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Amplifier - Der Octopus auf Gastspiel in der Schweiz

56. Sechsundfünfzig. Die Ordnungszahl von Barium im Periodensystem der Elemente. Die Nummer des Departements Morbihan in der Bretagne. Der Name einer Stadt im US-Bundesstaat Arkansas. Die Anzahl der Männer, die die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet haben. Die Landesvorwahl von Chile. Wer Ahnung von höherer Mathematik hat, findet wahrscheinlich noch einmal so viele Bedeutungen dieser Zahl. Aber hier geht es ja nicht um Mathematik und auch nicht um Geographie, Geschichte oder Chemie. Sondern um Musik. 56 ist die Anzahl der Effektpedale, die auf drei fetten Boards am Bühenrand der Galery im schweizerischen Pratteln bei Basel stehen. Und dabei sind noch nicht einmal die Effektgeräte von Charlie Barnes mitgezählt.



Barnes tritt vor Amplifier als Supportact auf, später verstärkt er in Banduniform (Schwarzes Hemd und Octopus-Krawatte) den fetten Sound des Hauptacts mit seiner zusätzlichen Gitarre, am Keyboard und einer Trommel. Zuvor hatte Barnes mit Gitarre, Laptop und Effektgeräten den technisch verspielten Singer-Songwriter gegeben. Eine knappe halbe Stunde Gitarrengeschrammel, leidenschaftliche Schreie und mit Loops wiederholte Beatbox-Elemente machten den Auftritt des sympathischen jungen Briten zu einem interessanten musikalischen Beitrag, den man so nicht alle Tage live zu sehen bekommt. Nach dem Wechseln der Garderobe kommen dann endlich die Effektgeräte zum Einsatz - Amplifier sind berüchtigt für technische Spielereien und Klangexperimente. Bandleader und Sänger Sel Balamir ist etwas verschnupft und die Stimme etwas lädiert. Er macht zwar in Richtung des Publikums eine humorvolle Bemerkung auf die 1.Mai Feiern am Vortag, aber es ist wohl schlicht eine Erkältung. Zwischen den Songs spült er dann auch fleissig mit Kamillentee - aber es hält ihn nicht davon ab, mit seinen vier Kollegen einen gelungenen Konzertabend zu starten.

 

Bei 'Mary Rose' und dem darauffolgenden 'The Wave' hat das Quintett noch etwas mit der Feinabstimmung des Sounds zu kämpfen, doch das hat sich bald eingependelt. Dann sind die Jungs und ihr berühmter, druckvoller Live-Sound voll da. Selten habe ich bei einem Konzert einer Band, die KEINEN Metal macht, so einen kräftigen, zur Musik passenden Sound gehört. Die Effektgeräte tragen dazu sicherlich ihren Teil bei. Barnes Keyboard klingt mal wie ein Xylophon, mal wie eine Orgel. Magnums Bass wummert deftig aus den Boxen am rechten Bühnenrand. Aber es ist letzlich natürlich nicht die Technik, letztlich sind es doch die Kompositionen, die den typischen Amplifier-Sound definieren. Live klingt das härter als auf den Alben, die verzerrten Gitarren mit teils nirvanaesken Riffs hauen voll rein - zumal ja DREI Gitarristen auf der Bühne stehen. So wie beim Auftakt-Noise-Gewitter von 'Interglacial Spell', bei dem Feedback in ein kerniges Riff übergeht. Nicht der einzige Song dieser Art, mit Gitarren-Sound-Wänden schmeissen die Engländer an diesem Abend um sich. So wie bei 'UFO's', dem Song, der so klingt wie er heisst. Amplifiers Sound wird nicht selten als 'Space Rock' bezeichnet.

Bei diesem Song passt diese Beschreibung so gut wie bei 'Interstellar', wo's ebenfalls hemmungslos psychedelisch zugeht. Drummer Matt steht dem allerdings in nichts nach. Er gibt hinter seinem Kit alles, als müsste er beweisen, dass er sich gegen seine vier Mitstreiter mit ihren Instrumenten und den 56 Pedalen locker durchzusetzen weiss. Kann er! So klingen auch die tendenziell ruhigeren Songs des aktuellen Albums 'Echo Street' druckvoller als von der CD, auch wenn das nicht so viele sind, wie man vielleicht erwarten könnte. 'Where The River Goes' ist allerdings dabei, diese wunderschöne, einfache und trotzdem eingängige Perle von einem traurigen Pop-Song. Im Power-Live-Sound interpretiert, mit grandiosem dreistimmigem Gesang und einem spektakulären Ausklang, bei dem Balamir verzückt über seinem Pedal-Board knie. Und natürlich ist auch der Albumopener von 'Echo Street', das mit einem stimmungsvollen Video beworbene 'Matmos' mit auf der Setlist, das nach 110 Minuten schon den Auftakt der Zugabe bildet und bei dem das Publikum verzückt im Takt mitwippt. Nach nur einer weiteren Zugabe ist mit 'Airborne" vom selbstbetitelten Octopus-Vorgänger Schluss.

 

Britisch-höflich und dennoch sympathisch bedankt sich die Band beim mit ca. 60 Besuchern eher überschaubaren Publikum. Balamir lässt noch ein vom einem Grinsen begleitetes: 'Leute, ihr habt genauso viel Krach gemacht wie ein Publikum, das drei mal so gross ist wie hier heute abend' ins Mikro - dann gehen die Jungs von der Bühne und das Licht an. Die Effektgeräte müssten ob der intensiven Nutzung rauchen. Tun sie aber nicht. Nicht nur deshalb endet ein gelungener Konzertabend einer beschämend unterbewerteten Rockband. Während des Auftritts hat der FC Basel in Amplifiers Heimat gegen Chelsea verloren, gegen den populären Fussballclub der Stadt, in der sie am Abend dieses Konzert gespielt haben. Ob das die Herren zum Anlass nahmen, ordentlich zu feiern, ist nicht bekannt. Verdient hätten sie es. Wenn auch nicht wegen dem Fussball. Und auch nicht wegen der 56 Effektgeräte.


(Alle Fotos mit freundlicher Unterstützung von Daniel Strub)



Setliste (CH-Pratteln, Galery, 2. Mai 2013)

Mary Rose
The Wave
Interglacial Spell
The Wheel
Extra Vehicular
Motorhead
Interstellar
UFO's
Fall Of The Empire
Old Movies
Where The River Goes
Neon
Close

Zugabe:
Matmos
Airborne


 

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DanielF
© 05/2013 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Amplifier

Homepage:
- Amplifier - offizielle Website

Artikel:
- Amplifier - Der Octopus auf Gastspiel in der Schweiz
- Amplifier - Den Riesenkraken in die Flucht geschlagen

Rezensionen:
- Amplifier
- The Astronaut Dismantles HAL
- Echo Street
- Mystoria


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