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Agent Fresco - Von der Liebe zu nahen Menschen und fernen Städten

Das Kölner Underground ist gefüllt mit einer Mischung von Menschen, wie man sie selten zu sehen bekommt. Dass es an diesem Abend rund um dynamische, progressive Musik geht, spiegelt sich auch in der Menge wider, in der vom Metalhead bis zum Indie-Fan alles vertreten ist. Die Stimmung ist gut, denn der trübe Tag findet in einem milden Abend mit einem Bilderbuchsonnenuntergang einen nur allzu passenden Anklang für die bevorstehenden Stunden.

Vier sympathische Jungs betreten die Bühne und werden herzlich begrüßt. Die Band zaudert nicht lange und empfängt ihr Publikum dynamischen Klängen wärmstens. Die Energie der Songs wird sehr gut über Kontraste in Intensität und der Stimme des Sängers rübergebracht. Diese überzeugt mit einem beeindruckenden, von herzzerreißender Trauer bis zu kräftigen hohen Tönen reichendem Spektrum, das mittels Soundeffekten noch digital erweitert wird. Dennoch klingt es ehrlich und nicht aufgesetzt. Doch nicht nur die Boxen verbreiten die Energie im Saal, auch die Band groovt auf der Bühne zum abwechslungsreichen Sound.

Es folgen viele Songs aufeinander, die Übergänge sind gut gewählt und clever verpackt. Frontmann Florian begrüßt das Publikum "Wir sind Lake Cisco, benannt nach dem Ursprungsort der Band ... Köln". Der Humor kommt an. In den Pausen zollt das Publikum der Band mit Applaus Respekt. Auch wer wegen des eigentlichen Hauptacts gekommen ist, wird sicher großen Gefallen an Lake Cisco haben, die mit ihren progressiven Rhythmen und gut durchdachten Songstrukturen ungemein die Vorfreude auf den weiteren Verlauf des Abends schüren. Nach dem letzten Song werden Rufe nach einer Zugabe laut, ehrlich und absolut berechtigt. Scheinbar unvorbereitet weist der Sänger darauf hin, dass ihre Spielzeit um sei. Sperrstunde für Lake Cisco.

Der Raum ist bestens vorgewärmt für das folgende Spektakel. Wie für Shows dieser Größe üblich, übernehmen die Bands selbst den Umbau. Ein Keyboard auf der Bühne verspricht noch gute Handarbeit, auf dem Bass Amp steht ein Tablet und Drummer Hrafnkell plaziert ein Samplepad neben seinem Schlagzeug. Als Musiker ist man flexibel. Nach getaner Arbeit ziehen sich die Jungs noch einmal hinter die Bühne zurück. Als sie kurze Zeit später ins Rampenlicht treten, scheint der Raum geflutet mit einer positiven Power, die nur wenige Bands zu versprühen wissen. Der Applaus des Publikums ist schon vor der ersten angeschlagenen Saite gigantisch. Wie getragen von dieser Begeisterung fängt die Band an mit ihrem Set. Nach dem ersten Song, der vom Erstling "A Long Time Listening" stammt, sind altgediente und neue Fans Feuer und Flamme. Mit Lust auf mehr.

 

Sänger Arnór begrüßt Köln; es sei schön wieder hier zu sein. Er erläutert, dass eigentlich nur das Konzert auf dem Reeperbahn Festival angedacht war und ihr Manager gesagt habe: "Wenn ihr schon in Deutschland seid, müsst ihr auch ein Konzert in Köln spielen." Guter Mann. Schnell wird der nächste Song präsentiert, diesmal vom neuen Album "Destrier". Das Bild, das Agent Fresco auf der Bühne präsentieren, geht auf. Basser Vignir bewegt sich rhythmisch zu den teils doch sehr verschobenen Phrasierungen der Melodien, Sänger Arnór springt von einem Ende der Bühne zum anderen, Gitarrist Þórarinn genießt die Stimmung der Menge und ein über beide Ohren grinsender Hrafnkell Örn komplettiert hinter dem Schlagzeug sitzend gelungen die Szene.

Im Gegensatz zu Lake Cisco machen Agent Fresco nach jedem Song eine kleine Pause. Diese werden aber zweckdienlich genutzt. "It's so great to be back in Cologne", plaudert Arnór. "Are there people from the Euroblast family?" Ein großer Teil der Menge jubelt. Das Euroblast Festival steht kurz bevor und wird von vielen schon sehnlichst erwartet. Agent Fresco sind schon seit 2012 ein Teil dieser Familie und sichtlich stolz. "We are so excited to be here. Before the show we had some interviews and one guy asked me how it felt to be back home, and I'm like 'Phew. Daaaamn straight, son!'"

