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Pünktlich eröffnet haben das diesjährige Wohnzimmerkonzert in der Columbiahalle Turbostaat, deutschsprachiger Punkrock der Oberklasse. Klare, harte Songs mit interessantem Gesang und deftigen, aber auch nachdenklichen Texten brachten die hereinströmenden 3500 Leute schon gut in Wallung. Da das Set der Beatsteaks schon aufgebaut war, mussten sich die drei vorher spielenden Bands mit dem Platz davor begnügen. Ergebnis? Schlagzeug und Akteure auf einer Höhe und sehr nah am Publikum. Klasse! Schnell bildete sich in der Mitte vor der Bühne ein tanzender Mob. Die Nordfriesen (seit 1999 zusammen am Musizieren) gönnten sich keine Pause und zogen ihre, für meinen Geschmack leider knapp bemessene, Spielzeit straight durch.
Aber wir haben ja auch noch Einiges vor uns. Nach kurzer Umbauphase gaben sich 3 Colours Red die Ehre. Angekündigt durch die Gastgeber selbst, die verdammt froh waren, dass ihre Lieblingsband extra von der Insel nach Berlin kamen. Und... ja, zu Recht. Denn 3 Colours Red haben mit ihrer fantastischen Art und Weise, melodiöse und harte Elemente miteinander zu verbinden, nicht nur Bands wie die Donots beeinflußt, die sich kurz danach auch ehrlich dazu bekannten. Bei einigen neuen, langsameren Stücken war die Gänsehaut garantiert, und wenn es dann wieder zur Sache ging, gab es für die Masse kein Halten mehr. Gedankt wurde der Band mit Beifallsstürmen und einer sich durchgehend zu den Klängen der Briten bewegenden Menschenmasse.
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Kaum ein halber Quadratmeter Platz für jeden der Besucher, eine Luft zum Zerschneiden und der gute Klang in den Räumlichkeiten der Columbiahalle: Steilvorlage für die Donots. Die Ibbenbürgener sollten jedem spätestens seit ihrer Twisted Sister-Coverversion ´We´re Not Gonna Take It´ bekannt sein. Die inzwischen durchgeschwitzten und sehr glücklich aussehenden 3500 Fans gingen auf jeden Fall gut ab und ließen sich gerne durch Frontmann Ingo zum Mitklatschen und –singen animieren. Die zu erwartenden Songs kamen dann auch und ebenso das für die Donots übliche ´Nebenbeigeplänkel´.
Längere Pause....
Zeit zum Bier holen, durchatmen (sofern möglich bei der Luft!) oder den Versuch, seine Leute in dem Gewusel wiederzufinden. Drängt sich der Verdacht auf, dass die erlaubte Zuschauerzahl doch ein klein wenig überschritten wurde!?
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Wer sich an der Ausgabe gegenüber des Eingangs seine Wohnzimmer-EP noch nicht abgeholt hatte, nutzte nun die Gelegenheit und tat dies. Das Teil gab es übrigens gratis für jeden Konzertbesucher. Jetzt, freie Sicht auf die komplette Deko der Bühne, fiel erst auf, wie liebevoll diese gestaltet war. Durch den Wildschweinkopf, die Vorhänge und einer grässlich schönen braunen Schrankwand mit Fernseher und allem drum herum, hatte man echt das Gefühl, die Jungs würden in einem Wohnzimmer auftreten.
Dann war es soweit. Die Beatsteaks kamen auf die Bühne. Begleitet vom Jubeln der Masse und gleich losrockend mit dem Opener, den wir auch auf der Wohnzimmer-EP hören.
´Hello There´, gefolgt von einer Mischung alter, neuer und noch nie gehörter Songs (nämlich die, die wir auch auf der EP hören). Eine gelungene Auswahl aus den drei bisher veröffentlichen Alben verwandelte die Columbiahalle in ein Szenario, das ich so noch nicht gesehen habe. Von ganz vorne, über die ´Balkone´ bis zur allerletzten Reihe, kurz vor dem Ausgang, wurde getanzt, gesungen und gefeiert. Eigentlich hätte es keinerlei Animation seitens Arnim gebraucht, aber als sein Satz kam: “Die Columbiahalle springt!“, bebte der Boden. Im Takt auf und ab sprang Jung und Alt, dass es einem glatt die Sprache verschlug.
Wunderschöne langsame Stücke wie ´Sooth Me´, harte, von Gitarrist Bernd gegröhlte, wie ´Schlecht´ und natürlich auch nicht zu vergessen die zum Hit gewordenen ´Summer´ und ´Let Me In´ bewiesen wieder Können und Vielseitigkeit der Jungs.
Wieder eine kurze Pause. Ankündigung: Wir haben da noch ein paar Special Guests. Es gesellten sich dazu... die Bläser der Butlers.
Nun also unterstützt durch Posaune, Saxofon und Trompete wurden auch die ska-lastigen Stücke gespielt. Doch das Thema ´Special Guests´ war noch lange nicht erledigt. Wer kam während ´Me Against The World´ auf die Bühne? Demba von Seeed, dem Berliner Soundsystem, das besonders 2001/2002 für Begeisterungsstürme sorgte. Seine Gesangseinlage sowie Arnims amüsanter Versuch, danach in eben dieser Art weiter zu machen, brachte die Menge noch mehr in Fahrt. Als zu ´Kings of Metal´ Rod von Die Ärzte, bewaffnet mit seiner Gitarre, auf die Bühne kam, um die Soli-Einlagen zu übernehmen, wurde die Stimmung auf der Bühne wie im Publikum so familiär und fröhlich, aber heiß wie nie zuvor erlebt. Was dann passierte, als auch Bandkollege Farin Urlaub mit dazustieß, braucht wohl nicht erwähnt zu werden...
Dieser Abend in der Columbiahalle wird wohl allen, die das Glück hatten, eine Karte des komplett ausverkauften Konzerts zu ergattern (wie Arnim ganz richtig bemerkte, schafften O-Town vier Tage zuvor gerade mal 1400 Besucher), lange im Gedächtnis bleiben.
Für mich war dieses Geschenk der sympathischen Berliner auf jeden Fall das Beste, was dieses Jahr konzertmäßig abging.
´We´ve been ready to rock´
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