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„Ich meine mich erinnern zu können, dass einige ziemlich gute Songs auf dem Album sind. Wobei meine persönliche Sicht der Dinge sicherlich nicht die der Masse ist. Ich würde mich zwar nicht monatelang mit nichts anderem als der neuen CD in meiner Wohnung einschließen lassen, doch wir sind in der Tat sehr stolz auf das neue Material“ , erzählt Cave im Rückblick auf “Nocturama“.
Entgegen ihrer gewohnten Arbeitsweise spielten Nick Cave, Blixa Bargeld, Mick Harvey, Drummer Thomas Wydler, Bassist Martin P. Casey, Percussionist Jim Sclavunos und Violinist Warren Ellis “Nocturama“ Anfang letzten Jahres während einer freien Zeit auf der gerade absolvierten Australientournee ein und brauchten nicht mehr als eine Woche für diesen Schöpfungsakt, inklusive kollektivem Songwriting. „Der Grundgedanke bestand darin, von der Planbarkeit einer Platte wegzukommen und so vorzugehen, wie man es früher tat, was den Entstehungsprozess insgesamt deutlich beschleunigte“, erklärt Cave. „Als ich an diesem Album arbeitete, habe ich meine musikalischen Ideen zu Papier gebracht, Texte dazu geschrieben, und dann beides zur Seite gelegt. Danach habe ich nicht weiter über die Songs nachgedacht und sie auch nicht wieder gespielt. Der Fall war für mich damit erledigt, wohingegen ich bei dem vorherigen Album “No More Shall We Part“ alles bis ins Detail durcharrangiert hatte, bevor wir ins Studio gingen. Das hat die Band vielleicht ein wenig gehemmt. Wenn etwas schon fertig ist und die Musiker nur noch ihre Parts herunterspielen können, lässt ihnen das zu wenige Möglichkeiten, ihre Talente zu entfalten. Diesmal hatten sie viel mehr Spielraum.“
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Wie stets bei Cave und seiner exzentrischen Band sind wieder zu viele musikalische Elemente in “Nocturama“ eingeflossen, als dass dieses Album mit dem recht düster klingenden Namen einfach mit profanen Worten zu beschreiben wäre. Der Einfluss von Dichtern wie Auden und Thomas Hardy sowie Songwritern der Marke Dylan und Van Morrison, wird von dem Australier keinesfalls geleugnet, doch erfindet Cave immer wieder eigene Nuancen und verleiht sich und seiner Band somit diesen unverwechselbaren Charakter, der mehr beinhaltet als nur ein Kette rauchendes Klischee-Spiegelbild eines seiner Protagonisten. Dieses Album deckt ein extrem weitgestecktes musikalisches Spektrum ab, welches sich nicht wie ein offenes Buch erschließen und begreifen lässt, und von Emotionalität bis hin zu krönendem schwarzen Humor reicht. Eine raue und entsetzliche Geschichte, die traurige Erzählung eines Verlustes, ein traumhafter Liebesschwur, ein sehsuchtshauchendes Klavierstück, eine epochales letztes Stück, welches von seiner alten Band “The Birthday Party“ stammen könnte...
Auch wenn sich Cave bei der Erklärung seiner Texte eher bedeckt hält, lässt er sich trotzdem ein wenig in die Karten schauen: „Wenn ich schreibe, versuche ich irgendwie, mich selbst zu verstehen. Für mich ist es im Grund die einzige Möglichkeit herauszufinden, wie ich selbst über manche Dinge denke und fühle.“
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Da kann man wohl von Glück sagen, dass Cave dem Schreiben soviel Bedeutung beimisst, sonst wären vielleicht viele geniale Klänge im Verborgenen geblieben und niemand könnte heute von sich behaupten, dass er Feuer und Flamme für Nick Cave, seine Bad Seeds und eines ihrer besten Alben ist. Und niemand könnte aus vollster Brust den wohl geilsten 15 Minuten Song ever, “Babe, I’m On Fire“, mitsingen... „…The drug-addled wreck with a needle in his neck says it. The druck says it, punk says it. The brave Buddhist monk says: Babe, I’m on fire… The fucked-up Rastafarian says it. The dribbling libertarian says it. The sweet little Goth with the ears of cloth says: Babe, I’m on fire…”
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