Nach ein paar Songs wird auch das Tablet auf dem Bass-Amp genutzt. In den neuen Songs wird es wie ein Keyboard genutzt um die Sounds, die von einer mitlaufenden Spur kommen, zu ergänzen. Die Lieder sitzen. Nicht nur auf der Bühne wird geschwitzt, sondern das Publikum heizt auch ordentlich ein. Arnór fängt wieder an zu erzählen. Mit den Texten des ersten Albums "A Long Time Listening" verarbeite er den Tod seines Vaters im Jahr 2006. Die Menge hört gespannt zu. Niemand wagt es, diesen intimen Moment zu unterbrechen. Alle Songs des Albums seien aus seiner Perspektive, wie er mit dem Tod, der Trauer und der Depression umgegangen sei. Bis auf einen Song. Er erzählt, wie er sich an Weihnachten bei ein paar Gläsern Wein mit seiner Mutter unterhalten und sich an diesem Abend das erste mal mit ihrer Perspektive des Geschehenen außeinander gesetzt habe. Wenn man das noch vor einigen Minuten über die Bühne springende Energiebündel noch vor Augen hat, ist es schwer, sich vorzustellen, daß es ein und die selbe Person ist.

"I can't imagine what it feels like to lose your best friend, who is also your lover and your husband. This next song is dedicated to her." Implosions. Es seien Ihre Worte. "It's all I have / Await / For his hands to warm my heart." Gänsehaut. Nach zwei Dritteln des Songs weicht die Gitarre dem Keyboard und dieses spielt eine synkope Melodie über den Grundbeat des Songs. Dieser wird vom Schlagzeug aufgegriffen und übernimmt ein neues Tempo, das nach einer kurzer Anlaufzeit in ein großes Finale geführt wird, das vom mitsingenden Publikum gebührend gefeiert wird. Man merkt schnell, dass die Texte der Band keine hypothetischen Gedankenspiele sind. Als Einleitung für den Song "Wait For Me" erzählt Arnór, dass er mit Olafur Arnalds auf Tour in Dänemark war. Zu dem Konzert dort erschienen viele alte Freunde und seine Familie. Dort wurde ihm bewusst, dass er viel verpasst habe, seit er nach Island gegangen sei. "Time doesn't stand still where you are not. This song is for my friends and family." "Wait for me. / Have I been giving you up for more? / You know I’m keeping you all inside." Diese Intimität macht die Band umso sympathischer. Wer den dramatischen Klängen noch widerstehen konnte, wird spätestens mit diesen Hintergrundinformationen nicht umhinkommen mitzufiebern.

 

Den Höhepunkt erreicht der Abend, als Arnór bekanntgibt, dass Hrafnkell vor ein paar Tagen Geburtstag gehabt habe, aber jetzt hier kein Geburtstags-, sondern ein anderes Lied gesungen werden sollte, um ihn zu feiern. Die Band setzt zu "A Long Time Listening" an. Es hört sich an, als würde jeder einzelne im Underground diesen Song kennen und mitsingen. "Skylines drew lines under my eyes / How the chime came quickly". Auf der Bühne sieht man den Jungs an, dass die immense Partizipation des Publikums ihnen sehr nahe geht. Sie genießen jeden Moment. So auch das Publikum, das neben dem Mitsingen auch den ausgefeilten Break in der Mitte des Songs mit körperlichem Einsatz zelebriert.

Vor der Zugabe wird nicht von der Bühne gegangen. Das spart Zeit und fühlt sich laut Arnór auch etwas seltsam an, wenn allen bewusst sei, dass es sowieso eine Zugabe geben wird. Sie bedanken sich nochmal für den herzlichen Empfang. Wie unglaublich es sei, wieder in Köln gewesen zu sein und dass es ihnen viel bedeute. Das hört man ja oft von Bands, aber diesen Jungs muss man das einfach abnehmen. Köln fand es auch unglaublich und die nächste Zusammenkunft von Agent Fresco und Köln kann gar nicht schnell genug kommen.


Text: Wolfgang Füßenich
Fotos: Toni Michel


 

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DanielF
© 09/2015 whiskey-soda.de
 


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