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Helloween - Eine Bandhistory: Episode 2 - The Pumpkin Strikes Back

Das Ende der 1990er war für die Jungs von Helloween eine schwere Zeit. Nach den frühen Erfolgen mit Kai Hansen und Michael Kiske und dem Split von Selbigen hatte zwar Neuzugang Andi Deris mit den Gründungsmitgliedern Michael Weikath und Markus Grosskopf das Schiff auf Kurs gehalten, doch Uneinigkeit über die stilistische Ausrichtung und zwischenmenschliche Konflikte brachten das Boot Ende der 1990er fast zum Kentern.


Den Abgang von Stefan Schwarzmann in Richtung Accept steckte die Band dieses Mal relativ stoisch weg - mit einem wahren Doublebass-Tier namens Dani Löble war der neue Mann recht schnell gefunden. Wie Sascha Gerstner und Andi Deris entstammte auch Dani aus Südwesten Deutschland (Badener? Schwabe? Wer versteht das schon?) - und das passte auch ganz perfekt zum neuen Management. Das hieß nämlich nicht mehr Sanctuary, sondern Bottom Row und war in Karlsruhe beheimatet. Interessanterweise hatte das Management sich nach dem Song 'Hit The Bottom Row' benannt, den Andi Deris in den Achtzigern für das Debütalbum von Pink Cream 69 geschrieben hatte. Das war nicht mehr so verwunderlich, wenn man wußte, daß das Unternehmen zu einem Drittel Kosta Zafirou gehörte, dem Schlagzeuger von Andis Ex-Band. Unter der Regie von Bottom Row sollte das Hin und Her der vorangegangenen Jahre nun endlich wieder durch einen klaren Kurs ersetzt werden. Weikath, Deris und Grosskopf hatten mit Gründung der Helloween GbR auch sämtliche rechtlichen Verpflichtungen unter ein Dach gebracht. Man hatte die Nase gestrichen voll von Bands, die den Helloween-Stil besser spielten als man selbst - und die Rückkehr sollte mit einem Donnerschlag erfolgen. Ende 2004 schon gab es die ersten Pressemitteilungen, das Helloween an einem Doppelalbum namens "Keeper Of The Seven Keys Part III" arbeiten würden.



Das fertige Produkt hieß dann aber doch nicht "Part III", sondern etwas weniger verfänglich "Keeper Of The Seven Keys - The Legacy". Wer auf die Idee kam, das Album so zu nennen, ist umstritten. Auf der während der folgenden Tour mitgeschnittenen DVD erzählt Markus, Michael Weikath habe es vorgeschlagen, was der wiederum zurückweist und seinerseits den Titel auf Druck von außen schiebt, er selbst habe es nur abgenickt. Den Gerüchten, Kiske und Hansen seien in irgendeiner Form an der Entstehung beteiligt, wurde damals schnell mit Absagen begegnet - aber das Wichtigste war, die komplette Metalszene sprach wieder über Helloween. Denn schon lange vor Veröffentlichung wurde lautstark diskutiert, ob die Band "sowas" überhaupt dürfe und ob "sowas" nicht das Andenken an die Klassiker beschmutzen würde. In jedem Fall muss man der Band zugestehen, ziemlich konsequent eine musikalische Rückkehr in die Achtziger angestrebt zu haben - vom Gitarren- und Drumsound über die beiden überlangen Songs im Stil von 'Halloween' und 'Keeper Of The Seven Keys' bis zur eher diskussionswürdigen Entscheidung, Andi Deris auf vielen Songs zu einem, nun ja, Kiske-ähnlichen, sauberen Gesangsstil zu "nötigen". Ob das Ergebnis nun ins Schwarze traf oder nicht, sahen die Fans damals wie heute sehr unterschiedlich - dennoch verkaufte sich das Album deutlich besser als seine Vorgänger. Zum Klassiker wie die beiden Originale schaffte es "The Legacy" allerdings nicht, dafür fehlt es dem Album rückblickend doch zu sehr an herausragenden Momenten. Auffallend auch, daß sich nicht ein einziger Song auf Dauer in der Live-Setlist etablieren konnte. Abgesehen vom dreizehminütigen Opener 'The King For A 1000 Years' gab es schon auf der Tour zum Folgealbum nichts mehr aus "The Legacy" zu hören, danach tauchte auch der 'King' nur noch sporadisch als Teil eines Medleys auf.

