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Alcest - Das freie Meer befreit den Geist

Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön heißt es ja im Volksmund - und so lassen wir uns nicht zweimal bitten, Stéphane 'Neige' Paut und Jean 'Winterhalter' Deflandre auf ein Gespräch ins Fahrerhaus ihres Nightliners zu folgen. Dort drängen wir uns in schwarze, großzügig bepolsterte Sitzgarnituren und schauen durch das Glas der riesigen Windschutzscheibe auf die Einfahrt des Gebäude 9. Der Motor bleibt natürlich aus, denn Alcest haben hier heute Abend noch etwas zu tun. Wo Neige am liebsten sofort hinfahren würde, wenn dem nicht so wäre, weshalb Alcest auf ihrem neuen Album der Metal-Vergangenheit entsagen und wie sie ihren Studioaufenthalt in Island erlebten, erfuhren wir im Interview mit den zwei Musikern.


Schon in der Nacht zum Vortag erreichte die Band die Tourstation Köln; der Day-Off fiel auf die Domstadt, wo die Franzosen im Vorfeld unseres Treffens also schon reichlich Gelegenheit zum Ausspannen und Flanieren hatten. Nichtsdestotrotz ist man nicht allzu gut aufgelegt. 'Mies', antwortet Neige unverhohlen, als wir uns nach seinem Befinden erkundigen. 'Es ist der Druck, der macht uns zu schaffen.'

Stéphane Paut, genannt Neige, war noch ein Kind, als er Molières 'Der Menschenfeind' verschlang. Dort gab es diese Figur, deren Name ihm so gefiel. Zu jener Zeit wusste er noch nicht, dass er eines Tages eine Band haben und nach ihr taufen würde. 'Ich habe 'Le Misanthrope' von Molière gelesen, als ich noch sehr jung war. Dort habe ich den Namen 'Alceste' gefunden - mit einem 'e' am Ende. Das 'e' hab ich weggelassen und das war's. Eine tiefere Bedeutung hat das nicht, mir gefiel aber, wie es sich anhörte.' Neige sagt nie besonders viel, aber wenn er etwas sagt, dann meint er es auch so. Wer ihn kennt, weiß, dass er sich mehr als Komponist denn als Live-Entertainer versteht. Bühnenperformance ist für ihn, der er am liebsten durchgängig an neuer Musik arbeiten würde, eine Begleiterscheinung seines Berufes, gewissermaßen ein notwendiges Übel. Diese Positionierung sollte am heutigen Abend gleichwohl nicht in Erscheinung treten, zumal die Band sich mehr und mehr daran gewöhnt - und gewöhnen muss -, regelmäßig Auftritte vor Publikum zu absolvieren.


Einem Publikum, das zudem seinerseits Anderes serviert bekommt, als es gewöhnt ist: Mit 'Shelter', ihrem vierten Studioalbum, tun Alcest einen gewaltigen Schritt heraus aus dem Dunstkreis des Metals. 'Post-Black-Metal' waren sie für ihre Hörer, 'Blackgaze', eine Art schwarzer Shoegaze. Nun ist Schluss damit; das düstere Gewand glaubt Neige endgültig abgestreift. 'Es wurde dringend Zeit, dass wir uns veränderten. Wir wollten nicht immer wieder dasselbe machen. Wir hingen ein bisschen durch mit dem was wir schon so lange taten. Wir wollten uns umstellen, erheblich vom Gewohnten abrücken', erläutert er. 'Vor allem aber wollten wir nicht mehr ständig diese ganzen blöden Metal-Studios aufsuchen - von denen hatten wir einfach genug. Auch in Zukunft möchten wir weiterexperimentieren.'

Der Zeitpunkt, an dem für Alcest klar war, dass die Weichen neu gestellt werden mussten, fiel in eine brisante Phase: Der Vorgänger 'Les Voyages De L'Âme' war nicht einmal vollständig aufgenommen, da setzte schon die Verdrossenheit ein. 'Es passierte während der Sessions zu 'Les Voyages De L'Âme'. Für mich war genau das der Moment, in dem ich unzufrieden wurde. In dem ich kritisch mit mir selbst wurde und für mich entschied, dass ich etwas ändern wollte. Winterhalter war da glaube ich gar nicht da. Du warst schon weg, oder?', wendet er sich an den Schlagzeuger, der nickt. 'Ich war jedenfalls allein im Studio und habe die ganzen Gitarrenspuren aufgenommen und... (atmet angestrengt aus)... ich war dessen sowas von überdrüssig. Mental war ich da ehrlich gesagt schon irgendwo in der Zukunft und gar nicht mehr bei der Sache.' Ein Statement, das verwundert, denn: Anzumerken ist das der 2012 erschienen und weithin geschätzten Platte, deren Aufnahmen übrigens im Studio E in Mellrichstadt/Unterfranken stattfanden, keineswegs.

Harte, metallische Klänge hätten allerdings der Verwirklichung von Neiges Konzept auch thematisch nicht allzu gut zu Gesicht gestanden - so sehr es auch einige schwermetall-affine Alcest-Hörer betrübt haben mag. Denn auf 'Shelter' geht es - wie schon der Titel impliziert - um Orte und Momente der Geborgenheit. 'Das Album heißt 'Shelter'. Jeder hat einen anderen Ort, den er dafür schätzt, weil er dort der Welt um sich herum entfliehen, sich gewissermaßen in seine eigenen Tiefen flüchten kann.' Neige selbst bevorzugt in dieser Hinsicht die See: 'Das Stichwort 'Shelter' verbinde ich persönlich mit dem Meer. Aber das muss nichts heißen; es könnte auch alles mögliche Andere sein, weißt du. Es ist ein sehr subjektiv geprägter Begriff.'

 


Dass es den 27-jährigen Sänger ans Meer zieht, kommt nicht von ungefähr. Schon auf dem zweiten Album 'Écailles De Lune' segelten Alcest einem Songtitel zufolge auf dem océan couleur de fer, dem stahlblauen Ozean. Traditionen, die die Familie während Stéphanes Kindheit pflegte, legten den Grundstein für diese besondere Beziehung. 'Diese spezielle Verbindung besteht schon seit langer Zeit. Meine Eltern hatten ein paar Boote am Mittelmeer an der südfranzösischen Küste. Fast jedes Wochenende haben sie mich dorthin mitgenommen. Als Kind habe ich das nie wirklich gemocht und fand das eher langweilig', gibt Neige zu. 'Aber als ich dann ein Teenager war und diese Ausflüge nicht mehr stattfanden, begann ich, sie irgendwie zu vermissen. Als Heranwachsender, der ich damals war, habe ich mir daraufhin vorgenommen, wenigstens einmal im Jahr ans Meer zu reisen. Ich weiß nicht, ich fühle mich einfach wohl dort. Es war einige Jahre mein ganz persönlicher Zufluchtsort, ein Ort, den ich aufsuchte, um wieder zu mir selbst zu finden.' Ist er einmal dort, nimmt er die Ruhe des Ortes in sich auf. In besonderem Maße aktiv wird Neige dort also nicht, mal davon abgesehen, dass der eine oder andere Song dort durchaus noch seine Geburtsstunde feiern könnte. 'Ich sitze einfach am Strand. Mit Freunden oder allein. Oder ich gehe schwimmen. Tags, Nachts - egal. Ich fühle mich dort immer wohl.'

Alcest - Das freie Meer befreit den Geist Seiten 1 2 3

 

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Valentin
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- Alcest - Musik, die alles erlaubt
- Alcest - Das freie Meer befreit den Geist
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Rezensionen:
- Souvenirs d'un Autre Monde
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