whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin zur Startseite whiskey-soda Musikmagazin zur Story Seite whiskey-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whiskey-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whiskey-soda Musikmagazin Community und Forum whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin einfach mal suchen whiskey-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
Story-Archiv   
 

      registrieren  

Californisoul
Supersonic Blues Machine
Californisoul
(Rock)

Grau
Illegale Farben
Grau
(Punk)

In This Moment We Are Free
Vuur
In This Moment We Are Free
(Progressive Metal)

Live At The Hollywood Bowl
Jeff Beck
Live At The Hollywood Bowl
(Rock)

Walk The Earth
Europe
Walk The Earth
(Hardrock)

Winners And Losers
Gypsy Soul
Winners And Losers
(Hardrock)

In Range
Target
In Range
(Rock)

Sticky Fingers Live At The Fonda Theatre
Rolling Stones
Sticky Fingers Live At The Fonda Theatre
(Rock)

Deep Calleth Upon Deep
Satyricon
Deep Calleth Upon Deep
(Blackmetal)

Vestigial
Lo!
Vestigial
(Metal)



Long Distance Calling - Brennende Luft im Stripclub

Wenn in einem Stripclub die Post abgeht, ist selten Musik involviert bzw. sie tritt gegenüber reizvollen, spärlich bekleideten Körpern in den Hintergrund. In diesem Fall ist dies allerdings nicht so: An diesem Abend im Komplex Club, einem ehemaligen Striplokal, brennt die Luft wegen der Musik. Vor allem wegen der Musik von Long Distance Calling aus Münster, und das obwohl das rote Interieur mit Goldbrokat und Plüsch die unbekleidet tanzenden Ladies fast noch erahnen lässt. Doch alles der Reihe nach, denn der Abend steigert sich gemächlich und zu Beginn war von der Hammer-Atmosphäre und dem triumphalen Auftritt von Long Distance Calling nicht unbedingt etwas zu erahnen.

Das mag vor allem daran liegen, daß die Opener an diesem Abend, Wolves Like Us, nicht so richtig ins Line-Up passen. Während Junius und vor allem Long Distance Calling Post Metal spielen, bewegen sich die norwegischen Wölfe irgendwo zwischen Punk und Post-Hardcore. Obwohl das Quartett aus Oslo, das in wenigen Tagen sein zweites Album veröffenlicht, mit leidenschaftlichem Engagement bei der Sache ist, wird das Publikum nicht so richtig warm mit dem speziellen Gesang, den repetitiven Drums und dem nicht so richtig einzuordnenden Stil. Es hat wohl keiner der Konzertbesucher, die höchstwahrscheinlich vor allem wegen der deutschen Oberliga-Post-Metaller angereist waren, so eine stilistisch völlig andere Band erwartet. Und je weniger eingängig eine Band stilistisch ist, desto eher muss man sich vorher schon etwas "eingehört" haben.

 

Mit Junius aus den USA ändert sich der Stil deutlich in Richtung der Headliner - das Publikum ist inzwischen auch emotional angekommen und so steigt auch die Stimmung im Club. Zudem ist der Sound der Bostoner exzellent, vor allem der Sänger Joseph Martinez versteht etwas von seinem Handwerk. Seine Mal sanfte, mal wütende Stimme untermalt die Musik hervorragend. Die Bühne ist mit Retro-Glühlampen dekoriert, aber ansonsten recht dunkel. Die Lichtanlage strahlt die Musiker überwiegend von hinten an. Ein Albtraum für die Fotografen dieses Abends, zur bisweilen verträumt schwermütigen Musik irgendwo zwischen Post-Metal und Alternative Rock und der zugehörigen Stimmung passt die Optik jedoch wundervoll. Das ist auch an der Reaktion des Publikums eindrucksvoll abzulesen: Während der Songs fast andächtige Versunkenheit, am Ende jeweils satter Applaus als Belohnung für's akustische Davonträumen.