Die Rückkehr ins Rampenlicht wurde 2007 von einem exzellenten Livealbum namens "Live on 3 Continents" gefeiert, dessen Tracklist sich, wie das der Tour, hauptsächlich auf das Material der drei "Keeper''-Scheiben konzentrierte. War auch während der Tour wieder einige Kritik an Andis Interpretationen der Kiske-Songs laut geworden, konnte man bei den Versionen des Livealbums diesbezüglich keinerlei Mecker anbringen. Die Arbeit des neuen Managements machte sich auch anderweitig bemerkbar: statt, wie so oft nach einem großen Erfolg eine Pause zu machen, waren Helloween schon im selben Jahr wieder im Studio und veröffentlichten noch im Oktober ihr zwölftes Studioalbum "Gambling With The Devil". Und das hatte es wahrlich in sich. Statt wie auf dem Vorgänger der eigenen Vergangenheit hinterherzulaufen, präsentierten sich Helloween auf "Gambling With The Devil" so heavy wie seit "Walls Of Jericho" nicht mehr. In Songs wie Dazu passend gab sich Andi stimmlich bisweilen ungewohnt aggressiv - im Opener 'Kill It' beispielsweise ging er von Rob Halford-Screams und gefühlvoll-sanftem Gesang bis zu - nur kurzzeitigen - tiefen Grunts und Black Metal-Gekeifere das komplette Arsenal durch. Im Booklet stand diesmal auch erstmals "All songs written by Helloween" - auch wenn man doch relativ schnell heraushören konnte, wer nun tatsächlich was angeschleppt hatte, die neugefundene Einigkeit innerhalb des Lineup war klar herauszuhören. Ein derart geschlossenes Gesamtwerk hatten Helloween tatsächlich seit dem zweiten "Keeper" nicht mehr hinbekommen - und im Vergleich zum Vorgänger klang hier alles vollkommen ungekünstelt, frisch und spontan. Im Vergleich mit "The Dark Ride" hatte man sich diesmal entschlossen, eher auf "zeitgemäß" als auf "modern" abzuzielen (ein großer Unterschied!), und auch wenn das Album "nur" auf Platz 38 in den deutschen LP-Charts kletterte, kam es doch bei den Fans letztendlich besser an als der gehypte Vorgänger und gilt für viele als einer der Höhepunkte der Bandgeschichte. Mit "Gambling With The Devil" schaffte es die Band, sich endich zumindest im Studio von der "Keeper"-Ära zu emanzipieren und einen Helloween-Sound zu kreieren, der sowohl klar in Verbindung mit der Bandvergangenheit stand als auch selbstbewusst in die Zukunft blickte. Im Anschluss machte sich die Band natürlich auch wieder auf Tour. Unter dem Namen "Hellish Rock"-Tour schnürten Helloween ihren Fans ein extrem feines Package: Tourpartner war nämlich niemand Geringeres als Ex-Gitarrist Kai Hansen mit seinen Gamma Ray-Jungs. Im Laufe der Shows kam es auch zu regelmäßigen, gemeinsamen Jams, die natürlich beim Publikum besonders gut ankamen.



Noch schöner für die Jungs: im Zuge des Erfolges schafften sie es erstmals seit dem EMI-/Noise-Debakel wieder, bei einem Major-Label zu unterschreiben. Als Helloween 2009 für ihr Jubiläumsalbum ins Studio gingen, hieß ihr Arbeitgeber Sony Music. Besagtes Jubiläumsalbum sollte einmal mehr die Meinungen der Metalgemeinde spalten. Denn Helloween hatten - offenbar auf "Anregung" der Plattenfirma - beschlossen, zum Jubiläum einige ältere Songs umzuarrangieren und in Nicht-Metal-Gefilde zu überführen. Das Resultat hieß "Unarmed" und erschien zum 25. Jubiläum der ersten EP-Veröffentlichung. 'Dr. Stein' bekam bespielsweise ein swingendes, bläsergetragenes Ska-Gewand, 'Eagle Fly Free' wurde mit dem Akustik-Metal-Cover-Trio Hellsongs eingespielt, ein Medley aus den drei "Keeper"-Epen wurde großzügig orchestriert, und bei acht der elf Songs hatte Percussion-Legende Nippy Noya Gastauftritte. Die Reaktionen waren so ziemlich in der Mitte gespalten: die einen - vornehmlich langjährige Fans - waren begeistert von der Lockerheit und Experimentierfreude, andere hingegen - der CSU-Flügel der Metal-Szene - jammerte sich kräftig darüber aus, fand alles banal und schlagerhaft und sowieso völlig untrue. Auch Sänger Andi Deris sollte sich in der Folge kräftig über das Album auskotzen - so erzählte er der Website MetalRules, man habe die Band "vergewaltigt", das Album aufzunehmen. Dennoch verkaufte sich "Unarmed" genauso gut wie sein Vorgänger, was das Gemosere im Endeffekt wieder relativierte. So oder so, sieben Monate später (!) stand ja ehedem bereits das nächste Album in den Läden - und darauf gab es diesmal überhaupt keinen Platz für Akustik- oder Orchesterexperimente.

Andi Deris hatte bereits in Interviews gelegentlich zu Protokoll gegeben, daß er durchaus auch Bands wie Disturbed oder In Flames goutierte, und auf "7 Sinners" war dies nun auch deutlich zu hören. Die harte, zeitgemäße Linie von "Gambling With The Devil" wurde beibehalten und sogar noch ein wenig weiter in die Extreme getrieben. Die erste Single 'Are You Metal?' beinhaltete gar die ersten Blastbeats der Helloween-History, und der Opener 'Where The Sinners Go' war tasächlich eine düster-groovige Nummer, die durchaus dem Zeitgeist entsprach. Dagegen hielten Songs wie Saschas 'Who Is Mr. Madman?', Michael Weikaths 'Raise The Noise' und Markus' 'World Of Fantasy' die Flagge des traditionellen, melodieverliebten Helloween-Sounds hoch. Statt des Zickzackkurses der 1990er und frühen 00er Jahre baute "7 Sinners" klar auf dem mit "Gambling With The Devil"-Sound auf und entwickelte ihn logisch und nachvollziehbar weiter. Belohnt wurde das mit der höchsten Chartplatzierung seit Jahren: "7 Sinners" kletterte auf Platz 25 der LP-Charts. Auffällig auch, daß die Outtakes des Albums, z.B. Markus' 'Raise The Noise', absolut das Niveau der Albumtracks halten konnten. Helloween waren eindeutig in ihrem zweiten Frühling angekommen.





Fortsetzung Helloween - Eine Bandhistory: Episode 2 - The Pumpkin Strikes Back Seiten 1 2 3

 

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SaschaG
© 10/2017 whiskey-soda.de
 


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