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Olli Schulz - Saunabesuche, Lebensweisheiten und Selbstironie

Vor zwölf Jahren, als er seine erste Platte "Brichst du mir das Herz, dann brech ich dir die Beine" veröffentlichte, war Marc Oliver Schulz ein kleines, charmant leuchtendes Licht im deutschen Indie-Rock-Untergrund. Wenngleich sein Talent, Lebenswahrheiten in skurrile Songs mit Groove und Melodie zu packen, schon damals deutlich zu erkennen war, spielte der Hamburger in kleinen Clubs vor kleinem Publikum. 2015 ist Schulz vor allem wegen seiner in den letzten Jahren großen Präsenz im Fernsehen ein bekanntes Gesicht. So war es kein Wunder, daß nach seinem großen Erfolg mit "Schulz In The Box" seine aktuelle Deutschland-Tour in den meisten Städten ausverkauft war. Daß das auch beim einzigen Schweizer Konzert in Zürich der Fall sein würde, wo Schulz Bekanntheit schon immer geringer war, war dann aber doch eine kleine Überraschung.

 

'Ich hab in der Schweiz mal vor zwölf Leuten gespielt - und fünf davon waren Freunde der Barfrau', scherzt der langgewachsene Entertainer, als er im vollen Plaza Klub im Zentrum Zürichs die Bühne betritt. Und man vermutet wie someist bei Schulz, daß es zwar scherzhaft vorgetragen ist, aber letztlich doch eine wahre Begebenheit darstellt. Mit fünfköpfiger Begleitband (Bass, Akustik- und E-Gitarre, Keyboard und Schlagzeug) und prickelnder Power beginnt Schulz den Abend melancholisch mit 'Kinder der Sonne' und 'Mann im Regen' vom wunderbaren aktuellen Album "Feelings aus der Asche". Das Album bescherte dem der Künstler Platz 4 der deutschen Albumcharts und ist damit das bisher erfolgreichste. Der Sound ist voll und der erste Applaus im ausverkauften Club dem Meister und seiner Band gewiss. In 'Ich dachte, du bist es' erzählt der Songwriter von einer Liebe auf den ersten Blick, die Begleitband und Schulz' Freund Gisbert zu Knyphausen am Bass steuern wundervolle Background-Vocals bei. Mit 'Boogieman' besingt Olli Schulz die Rückkehr an vertraute Plätze von früher. Nur mit dem Mikrofon in der Hand hat man den Hamburger noch nicht oft auf der Bühne gesehen. Vielleicht kommt es daher, dass Schulz bei seinem Auftritt in Zürich fokussierter als früher wirkt - aber natürlich auch deshalb, weil speziell dieser Song stark gesangsbetont ist. Und Schulz scheint ein besserer Sänger geworden zu sein - und ein routinierterer Entertainer. Kein Wunder, bei so viel Fernsehpräsenz in letzter Zeit.





Ein guter Entertainer war er schon immer, seit dem neuen Album ist der Wahl-Berliner aber auch das, was man tiefgründig nennt. Früher waren seine skurrilen Geschichten auch schon Ausdruck einer großen Reflektiertheit, nun ist eine sympathisch-selbstbewusste Selbstironie dazu gekommen. 'Ihr kriegt das hier in der Schweiz nicht mit, aber ich bin in Deutschland inzwischen ein Superstar, sinniert Schulz und lacht sich dabei schlapp, nachdem er sich mit 'Passt schon' selbst auf den Arm genommen hatte. Nach dem ironischen 'Phase' knallt unter dem Jubel des Zürcher Publikums eine Konfettikanone, die per Sprengdrücker ausgelöst wird und einen bunten Schleier über den Klub regnen lässt. Nur Olli Schulz bekommt es hin, mit reduzierter Band eine 'Schrecklich schöne Welt' zu beschwören und dann spielerisch-verschmitzt eine sehr gelungene Louis-Armstrong-Hommage im Originalton von 'What A Wonderful World' einfließen zu lassen. Die ist gleichzeitig die Überleitung zu einem wieder etwas amüsanteren Teil. Olli besingt auf einem Barhocker sitzend mit Gitarre den 'Vorführeffekt' und man merkt, ja man merkt deutlich, dass das hier immer noch der alte Olli Schulz ist. Der Entertainer taut langsam auf, scheint sich an vergangene Lieder auf der Bühne zu erinnern. Keine Spur davon, daß der letzte Titel wahr werden könnte und etwas schiefgeht. Stattdessen lässt Schulz den kleinen Bären seine Geschichte erzählen.

Dann die wahre Begebenheit vom Saunaabend in Langwitz, den Brüllerjoke mit der Todesliste, famos vorgetragen. Kein Wunder, daß er vor allem als "witziger Entertainer" bekannt ist. Natürlich nur zwischen den schönen kleinen Songs, für die der Mann des Abends genauso geliebt wird. Nach 'Das letzte Königskind' kommt die Band wieder auf die Bühne zurück und gibt nach der Ruhepause umso mehr Gas. Der 'Phosphormann', 'Spielerfrau' und das grandiose 'Als Musik noch richtig groß war' werden vom Publikum gefeiert und die Stimmung wird besser und besser. Zu Knyphausen zeigt einmal mehr, daß er ein sehr guter Sänger ist und bei 'Spielerfrau' fliegen Riesenluftballons ins Publikum. Zum Swingenden 'Was macht man bloß mit diesem Jungen' bittet Schulz eine junge Frau aus dem Publikum auf die Bühne, die ihren Job als Tänzerin sehr passabel meistert und einen genauso großen Applaus wie der Chef selbst einheimst. Nicht ohne Ironie, aber trotzdem mit großer Wertschätzung stellt Olli Schulz zum Ende seine Band vor. Gisbert zu Knyphausen erhält so viel Applaus, daß klar wird, daß der liedermachende Freiherr in der Schweiz mehr als nur ein Begriff ist. Bei 'Du Bist so lange einsam' singt Schulz schließlich mit seiner australischen Gitarristin um die Wette. Die Tatsache, daß sie die bessere Sängerin ist, nimmt der lange Hanseate mit Humor und leitet zum Countrysong 'Die Ankunft der Marsianer' über. Als Zugaben feiern Publikum und Musiker zu 'Dann schlägt dein Herz' und 'Wenn die Music nicht so laut wär' mit einem begeisterten Rock-Gewitter den Höhepunkt des Abends, der mit einem Regen aus Silberkonfetti von der Clubdecke sehr gelungen endet. Schulz ist der Schulz von früher geblieben. Fast. Aber wir werden ja alle reifer.


Setliste Olli Schulz (Zürich, Plaza Klub, 24.03.2015)

Kinder der Sonne
Mann im Regen
Ich dachte, du bist es
Boogieman
Passt schon!
Phase
So muss es beginnen
Wenn es gut ist
Schrecklich schöne Welt
Vorführeffekt
Human of the Week
Der kleine Bär
Saunaabend
Das letzte Königskind
Old Dirty Man
Phosphormann
Spielerfrau
Was macht man bloss mit diesem Jungen?
Als Musik noch richtig gross war
Du bist so lange einsam
Die Ankunft der Marsianer
Dann schlägt dein Herz
Wenn die Music nicht so laut wär


Fotos: Oliver Rath & Sonja Frick


 

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DanielF
© 03/2015 whiskey-soda.de
 


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