Und schon kurz darauf treten die Hauptkünstler des Abends auf die Bühne: Long Distance Calling aus Münster. Atmosphärisch und auch von der Beleuchtung her geht das in eine sehr ähnliche Richtung wie bei Junius und das sonst eher etwas zurückhaltende Schweizer Publikum ist von Beginn an mit Begeisterung dabei. Der Auftritt beginnt mit den groovigen Drumbeats von 'Into The Black Wide Open' - Drummer Janosch Rathmer fasziniert ohnehin das ganze Konzert über mit seinem kraftvollen und abwechslungsreichen Drumming, auch wenn der Rest der Band das musikalische Können betreffend letztlich in Nichts nachsteht. Der Sound ist wundervoll - und daß der Gesang beim ersten Titel mit selbigem ('Into The Flood') etwas im Hintergrund bleibt, ist womöglich sogar beabsichtigt. Schließlich hat das Quintett aus der westfälischen Großstadt erst seit dem letzten Album von 2013 einen "richtigen" Sänger an Bord. Eines der Dinge, das Long Distance Calling bis zum Kinnladen-Herunterklappen beherrschen, ist das meisterhafte Spiel mit Laut und Leise, Sanft und Hart. So beginnt auch 'Ductus', das zweite Stück vom aktuellsten Album mit elektronischen Samples und stimmigem, unverzerrtem Gitarrenspiel. Die traumhafte Melodie wirkt fast beiläufig eingeflochten und die fünf Herren lassen sich Zeit, bevor sich ein verzerrtes Gitarrenriff dazugesellt. 'Black Paper Planes' vom 2009er Album "Avoid The Light" hat mit die kraftvollsten Riffs des Abends - und das mag bei dieser dynamischen Band etwas bedeuten.

 

Live geben die drei Herren an den Saiten, die Gitarristen Florian Füntmann und David Jordan sowie Basser Jan Hoffmann nochmals einiges mehr Gas als auf ihren Alben. Jordan zaubert Slides, Hoffmann feuert das Publikum von der Mitte der Bühne an, wo üblicherweise der Sänger steht. Beim Beginn von 'The Man Within' brilliert erneut Rathmer an seinen Drums, das Gitarrenriff ist treffend, aber disharmonischer als die bisherige Gitarrenarbeit. Der Applaus nach jedem Song ist frenetisch und steigert sich von Pause zu Pause - wohl nicht zuletzt, weil man den Jungs zu jeder Minute ansieht, daß sie mit Konzentration, aber vor allem großem Spaß bei der Sache sind. Im letzten Drittel des Konzerts geht auch die Songauswahl in eine Richtung, die das Vollgas-Geben perfekt unterstützt. So wie das knallharte Metal-Riff von 'Arecibo', bei dem auch das begeisterte Gewusel vor der Bühne nochmals sichtbar zunimmt. Sogar so sehr, daß Hoffmann und Füntmann mit einer Mischung aus amüsiertem Lächeln und tadelndem Blick den besonders begeisterten Herren in der ersten Reihe mit der bekannten Geste des Zeigefingers vor den Lippen "zu-pst-en". Der erneut eher ruhige Beginn von 'Metulsky Curse Revisited' erfordert mit seinem träumerischen Intro tatsächlich, daß man die Augen schließt und sich von den unausweichlich über einen rollenden Gänsehautwellen davontragen lässt. Natürlich wissen die Herren auch in diesem Song mit der Dynamik zu spielen - und viel zu schnell ist der Auftritt vorüber.

Vom begeistert jubelnden und nach einer Zugabe rufenden Publikum angespornt liefern Long Distance Calling mit strahlenden Gesichtern und Applaus für das Publikum noch eine Zugabe - und das obwohl der vorgesehene Zeitplan bereits überschritten ist. Das zwölfminütige 'Apparations' setzt einen eindrucksvollen Schlusspunkt um 23.30 Uhr. Wer bisher Zweifel hatte oder Long Distance Calling für überhyped hielt ist am Ende des Abends überzeugt: Wenn es Post-Metal aus Deutschland sein soll, sind Long Distance Calling die Nummer 1.


Setliste Long Distance Calling (CH-Zürich, Komplex Club, 13. Februar 2014)

Into the Black Wide Open
I Know You, Stanley Milgram!
Inside The Flood
Ductus
Black Paper Planes
The Man Within
Keyboard Air
Aurora
Arecibo
Metulsky Curse Revisited
Zugabe:
Apparitions




 

auf Facebook empfehlen/teilen       Artikel drucken

DanielF
© 02/2014 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Long Distance Calling

Homepage:
- Long Distance Calling Myspace-Seite

Artikel:
- Long Distance Calling - Brennende Luft im Stripclub
- Gloomar Festival mit GOD IS AN ASTRONAUT und LONG DISTANCE CALLING (Vorbericht)

Rezensionen:
- Avoid The Light
- Long Distance Calling
- The Flood Inside
- Trips

Kurzinfos: Wolves Like Us

Homepage:
- Wolves Like Us - Myspace

Rezensionen:
- Black Soul Choir


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

YOUTUBE

CD des Monats 09/17
Walter Trout - We're All In This Together

Walter Trout - We're All In This Together


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information

Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B | Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv | 1995-2016 © whiskey-soda.de