|
In der eigenen Heimat, konnte sich das Quintett noch nicht etablieren, wie Gitarrist Adam berichtet: „Unser Stand war von Beginn an ein schwerer. Da wir keine Breakdowns haben, mögen uns die Hardcore/Metalcore Kids nicht. Auf der anderen Seite sehen wir auch nicht wie eine Metal-Band aus, weshalb uns die Metal Kids auch nicht akzeptieren. Irgendwie fallen wir durch jedes Raster. Die Leute auf unseren Konzerten sind stark durchmischt und kommen zumeist zufällig auf unsere Show. Das scheint sich mit dem neuen Material jetzt ein wenig zu ändern, doch tanzen kann man zu unserer Musik nicht. Wir sind scheinbar eine ungewöhnliche Band, die nirgends wirklich hineinpasst. Ich verstehe es als Vorzug keiner Kategorie zu entsprechen. Das limitiert uns nicht und wir können uns allein auf unsere Musik konzentrieren. Wir müssen abwarten, was nach dem Album-Release passieren wird, aber Europa ist definitiv uns Hauptmarkt. Dort wird unsere Musik deutlich besser akzeptiert. Die Kids bei euch legen mehr Wert auf musikalische Fähigkeiten und interessantes Songwriting und nicht auf unentwegte Breakdowns.“
|
|
 |
|
|
|
Das klingt fast schon ein wenig resigniert, aber gute Musik wird ihre Hörer immer erreichen. Nicht zu vergessen ist, dass die Debüt-EP von BTSS in Amerika nicht erschienen ist. Gerade im neuen, deutlich stärkeren Line Up und mit der Unterstützung von Lifeforce im Rücken sollte es nicht lange dauern, bis sich BEYOND THE SIXTH SEAL auch in den Staaten eine Fangemeinde erspielt hat.
Die Brüche im Bandgefüge im Vorfeld des Debüts waren schwer und einschneidend, doch BTSS sind heute besser als jemals zuvor. Adam wanderte vom Bass zur Gitarre, als neuer Basser stieß Matt Woods (American Nightmare) zur Band und neben einem Gitarristen ging auch Frontmann Lawrance Kwong: „Er verließ uns, als etwa die Hälfte des Albums geschrieben war. Ich bat Mike, der in meiner anderen Band The Red Chord Gitarre spielt, als Session-Sänger einzuspringen und gemeinsam nahmen wir unsere Demos auf. Anschließend gingen wir mit The Red Chord auf Tour, sprachen viel über die Platte, entwickelten Ideen und am Ende der Tour stieg Mike Fulltime bei uns ein. Er ist unsere Ideal-Lösung, denn sein Stil eröffnet unserer Musik ungeahnte Dynamik. Seine Vocals sind sehr markant und prägen die Platte.“ Right, und mit Sicherheit zählt Mikes Organ auch zu den interessantesten im melodischen Death Metal.
|
|
|
 |
|
|
„Es stimmt wohl , dass wir eher europäisch denn amerikanisch klingen.“ bestätigt mir Adam, „Ich kann aber nicht sagen, warum. Der europäische Metal scheint mir durchweg stärker und bodenständiger zu sein als der amerikanische, aber wir haben es nie darauf angelegt so zu klingen. Im Grunde gibt es nur drei Arten von Musik: Musik, die man mag, Musik, die man nicht mag und Musik, die man noch nicht gehört hat.“
Für mich zählen BEYOND THE SIXTH SEAL ganz klar in die erste Kategorie. Auch wenn die Bostoner Jungs jetzt so richtig durchstarten wollen, ist alles immer noch ein wenig improvisiert: „Wir haben derzeit keinen Proberaum, weil wir uns noch keinen leisten können. Stehen Shows an, mieten wir uns für einen Tag ein und spielen acht Stunden am Stück. Bisher hat das super funktioniert. Neues Material schreibt jeder für sich, zieht dann Tapes und gibt sie den anderen, so dass sich jeder damit vertraut machen kann. Geht es auf ein neues Release zu, mieten wir für einen Monat einen Raum und arbeiten als Gruppe all die Ideen aus, die wir für gut erachten. Bisher war das sehr produktiv.“
Dennoch überarbeitete man zusammen mit Producer Kurt Ballou (Converge) das Material, bevor es schließlich aufgenommen wurde: "Earth And Sphere" würde heute ohne sein Zutun völlig anders klingen.“
|