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Die Organisation der Tour oblag den Mannen um den charismatischen und äußerst sympathischen Gitarristen Oystein G. Brun, doch irgendwie schafften es die Jungs nicht, ein paar geeignete Busse zu beschaffen, da das ursprüngliche Unternehmen die Preise derart anzog, dass die Gefährte nicht mehr zu finanzieren waren (vielleicht aus Angst ob der Klischees, die um Black Metal-Bands ranken...). Ein anderes Pendant, zu vernünftigen Konditionen angeboten, gab kurzfristig den Geist auf, wohl wissend, dass die illustre Gesellschaft nicht mit Weicheiern der Gattung Pop zu vergleichen ist, sondern trinkfeste Skandinavier chauffieren soll. Das Ergebnis: Die anderen Combos sind stinksauer (verständlich...) und fragen sich, warum es in Europa nur zwei Busse geben soll. Nun, wir können uns vorstellen, wie es nach solch einem Fiasko in der Band aussieht, leider konnte ich Borknagar nach meinem Gespräch zu diesem Thema nicht mehr kontaktieren, aber in unseren News wurde ja ausführlich darüber berichtet, so dass vorerst alles gesagt sein dürfte.
Begrüßt habe ich den guten Oystein mit drei Bechern und der Aussage: „Jens (der zweite Gitarrist, Anm.d.V.) hat beim letzten Interview gesagt, er trinkt seinen Whiskey nur pur, ohne Soda. Nun gut, dies werden wir nun tun!“ und Jack D. füllte die drei Behältnisse mit dem goldfarbenen Feuerwasser. Oystein zeigte sich sehr angetan und so stiegen wir in unser Gespräch ein, in dem der Gitarrist den Festival-Gig vom Wacken resümierte: „Ich denke, der Gig war großartig und wir hatten eine tolle Zeit auf der Bühne. Die Fans waren einfach gut drauf und es hat einfach Spaß gemacht. Du erwartest nie etwas, wenn du ein Festival spielst, Du gehst raus und machst es einfach. Es war fantastisch, so viele Leute vor der Bühne zu haben!“ zeigte sich der kreative Kopf der Norweger begeistert über den Gig, der auch die Massen vor der Bühne in den Bann zog. Die atmosphärischen Parts, durch flächige Keyboards erzeugt, kombiniert mit folkloristischen Elementen, raffinierten Gitarren und dem einmaligen Organ von dem neuen Sänger Vintersorg erstaunten selbst Nicht-Schwarz-Hörer.
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„Mit Vintersorg haben wir eine sehr gute Chemie, auch auf dem persönlichen Level. Es ist nicht nur Musik, was zählt. Mit ihm haben wir eine geistige Verbindung. Die Integration von ihm verlief hervorragend und ich denke, dieses Line Up bleibt für eine lange Zeit bestehen!“ zieht Oystein ein positives Fazit über den bereits dritten Sänger der Band und zerstreut auch das Vorurteil, dass sich Schweden und Norweger ebenso sehr mögen wie Deutsche und Holländer. „Die Reaktionen der Fans auf „Empiricism“ waren großartig, ich habe eine Pressemappe vom Label bekommen, die das belegen. Es sind zwar immer einige dabei, die etwas nicht mögen, aber that´s life!“ freut sich der blonde Gitarrist.
„Das nächste Album ist bereits geschrieben, wir haben es zwar noch nicht aufgenommen, aber es steht!“ verrät Oystein. „Die Songs werden etwas schneller sein und Vintersorg´s Stimme wird einen großen Teil der Atmosphäre tragen, aber die Musik ist natürlich auch sehr stark! Der Sound einer Band steht und fällt nicht mit einer Person...“ grinst Oystein auf meine Frage, ob Vintersorg´s bekannte Stimme noch mehr Einfluss auf den Bandsound haben wird als auf dem aktuellen Album. Dann nimmt er noch einen großen Schluck vom hereingeschmuggelten Whiskey und erzählt, dass nach der Tour die Aufnahmen zum neuen Album beginnen. Da diese aber gecancelt wurde, können sich Borknagar nun gleich an die Arbeit zum neuen Meisterwerk stürzen, um hier mal einen guten Punkt an der ganzen Situation heranzuführen. War es vielleicht ein Omen, dass er sagte „Hier sind mir zu viele Leute, wir fahren gleich wieder nach hause...“?
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