leute das Album kaufen und was die dann sagen. Aber das ist alles Spekulation".

"Ich meine, wir machen auch Musik, damit die Leute es mögen. Aber man will sich auch nicht selbst langweilen und immer wieder den gleichen Song schreiben, deswegen kommen auch immer wieder neue Elemente oder Stilistiken mit hinein. Deswegen machen wir da vielleicht etwas mehr melodischer oder andere Songs etwas härter und hoffen, dass die Leute das verstehen. Ich wünschte, ich könnte Dir jetzt sagen wie man das perfekte Album schreibt. Aber wir versuchen einfach nur gute Songs zu schreiben, jeder schreibt das bestmögliche Material, dann sortieren wir die Songs, wo wir denken, sie sind gut genug für ein Album. Und wir haben wirklich eine Menge geschrieben und an den Songs gearbeitet seit "Polaris", betont der Tastenspieler, der seit "Polaris" mit Stratovarius im zweijährigen Rhythmus neue Alben veröffentlicht und ausgiebig tourt. "Das ist ein interessanter Punkt in der Band. Wir können das nur schaffen, weil in der Band so viele Mitglieder Material schreiben, jetzt sind es vier Personen. Wenn jemand eine Schreibblockade hat, springt ein anderer ein. Es war jetzt immer so, wenn wir ins Studio gegangen sind oder der Termin anstand, wir viel zuviel Material hatten. Vor "Nemesis" hatten wir zwei Stunden Material gesammelt und geschrieben. Vielleicht kommt das nächste Album nicht 2015, sondern erst 2016, dann aber als Doppelalbum, haha. Jeder hat Zeit, sein Material zu sammeln, bei "Elysium" waren alle besser vorbereitet als bei "Polaris", deswegen ist so ein Pensum möglich", erklärt Jens, wie so ein strammer Veröffentlichungszeitraum möglich ist und lässt damit auch durchblitzen, was sich in der Arbeitsweise der Band seit der Trennung von Timo Tolkki verändert hat, der früher alles im Alleingang erledigte.

 

"Genau so war es. Es war eine Art Diktatur, aber nur weil wir es auch zugelassen haben. Er ist auch ein hervorragender Songwriter und wir haben ihm bei den Entscheidungen absolut vertraut. Das Problem ist aber, wenn diese eine Person dann eine Schreibblockade oder etwas anderes hat (hier spielt Jens wohl auf die psychischen Probleme des ehemaligen Mitglieds an, A.d.V.), muss der Rest warten, bis diese Phase vorrüber ist. Das kann schon frustrierend sein und es ist schwer, wenn man ein Album veröffentlicht, dass nur aus Deiner Feder stammt und dann die Leute es nicht mögen und dir allein dafür die Schuld geben. Jetzt ist die Last verteilt, wir hatten extrem viel Material und es sollten einige gute Sachen dabei sein. Bevor wir mit den Interviews zum Album angefangen haben, wusste ich nicht, was die Leute sagen. Vielleicht hätten sie mich auch angeschrien, was für ein schreckliches Album das ist...", vermutet Jens augenzwinkernd.

Da sich die Songwriting-Situation mittlerweile grundlegend geändert hat und nun mehrere Musiker in den kreativen Prozess involviert sind, bleibt natürlich die Frage, ob es nun auch das klassische gemeinsame Arbeiten an Songs gibt oder jeder in seinem Kämmerlein alleine an seinen Stücken arbeitet. "Matias und Timo arbeiten manchmal gemeinsam an Stücken, Matias schreibt die Musik und Texte dazu. Lauri und ich arbeiten manchmal auch gemeinsam an Material, aber wir leben in verschiedenen Ecken der Welt, da ist das alles nicht so einfach. Es ist auch eine mentale Sache, manchmal möchte man einfach alleine seine Ideen weiter ausarbeiten. Die ganze Band entscheidet dann schlussendlich, ob ein Song auf das Album kommt oder nicht, auch wenn ich denke, dass wenn man 100 Prozent den Song allein erarbeitet hat, man dann auch vielleicht selbst entscheiden sollte, was damit geschieht. Das funktioniert jetzt schon sein drei Alben und Touren, es scheint also ganz ok zu sein, immerhin haben wir die Demokratieform gewechselt. Aus Scherz nennen wir es jetzt Democrazy, da manches wesentlich länger dauert ohne Diktator, da man viel mehr diskutiert. Wir werden sehen, ob es weiter so läuft oder ob die Fans das Ergebnis dieser Arbeitsweise nicht mögen", formuliert der Keyboarder Vor- und Nachteile dieser neu gewonnenen Arbeitsweise.

