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Agnes Obel - philharmonisch-vollendet

Die Stille, die ihr aus den voll besetzten Rängen der Kölner Philharmonie förmlich entgegenschlug, schien sie zu verschüchtern. Zaghaft lachend wandte sich Agnes Obel an ihr Publikum. Das heute Abend sei kein klassisches Philharmonie-Konzert; man könne ruhig ordentlich Lärm machen. Als frühe Headlinerin des alljährlichen c/o-Pop-Festivals in der Domstadt hatte die Dänin am Donnerstag das Vergnügen, das ehrwürdige Konzerthaus mit Ton und Leben füllen zu dürfen.

Mit Obel selbst am Flügel, Vollzeit-Bühnenpartnerin Anne Müller am Cello und Sophie Bayet, die mit Geige und Bratsche gleich zwei Streichinstrumente im Wechsel bediente, sind es ganze drei Menschen, die das sonst von ganzen Orchestern in Beschlag genommene Herzstück der Philharmonie besetzen. Fast ein wenig verloren wirken die Musikerinnen auf dem weiträumigen Bühnen-Plateau - bis sie in kürzester Zeit zu einer künstlerischen Einheit verschmelzen. Optischer Fixpunkt blieb gleichwohl die Sängerin, deren blütenweiße Silhouette auch im schummrigsten Lichte zu leuchten schien.


'Aventine' stand auf dem Passierschein, der an diesem Abend durch die Eintrittspforten der Philharmonie führte. Tatsächlich standen sämtliche Stücke des aktuellen Albums auf dem Plan - und niemand hätte sich darauf berufen können, nicht vorgewarnt gewesen zu sein. Mit ihrem unverwechselbar rauchigem Timbre bot die Sängerin, die die Konzertgäste in einem Mix aus Englisch, Deutsch und Dänisch durch den Abend moderierte, eine aktuelle Werkschau dar, die weder Schwachstellen noch Lückenfüller kannte. Mal unaufdringlich tröpfelnd, mal aufwühlend intensiv und stets auf dem schmalen Grat zwischen heiter und melancholisch balancierend, diffundierten die vielgestaltigen Melodien in den Raum. Doch hätte von keiner unter ihnen gesagt werden können, sie hätte die Gekommenen nicht zu jeder Zeit fest im Griff gehabt.

 


In Anbetracht der bespielten Location durfte 'Philharmonics' vom gleichnamigen Debüt-Album natürlich nicht fehlen - wenn auch ein jeder Punkt der Setlist in philharmonischer Güte aufging. Gleiches galt für 'On Powdered Ground', dessen extensive Schlusspassage sich zusehends verdichtete und unter ansteigender Lautstärke nahezu ekstatische Energie freisetzte. Da sich eine solche Wirkung mit lediglich drei Musizierenden kaum bewerkstelligen ließe, leisten Anne Müller und Sophie Bayet rege Fußarbeit. Nicht nur bei diesem Stück flechten sie ihre Parts loopweise ein und schichten so Spur über Spur, sodass die Darbietung mit bisweilen beinahe unwirklichen Klangvolumina erstaunt.

'Jetzt wärme ich das Klavier ein bisschen auf', kündigte die Wahl-Berlinerin an, bevor sie zum Titeltrack von 'Aventine' in die Tasten griff, und verstaute mehrere dämpfende Stoffstücke im Korpus des Flügels, während ihre Live-Musikerinnen wie so oft an diesem Abend die Finger zupfbereit an den Saiten ihrer Streichinstrumente platzierten. 'Dorian' schließlich bescherte Agnes Obel eine gänzlich neue Erfahrung. Ursprünglich in einem engen Raum aufgenommen, sei das Freisetzen der Klänge in die resonanzfreundlichen Weiten der Kölner Philharmonie ein sehr besonderes Erlebnis, teilte sie ihren Zuhörern mit.


Trotz guter Durchschnitts-Konzertlänge von knappen 90 Minuten schien der Auftritt nur so vorbeizurauschen. Ehe man sich versah, kündigte Agnes Obel die letzten zwei Stücke an. Zu 'The Curse' projizierten die Scheinwerfer ein Steinfliesenmuster auf den Bühnenboden, während das Streicherinnenduo einen weiteren lebhaften Pizzicato-Singsang beisteuerte.

Nachdem der letzte Ton dieses letzten Songs verklungen war, ließ das Publikum nicht mit Standing Ovations auf sich warten. Die Damen Müller, Bayet und Obel belohnten es mit einer kurzen Rückkehr. 'Katie Cruel', ein traditioneller amerikanischer Folk-Song leitete die Zugabe ein. 'Ich glaube, es geht darin um Alkoholismus...', kommentierte die Pianistin, und musste gleich beim nächsten Stück die nächste kleine Unorganisiertheit eingestehen. Es hätte auf der Setlist gestanden, aber man habe es vergessen zu spielen.

 

Nicht weiter schlimm für die Philharmoniebesucher, hatten doch die Sympathien für Obels herzliche Art längst um sich gegriffen. 'Close Watch', das auf 'I Keep A Close Watch' von John Cale zurückgeht, performte das Triumvirat eine Spur eiliger und damit weniger packend als gewohnt, bevor uniformiertes Hauspersonal mit Blumensträußen auf die Bühne scharwenzelte. Förmlichkeit hin oder her: Das Trio hatte sich die Blumen mehr als verdient.


Fotos: Valentin Erning


 

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Valentin
© 08/2014 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Agnes Obel

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Artikel:
- Agnes Obel - Tierpräparat gegen Autobiografie
- Agnes Obel - So sprechet sie los
- Agnes Obel - philharmonisch-vollendet

Rezensionen:
- Philharmonics
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