Nachdem sich die Arbeitsweise der Band geändert hat, wie sieht es mit der Atmosphäre aus? Hat sich der Split von Timo Tolkki auch zwischenmenschlich bemerkbar gemacht? "Nein, es war jetzt nicht so, dass es mit Timo nicht harmonisch war. Jeder war einverstanden, so wie es lief. Das was 2008 passiert ist, war die ein Schmelztiegel aus allem ohne wirklichen Auslöser. Davor war es eine sehr freundliche und harmonische Atmosphäre in der Band, was danach geschehen ist, war allerdings nicht so schön für alle Beteiligten", blickt Jens zurück, der im veröffentlichten Livealbum aus dem Jahre 2012 keine direkten Effekte auf das aktuelle Werk sieht. Zwar dominieren auf "Under Flaming Winter Skies" die flotten Nummern der Band und „Nemesis“ wartet nur mit einer Ballade auf, einen Zusammenhang sieht der Schwede aber nicht. "Jeder hat die Nummern geschrieben, nach dem ihm war. Heraus kamen einige schnelle Nummern. Das Livealbum hat sicherlich einige Nacheffekte, aber direkt kann man nur sagen, dass sich unsere Arbeitsweise scheinbar bewährt. Dass "Nemesis" nun etwas schneller und dunkler ausgefallen ist, lässt sich so erklären, dass wir diesen Stil mögen. Wir haben keinen Zentralplan, was wir abliefern wollen. Es kann auch sein, dass das nächste Album komplett aus Balladen besteht. Das wäre das Democrazy-Prinzip: Ein Doppelalbum mit 15 Balladen! Vielleicht waren wir auch einfach nur wütend, dass diesmal nur eine Ballade auf dem Album ist, haha."

Neben den modernen Elementen überrascht Stratovarius auch mit folkigen Einschüben wie im Titeltrack oder in "Out Of The Fog", während früher dominierten die neoklassischen Melodien und Skalen von Timo Tolkki. "Out Of The Fog" ist ein interessanter Song, der von Timo stammt, der ja mit Jani Liimatainen von Sonata Arctica das Akkustikalbum gemacht hat. Wenn Du akustisch spielst, bist Du näher an Folk dran. Ich denke, dass beide in Timos Hütte gesessen sind, ein paar Drinks hatten und dann diese Nummer geschrieben haben. Ich glaube, sie haben auch noch weitere Songs geschrieben. Vielleicht wird dieses Element beim nächsten Album noch stärker vorhanden sein. Es ist schon ein großer Fundus an Emotionen, den man mit diesen Folk-Sachen erstellen kann, obwohl ich in "Out Of The Fog" eher keltisch oder irisch bezeichnen würde", orakelt der Schwede, obwohl die Fans sicher nicht komplett auf die Tolkkienschen Melodielinien verzichten wollen.

 

Lyrisch scheint es auch einige Veränderungen gegeben zu haben, "Fantasy" und "Dragons" lassen jedenfalls vermuten, dass Stratovarius vermehrt realitätsfremde Thematiken behandelt haben. "Vielleicht ist das bei einigen Passagen so, aber "Fantasy" ist für mich eher eine Art Love-Song, es ist Lauris Song. Jeder in der Band hat die Texte aber recht vage gehalten, sodass man immer noch alles Mögliche hinein interpretieren kann", gibt Jens an. Wesentlich genauer ist das Artwork ausgefallen, bei dem die Rachegöttin scheinbar über eine von der Apokalypse heimgesuchten Stadt schwebt, die irgendwie an Berlin erinnert. "Es sieht ein wenig wie eine europäische Stadt aus, das stimmt. Es sieht schon ziemlich Angst einflößend aus und passt gut zum Titel. Beim nächsten Album kann das aber schon wieder alles ganz anders sein, viel positiver", lacht der Schwede, der schon in seinen Aussagen weit in die Zukunft blickt.

Ebenso fest für die Zukunft eingeplant ist der neue Drummer Rolf Pilve, der den langjährigen Schlagzeuger Jörg Michael ersetzt hat, der im letzten Jahr die Band verließ. "Jörg war kein wirklicher Power Metal-Drummer, er war ein Punk, der in Berlin Häuser besetzt hat und immer viel geredet hat. Wie Rolf ist, kann ich nicht so genau sagen, wir haben erst fünf Gigs zusammen gespielt, alles Weitere wird sich auf Tour zeigen. Aber was ich bis jetzt aber kennen gelernt habe, war sehr positiv. Er ist unkompliziert und war beim Vorspielen auch völlig entspannt", zieht Jens ein erstes Fazit vom Neuen, mit dem zahlreiche Konzerte anstehen "und vielleicht auch demnächst ein Doppelalbum voll mit Balladen, haha". Na dann können wir ja auf 2015 gespannt sein...


 

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Ingo
© 02/2013 whiskey-soda.de
 


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